Wettanbieter überlistet : Betrüger greifen 3000 Mal Neukundenbonus ab

Zwei Männer in den USA wurden verhaftet, weil sie Online-Wett­an­bie­ter um Millionen betrogen haben sollen. Mit Daten aus dem Dark­net und tausenden gestohlenen Identitäten bauten sie ein aus­ge­feil­tes und lukratives System auf.
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Identitätsdiebstahl im großen Stil

Immer wieder kommen Menschen auf verschiedenen Wegen zu jeder Menge Geld. Manchmal geschieht das auf ganz legale Art, wie etwa durch einen Softwarefehler in einem Casino oder eine besondere Lotto-Strategie. Andere Male sind die Vorgehensweisen jedoch illegal. Letzteres trifft jetzt auch im Fall zweier US-amerikanischer Männer aus Connecticut zu.

US-Behörden hatten die beiden festgenommen, weil ihnen vorgeworfen wird, Online-Wettanbieter um umgerechnet rund 2,54 Millionen Euro geprellt zu haben. Die beiden 29-jährigen Verdächtigen sollen über einen Zeitraum von fast fünf Jahren rund 3000 gestohlene Identitäten genutzt haben, um systematisch Neukunden-Boni bei Online-Wettanbietern abzugreifen. Die Anklageschrift umfasst insgesamt 45 Punkte, darunter Verschwörung zum Überweisungsbetrug, schwerer Identitätsdiebstahl und Geldwäsche.

Auch wenn es eine Rolle spielte, nutzte das Duo dabei offenbar nicht das Glücksspiel an sich, um Gewinne zu erzielen, sondern spezialisierte sich auf die Ausnutzung von "Willkommensgeschenken" und Bonuszahlungen, die Anbieter neuen Nutzern gewähren. Diese Promotionen versprechen oft risikofreie erste Wetten oder verdoppeln Einzahlungen. Durch die Skalierung auf tausende Konten konnten die mutmaßlichen Täter statistische Wahrscheinlichkeiten aushebeln und garantierte Gewinne einfahren.

Excel-Listen und Darknet-Daten

Das Vorgehen der Täter war laut den Ermittlungsakten hochgradig organisiert und technologisch versiert. Das United States Attorney's Office für den Distrikt Connecticut beschreibt in der Anklage einen komplexen Ablauf, der weit über einfache Betrügereien hinausgeht.

Die Beschuldigten beschafften sich zunächst über Marktplätze im Darknet und einschlägige Telegram-Kanäle umfangreiche Datensätze mit Namen, Geburtsdaten, Adressen und Sozialversicherungsnummern. Doch diese Rohdaten reichten oft nicht aus, um die automatisierten Sicherheitsmechanismen der Wettanbieter zu überlisten.

Um die sogenannten "Know Your Customer"-Prüfungen der Plattformen zu bestehen, mussten die Männer detaillierte Hintergrundinformationen liefern. Die Anbieter stellen bei der Registrierung oft Fangfragen zu früheren Wohnadressen oder Kredithistorien, um sicherzustellen, dass die anmeldende Person real ist.


Um diese Hürde zu nehmen, abonnierten die Männer legale Hintergrund-Check-Dienste wie TruthFinder oder BeenVerified. Dort gaben sie die gestohlenen Daten ein, um fehlende Details zu ergänzen und die Identitäten so weit zu verifizieren, dass sie einer Prüfung standhielten.

Um den Überblick zu behalten, verwalteten die Beschuldigten alle gestohlenen Daten akribisch in einer Excel-Datei. Die Tabelle diente als zentrale Datenbank für den Betrug, dürfte jetzt allerdings zur Überführung der Beschuldigten beitragen. Zudem soll es Textnachrichten geben, in denen sie genau beschreiben, wie sie Sozialversicherungsnummern mit einer "Scam Shield App" abgeglichen hatten, um die Gültigkeit der Identitäten zu verifizieren, bevor Konten eröffnet wurden.

Geldwäsche über virtuelle Karten

Sobald ein Konto erfolgreich erstellt und der Bonus gutgeschrieben war, setzten die Männer das Guthaben ein. Gewinne, die aus diesen Bonus-Wetten resultierten und für eine Auszahlung qualifiziert waren, zogen sie jedoch nicht sofort ein.

Um die Geldspur zu verwischen, wurden die Erlöse auf virtuelle Prepaid-Karten transferiert, die von den Wettanbietern als legitime Auszahlungsmethode akzeptiert wurden. Von den schwer nachverfolgbaren Karten aus leiteten die Männer das Geld schließlich auf ihre privaten Bank- und Investmentkonten um.

Dem Duo droht nun eine empfindliche Haftstrafe. Allein auf die Verschwörung zum Überweisungsbetrug stehen bis zu zwanzig Jahre Haft. Nach ihrer Festnahme erschienen sie vor einem Bundesgericht in New Haven und wurden gegen eine Kaution von jeweils 300.000 Dollar jedoch vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Habt ihr spezielle Maßnahmen ergriffen, um eure Identität im Netz vor Missbrauch zu schützen? Schreibt uns eure Strategien und Erfahrungen gerne unten in die Kommentare - wir sind gespannt!

Zusammenfassung
  • Zwei 29-jährige US-Amerikaner haben Wettanbieter um 2,54 Millionen Euro betrogen
  • Die Täter nutzten circa 3000 gestohlene Identitäten für systematischen Bonus-Betrug
  • Daten wurden im Darknet beschafft und mit Background-Check-Diensten ergänzt
  • Excel-Tabelle diente als zentrale Datenbank für die Verwaltung der Identitäten
  • Gewinne wurden über virtuelle Prepaid-Karten auf private Konten transferiert
  • Den Angeklagten drohen bis zu zwanzig Jahre Haft für Überweisungsbetrug

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