X im Visier der Justiz: Pariser Büros durchsucht, Elon Musk vorgeladen
Eine französische Cybercrime-Einheit hat zusammen mit Europol die Pariser Büros von X durchsucht. Im Fokus stehen die KI Grok und sexualisierte Deepfakes. Elon Musk und die ehemalige CEO der Plattform wurden vorgeladen. Auch die EU ermittelt.
Im gleichen Zusammenhang hat jetzt eine französische Cybercrime-Einheit die Geschäftsräume von X in Paris durchsucht. Unterstützt wurden die Beamten des Zentrums für den Kampf gegen digitale Kriminalität (C3N) dabei von Experten der europäischen Polizeibehörde Europol. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte den Einsatz und gab bekannt, dass das Verfahren bereits im Januar 2025 eingeleitet wurde.
Die Vorwürfe der nationalen Gerichtsbarkeit für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen (Junalco) wiegen schwer. Die Justiz prüft unter anderem eine Mitschuld am Besitz und der organisierten Verbreitung von kinderpornografischem Material sowie die Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch sogenannte Deepfakes. Die Ermittler konzentrieren sich darauf, ob X seiner gesetzlichen Moderationspflicht nachgekommen ist oder ob die Plattform durch fehlende Sicherheitsmechanismen Straftaten begünstigt hat.
Trotz der Beteuerungen des Unternehmens, technische Maßnahmen gegen den Missbrauch ergriffen zu haben, bestehen erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit dieser Sperren. So war es Nutzern in den USA und Europa auch einige Zeit nach den ersten vorgenommenen Einschränkungen noch möglich, Personen auf Fotos digital zu entkleiden. Auf Anfragen dazu reagierte Musks KI-Unternehmen xAI lediglich mit einer automatisierten Antwort, die den Satz "Legacy media lies" ("Traditionelle Medien lügen") enthielt.
Neben den sexualisierten Darstellungen steht auch der Algorithmus der Plattform im Visier der Ermittler. Bereits im Sommer waren Fälle bekannt geworden, in denen der Chatbot Grok den Holocaust verharmloste oder historische Fakten zu Konzentrationslagern leugnete. So stellte er etwa die falsche Behauptung auf, Gaskammern seien zur Desinfektion genutzt worden. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das jetzige Vorgehen als "konstruktiven Ansatz", um sicherzustellen, dass X französisches und europäisches Recht einhalte.
Der Druck auf X wächst jedoch nicht nur in Frankreich. Auch die Europäische Kommission und die britische Aufsichtsbehörde Ofcom haben Verfahren eingeleitet, die sich auf den Digital Services Act stützen. Die Liste der Vorwürfe ist lang und betrifft verschiedene Aspekte der Plattformsicherheit. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten auf das Unternehmen empfindliche Strafen in Höhe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes zukommen.
Haltet ihr das Vorgehen der französischen Justiz und anderer europäischer Behörden für gerechtfertigt oder seht ihr die Untersuchungen eher kritisch? Schreibt mir eure Meinung gerne unten in die Kommentare!
Siehe auch:
Razzia in Paris: Ermittler bei X
Direkt zum Jahresbeginn sorgte ein Skandal um Grok von xAI für Schlagzeilen. Die KI erzeugte auf X und in ihrer App sexualisierte Bilder von Frauen und sogar Kindern. Einige Länder blockierten daraufhin den Kurznachrichtendienst von Elon Musk. Auch die EU startete eine Untersuchung.Im gleichen Zusammenhang hat jetzt eine französische Cybercrime-Einheit die Geschäftsräume von X in Paris durchsucht. Unterstützt wurden die Beamten des Zentrums für den Kampf gegen digitale Kriminalität (C3N) dabei von Experten der europäischen Polizeibehörde Europol. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte den Einsatz und gab bekannt, dass das Verfahren bereits im Januar 2025 eingeleitet wurde.
Die Vorwürfe der nationalen Gerichtsbarkeit für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen (Junalco) wiegen schwer. Die Justiz prüft unter anderem eine Mitschuld am Besitz und der organisierten Verbreitung von kinderpornografischem Material sowie die Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch sogenannte Deepfakes. Die Ermittler konzentrieren sich darauf, ob X seiner gesetzlichen Moderationspflicht nachgekommen ist oder ob die Plattform durch fehlende Sicherheitsmechanismen Straftaten begünstigt hat.
Trotz der Beteuerungen des Unternehmens, technische Maßnahmen gegen den Missbrauch ergriffen zu haben, bestehen erhebliche Zweifel an der Wirksamkeit dieser Sperren. So war es Nutzern in den USA und Europa auch einige Zeit nach den ersten vorgenommenen Einschränkungen noch möglich, Personen auf Fotos digital zu entkleiden. Auf Anfragen dazu reagierte Musks KI-Unternehmen xAI lediglich mit einer automatisierten Antwort, die den Satz "Legacy media lies" ("Traditionelle Medien lügen") enthielt.
Vorladung am "Meme-Tag"
Die juristische Aufarbeitung betrifft auch die Führungsriege des Konzerns persönlich. Als direkte Konsequenz wurden sowohl Eigentümer Elon Musk als auch die ehemalige CEO Linda Yaccarino zu einer Anhörung als "faktische und rechtliche Verantwortliche" vorgeladen. Vermutlich rein zufällig ist die Anhörung für den 20. April 2026 angesetzt. Dieses Datum ist in der Internetkultur eng mit dem Konsum von Cannabis verknüpft und wird von Musk häufig für Ankündigungen oder Scherze genutzt.Neben den sexualisierten Darstellungen steht auch der Algorithmus der Plattform im Visier der Ermittler. Bereits im Sommer waren Fälle bekannt geworden, in denen der Chatbot Grok den Holocaust verharmloste oder historische Fakten zu Konzentrationslagern leugnete. So stellte er etwa die falsche Behauptung auf, Gaskammern seien zur Desinfektion genutzt worden. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das jetzige Vorgehen als "konstruktiven Ansatz", um sicherzustellen, dass X französisches und europäisches Recht einhalte.
Behörden verlassen die Plattform
Die Reaktion der Pariser Staatsanwaltschaft auf kommunikativer Ebene unterstreicht die Zerrüttung des Verhältnisses zu Musk. Die Behörde kündigte an, ihre Aktivitäten auf X einzustellen und stattdessen künftig über LinkedIn und Instagram zu kommunizieren. Dieser Schritt verdeutlicht die angespannte Beziehung zwischen den französischen Regulierungsbehörden und der Plattform, die Untersuchungen oft als politisch motivierte Angriffe auf die Meinungsfreiheit darstellt.Der Druck auf X wächst jedoch nicht nur in Frankreich. Auch die Europäische Kommission und die britische Aufsichtsbehörde Ofcom haben Verfahren eingeleitet, die sich auf den Digital Services Act stützen. Die Liste der Vorwürfe ist lang und betrifft verschiedene Aspekte der Plattformsicherheit. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten auf das Unternehmen empfindliche Strafen in Höhe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes zukommen.
Haltet ihr das Vorgehen der französischen Justiz und anderer europäischer Behörden für gerechtfertigt oder seht ihr die Untersuchungen eher kritisch? Schreibt mir eure Meinung gerne unten in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Französische Cybercrime-Einheit und Europol durchsuchen X-Büros in Paris
- KI-Tool Grok erzeugte sexualisierte Bilder von Frauen und Kindern
- Vorwürfe beinhalten Verbreitung von Kinderpornografie und Deepfake-Nutzung
- Elon Musk und Ex-CEO wurden für den 20. April 2026 zur Anhörung geladen
- Grok geriet zuvor wegen Holocaust-Leugnung und -Verharmlosung in Kritik
- Bei Schuldigsprechung drohen X Strafen bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes
- Auch EU-Kommission und britische Behörden haben Verfahren eingeleitet
Siehe auch:
- Sexuelle Deepfakes auf X: EU startet Untersuchung gegen Musks Grok
- Nach Deepfake-Skandalen: Elon Musk schränkt Grok-Bildgenerator ein
- Grok-Pornografie: Epic-Chef Sweeney springt Elon Musk zur Seite
- Nach Deepfake-Skandal: Erste Länder blockieren Elon Musks Grok-KI
- Britische Regierung kritisiert Grok hart, xAI mit Alibi-Einschränkungen
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