Illegale Abwerbung: Taiwan sucht OnePlus-Chef per Haftbefehl
Taiwans Justiz hat einen Haftbefehl gegen OnePlus-Chef Pete Lau erlassen, da er illegal über 70 Ingenieure auf der Insel angeworben haben soll. Der Vorfall markiert eine neue Eskalationsstufe im Kampf um technologisches Know-how zwischen China und Taiwan.
Neben dem Haftbefehl gegen Lau erhob die Staatsanwaltschaft am Dienstag Anklage gegen zwei taiwanesische Staatsbürger. Ihnen wird zur Last gelegt, als Mittelsmänner für OnePlus fungiert zu haben. Konkret sollen sie dabei geholfen haben, über 70 lokale Ingenieure für das chinesische Unternehmen anzuwerben, um die Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu stärken.
Nach geltendem taiwanischen Recht, insbesondere dem Gesetz über die Beziehungen zwischen den Menschen im Taiwan-Gebiet und dem Festlandgebiet, ist es chinesischen Firmen streng untersagt, ohne explizite Erlaubnis der Regierung Niederlassungen zu betreiben oder Personal in Taiwan einzustellen. Verstöße können mit Haftstrafen geahndet werden.
Wie Taiwans Nachrichtenagentur Central News Agency berichtet, nutzten die Beteiligten offenbar ein komplexes Geflecht aus Firmennamen, um die Aktivitäten vor den Behörden zu verschleiern. Pete Lau soll bereits im Jahr 2014 zusammen mit den Angeklagten OnePlus Hong Kong gegründet haben. Ein Jahr später wurde eine taiwanische Niederlassung etabliert, die offiziell als Beratungsfirma firmierte, intern jedoch ausschließlich der Entwicklung von Mobilfunksoftware für OnePlus diente. Später wurde die Muttergesellschaft in Hong Kong Sonic Sky Consultancy umbenannt, woraufhin auch das taiwanische Büro seine Registrierung anpasste, um keine offensichtliche Verbindung zum Smartphone-Hersteller erkennen zu lassen.
Das harte Vorgehen gegen OnePlus ist kein Einzelfall, sondern Teil einer breiteren Strategie der taiwanesischen Regierung, den Abfluss von kritischem Know-how an den geopolitischen Rivalen zu unterbinden.
Trotz der Schwere der Vorwürfe gab ein Sprecher von OnePlus an, dass der Geschäftsbetrieb normal weiterlaufe und nicht beeinträchtigt sei. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme lediglich die Unabhängigkeit der operativen Abläufe.
Haltet ihr das harte Vorgehen Taiwans zum Schutz der eigenen Fachkräfte für gerechtfertigt oder übertrieben? Schränkt das den freien Arbeitsmarkt zu stark ein? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!
Siehe auch:
Haftbefehl gegen OnePlus-Gründer
Die taiwanischen Strafverfolgungsbehörden haben einen Haftbefehl gegen Pete Lau, den CEO und Mitbegründer des chinesischen Smartphone-Herstellers OnePlus, ausgestellt. Dem bekannten Manager wird vorgeworfen, illegal qualifizierte Fachkräfte auf der Insel rekrutiert zu haben, ohne die erforderliche behördliche Genehmigung eingeholt zu haben.Neben dem Haftbefehl gegen Lau erhob die Staatsanwaltschaft am Dienstag Anklage gegen zwei taiwanesische Staatsbürger. Ihnen wird zur Last gelegt, als Mittelsmänner für OnePlus fungiert zu haben. Konkret sollen sie dabei geholfen haben, über 70 lokale Ingenieure für das chinesische Unternehmen anzuwerben, um die Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu stärken.
Nach geltendem taiwanischen Recht, insbesondere dem Gesetz über die Beziehungen zwischen den Menschen im Taiwan-Gebiet und dem Festlandgebiet, ist es chinesischen Firmen streng untersagt, ohne explizite Erlaubnis der Regierung Niederlassungen zu betreiben oder Personal in Taiwan einzustellen. Verstöße können mit Haftstrafen geahndet werden.
Wie Taiwans Nachrichtenagentur Central News Agency berichtet, nutzten die Beteiligten offenbar ein komplexes Geflecht aus Firmennamen, um die Aktivitäten vor den Behörden zu verschleiern. Pete Lau soll bereits im Jahr 2014 zusammen mit den Angeklagten OnePlus Hong Kong gegründet haben. Ein Jahr später wurde eine taiwanische Niederlassung etabliert, die offiziell als Beratungsfirma firmierte, intern jedoch ausschließlich der Entwicklung von Mobilfunksoftware für OnePlus diente. Später wurde die Muttergesellschaft in Hong Kong Sonic Sky Consultancy umbenannt, woraufhin auch das taiwanische Büro seine Registrierung anpasste, um keine offensichtliche Verbindung zum Smartphone-Hersteller erkennen zu lassen.
Verdeckte Zahlungen aufgedeckt
Die Ermittler deckten im Zuge der Untersuchungen auf, dass zwischen August 2015 und Januar 2021 beträchtliche Geldsummen geflossen sind. OnePlus Shenzhen soll in diesem Zeitraum insgesamt 72,93 Millionen Dollar (etwa 62,7 Millionen Euro) an die Niederlassung überwiesen haben. Diese Gelder wurden offiziell als Vertragsforschung und Einnahmen aus dem Verkauf von Forschungsergebnissen deklariert, dienten aber laut Anklage primär dazu, die Gehälter der abgeworbenen Ingenieure zu zahlen und Büros sowie technische Ausrüstung zu finanzieren.Das harte Vorgehen gegen OnePlus ist kein Einzelfall, sondern Teil einer breiteren Strategie der taiwanesischen Regierung, den Abfluss von kritischem Know-how an den geopolitischen Rivalen zu unterbinden.
Prominenter Manager im Visier
Pete Lau, der auch als Chief Product Officer bei Oppo eine zentrale Rolle spielt, ist in der Branche für seinen extremen Fokus auf Produktqualität und Design bekannt. Er gründete OnePlus 2013 ursprünglich als Marke für Technik-Enthusiasten. Die Unternehmen sind innerhalb des BBK-Electronics-Imperiums tief verflochten: OnePlus und Oppo haben ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in den letzten Jahren faktisch zusammengelegt, was den Hunger nach qualifizierten Software-Ingenieuren erklärt.Trotz der Schwere der Vorwürfe gab ein Sprecher von OnePlus an, dass der Geschäftsbetrieb normal weiterlaufe und nicht beeinträchtigt sei. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme lediglich die Unabhängigkeit der operativen Abläufe.
Haltet ihr das harte Vorgehen Taiwans zum Schutz der eigenen Fachkräfte für gerechtfertigt oder übertrieben? Schränkt das den freien Arbeitsmarkt zu stark ein? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Taiwan erlässt Haftbefehl gegen OnePlus-Chef Pete Lau wegen illegaler Anwerbung
- Vorwurf: Rekrutierung von über 70 Ingenieuren ohne behördliche Genehmigung
- Komplexe Firmenstruktur sollte Verbindung zu OnePlus verschleiern
- Geldflüsse von 72,93 Millionen Dollar zwischen 2015 und 2021 aufgedeckt
- Taiwans Gesetz verbietet chinesischen Firmen ungenehmigtes Personalrecruiting
- Maßnahme ist Teil der Strategie gegen Abfluss von Know-how nach China
- OnePlus betont trotz Anklage die Unabhängigkeit des operativen Geschäfts
Siehe auch:
- OnePlus Turbo: Neue Gaming-Reihe mit riesigem Akku angekündigt
- OnePlus: Auf diesen Smartphones greift die chinesische Zensur weltweit
- OnePlus bestätigt: OxygenOS-Smartphones haben massive SMS-Lücke
- OnePlus 15 wird "ultra-hohe" Bildwiederholfrequenz bekommen
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