Trotz bzw. vor RAM-Krise:
PC-Verkäufe mit kräftigem Lebenszeichen
Der PC-Markt erlebt ein unerwartetes Hoch, doch der Schein trügt. Während die Verkaufszahlen Ende 2025 förmlich explodierten, braut sich im Hintergrund ein perfekter Sturm zusammen. Grund sind natürlich die steigenden Preise für RAM und andere Komponenten.
Das bevorstehende Ende des Supports für Windows 10 zwang viele Unternehmen zu Hardware-Upgrades, um Sicherheitsrisiken in ihrer Ausrüstung zu vermeiden. Gleichzeitig bewegten Gerüchte über neue Zölle den Handel dazu, Lagerbestände frühzeitig aufzufüllen, bevor internationale Handelsbarrieren die Einfuhrkosten in die Höhe treiben.
Der entscheidende Faktor für die angespannte Lage ist jedoch die Angst vor einer massiven Verknappung von Speicherkomponenten. Der enorme Hunger von KI-Rechenzentren nach DRAM und NAND-Flash lässt für den klassischen Consumer-Markt kaum Kapazitäten übrig. Das liegt technisch bedingt daran, dass die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger auf denselben Wafern basiert wie herkömmlicher Arbeitsspeicher, jedoch deutlich mehr Fläche und Fertigungszeit beansprucht.
Das führte Ende 2025 zu Vorziehkäufen, da sowohl Händler als auch Endanwender versuchen, der für 2026 prognostizierten Preisexplosion zuvorzukommen. Experten gehen davon aus, dass die Verfügbarkeit von SSDs und Arbeitsspeicher in den kommenden Monaten kritisch bleiben wird.
Die Situation stellt insbesondere kleinere Anbieter vor existenzielle Herausforderungen. Während große Player wie Lenovo oder HP ihre Marktmacht nutzen können, um sich Zuteilungen bei Speicherherstellern zu sichern, droht kleineren und regionalen Marken das Nachsehen.
Auch für PC-Selbstbauer sieht die Prognose düster aus: Sie müssen sich auf deutlich höhere Komponentenpreise einstellen oder ihre Kaufentscheidungen verschieben. Das Aufrüsten des heimischen Gaming-PCs dürfte im Jahr 2026 zu einer kostspieligen Angelegenheit werden, da Einzelkomponenten im freien Handel noch stärker verknappt werden als OEM-Ware.
Trotz der drohenden Krise gab es 2025 klare Gewinner, die ihre Lieferketten erfolgreich managen konnten. Die Top-5-Hersteller konnten ihre Positionen festigen:
Besonders im vierten Quartal konnten Lenovo und HP mit zweistelligen Wachstumsraten punkten, was ihre Fähigkeit unterstreicht, auch in schwierigen Lieferketten-Situationen lieferfähig zu bleiben. Apple profitierte zudem von der Einführung der neuen M-Serie, die im Premium-Segment für stabile Absätze sorgte.
Die aktuelle Lage bedeutet, dass Projekte zu Hardware-Upgrades nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten. Die Kombination aus KI-getriebenem Speicherbedarf und dem Windows-Zyklus dürfte das Preisgefüge nachhaltig zuungunsten der Käufer verschieben. Wer jetzt noch Budget hat, sollte schnell investieren, bevor die Lagerbestände der Distributoren bereinigt sind und die neuen Preise durchschlagen.
Habt ihr euch Ende 2025 noch schnell mit neuer Hardware eingedeckt oder wartet ihr ab, bis sich die Lage beruhigt? Schreibt uns eure Strategie für die kommenden Monate gerne in die Kommentare!
Siehe auch:
Wachstum durch Torschlusspanik im PC-Markt
Der globale Markt für PCs verzeichnete im vierten Quartal 2025 ein überraschendes Wachstum von 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und erreichte damit ein Volumen von 76,4 Millionen Einheiten. Was auf den ersten Blick wie eine Erholung wirkt, ist bei genauerer Betrachtung das Resultat einer aggressiven Beschaffungsstrategie von Herstellern und Endkunden.Das bevorstehende Ende des Supports für Windows 10 zwang viele Unternehmen zu Hardware-Upgrades, um Sicherheitsrisiken in ihrer Ausrüstung zu vermeiden. Gleichzeitig bewegten Gerüchte über neue Zölle den Handel dazu, Lagerbestände frühzeitig aufzufüllen, bevor internationale Handelsbarrieren die Einfuhrkosten in die Höhe treiben.
Der entscheidende Faktor für die angespannte Lage ist jedoch die Angst vor einer massiven Verknappung von Speicherkomponenten. Der enorme Hunger von KI-Rechenzentren nach DRAM und NAND-Flash lässt für den klassischen Consumer-Markt kaum Kapazitäten übrig. Das liegt technisch bedingt daran, dass die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger auf denselben Wafern basiert wie herkömmlicher Arbeitsspeicher, jedoch deutlich mehr Fläche und Fertigungszeit beansprucht.
Das führte Ende 2025 zu Vorziehkäufen, da sowohl Händler als auch Endanwender versuchen, der für 2026 prognostizierten Preisexplosion zuvorzukommen. Experten gehen davon aus, dass die Verfügbarkeit von SSDs und Arbeitsspeicher in den kommenden Monaten kritisch bleiben wird.
Warnung vor Markt-Volatilität
Wie die Marktanalysten von IDC in ihren vorläufigen Ergebnissen berichten, könnte sich das Marktbild in den kommenden zwölf Monaten drastisch wandeln. Jean Philippe Bouchard, Research Vice President bei IDC, warnt davor, dass das kommende Jahr extrem volatil werden dürfte. Neben den offensichtlichen Preissteigerungen für Komplettsysteme könnten Hersteller dazu übergehen, die Speicherspezifikationen ihrer Geräte im Durchschnitt zu senken, um ihre vorhandenen Bestände an RAM-Modulen zu schonen. Das könnte bedeuten, dass wir im Einstiegssegment wieder häufiger Geräte mit fest verlötetem und knapp bemessenem Arbeitsspeicher sehen werden.Die Situation stellt insbesondere kleinere Anbieter vor existenzielle Herausforderungen. Während große Player wie Lenovo oder HP ihre Marktmacht nutzen können, um sich Zuteilungen bei Speicherherstellern zu sichern, droht kleineren und regionalen Marken das Nachsehen.
Auch für PC-Selbstbauer sieht die Prognose düster aus: Sie müssen sich auf deutlich höhere Komponentenpreise einstellen oder ihre Kaufentscheidungen verschieben. Das Aufrüsten des heimischen Gaming-PCs dürfte im Jahr 2026 zu einer kostspieligen Angelegenheit werden, da Einzelkomponenten im freien Handel noch stärker verknappt werden als OEM-Ware.
Preisanstieg und weniger Leistung
Parallel dazu wird erwartet, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise im Jahr 2026 steigen werden. Um die höheren Kosten für Speicherkomponenten auszugleichen, priorisieren die Hersteller zunehmend Premium- und Mittelklasse-Systeme, bei denen die Margen höher ausfallen. Das Gesamtvolumen der Auslieferungen könnte zwar sinken, der Marktwert insgesamt jedoch steigen, da die gesamte Lieferkette versucht, in diesem eingeschränkten Umfeld Umsätze zu sichern. Das bedeutet für den Endkunden konkret: Weniger Rabattaktionen und stabil hohe Preise auch für ältere Hardware-Generationen.Trotz der drohenden Krise gab es 2025 klare Gewinner, die ihre Lieferketten erfolgreich managen konnten. Die Top-5-Hersteller konnten ihre Positionen festigen:
- Lenovo: 24,9 Prozent Marktanteil (70,8 Millionen Geräte)
- HP: 20,2 Prozent Marktanteil
- Dell: 14,4 Prozent Marktanteil
- Apple: 9,0 Prozent Marktanteil
- Asus: 7,2 Prozent Marktanteil
Besonders im vierten Quartal konnten Lenovo und HP mit zweistelligen Wachstumsraten punkten, was ihre Fähigkeit unterstreicht, auch in schwierigen Lieferketten-Situationen lieferfähig zu bleiben. Apple profitierte zudem von der Einführung der neuen M-Serie, die im Premium-Segment für stabile Absätze sorgte.
Die aktuelle Lage bedeutet, dass Projekte zu Hardware-Upgrades nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten. Die Kombination aus KI-getriebenem Speicherbedarf und dem Windows-Zyklus dürfte das Preisgefüge nachhaltig zuungunsten der Käufer verschieben. Wer jetzt noch Budget hat, sollte schnell investieren, bevor die Lagerbestände der Distributoren bereinigt sind und die neuen Preise durchschlagen.
Habt ihr euch Ende 2025 noch schnell mit neuer Hardware eingedeckt oder wartet ihr ab, bis sich die Lage beruhigt? Schreibt uns eure Strategie für die kommenden Monate gerne in die Kommentare!
Zusammenfassung
- PC-Verkäufe stiegen im vierten Quartal 2025 um 9,6 Prozent auf 76,4 Millionen
- Windows-10-Support-Ende und Zollgerüchte führten zu Vorziehkäufen
- KI-Rechenzentren verursachen kritische Verknappung von Speicherkomponenten
- Experten prognostizieren für 2026 eine Preisexplosion bei RAM und SSDs
- Hersteller könnten Speicherspezifikationen ihrer Geräte durchschnittlich senken
- Große Anbieter wie Lenovo und HP können ihre Marktposition besser behaupten
- Selbstbauer müssen mit deutlich höheren Komponentenpreisen rechnen
Siehe auch:
- Jetzt also doch: Windows 10-Ende lässt den PC-Markt kräftig wachsen
- Drohende Zölle und Windows 10-Ende: PC-Markt wächst deutlich
- Marktanteile PC-Grafikkarten: Intel ist jetzt total irrelevant geworden
- Kaum mehr als Nische: KI-PCs werden dem PC-Markt nicht helfen
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Thema:
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