Jahrelang bestehendes Leck wohl gestopft:
Die ISS ist wieder dicht

Für die Besatzungen der Internationalen Raumstation ISS bringt das neue Jahr zumindest eine positive Sache mit sich: Ein Leck, über das nun schon seit geraumer Zeit Luft in den Weltraum strömte, konnte endlich gestopft werden.

Suche nach winzigem Loch

Nach jahrelanger Unsicherheit gibt es nun wohl Entwarnung bei einem der hartnäckigsten technischen Probleme an Bord der Raumstation. Ein kleiner Abschnitt im russischen Segment der Station, aus dem über Jahre hinweg kontinuierlich Luft ins All entwichen war, scheint wieder dicht zu sein. Das bestätigte inzwischen auch die US-Raumfahrtbehörde NASA.

Betroffen war der sogenannte PrK-Transferkanal, ein schmales Verbindungselement zwischen dem russischen Zvezda-Servicemodul und der Andockschleuse für russische Progress-Frachtraumschiffe. In diesem Bereich waren seit 2019 immer wieder minimale Risse im Material festgestellt worden, die zu einem langsamen, aber messbaren Druckverlust führten. Besonders alarmierend war, dass sich die Leckrate im Jahr 2024 verdoppelte. Die NASA stufte das Problem daraufhin als Risiko mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und potenziell gravierenden Folgen ein.


Nach jüngsten Inspektionen und weiteren Abdichtungsarbeiten habe sich die Lage stabilisiert, hieß es laut eines Berichts von Ars Technica. Der Druck im betroffenen Tunnel halte konstant, erklärte NASA-Sprecher Josh Finch. Sowohl die NASA als auch die russische Raumfahrtagentur Roskosmos wollten den Bereich weiterhin überwachen, um mögliche neue Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Die Suche nach den Lecks hatte sich über Jahre hingezogen. Russische Kosmonauten gingen dabei mit großer Geduld vor: Sie schlossen das Modul regelmäßig vom Rest der Station ab, warteten und suchten nach feinen Staubablagerungen, die auf austretende Luft hindeuteten. Gefundene Risse wurden anschließend mit einem speziellen Dichtmittel namens Germetall-1 versiegelt. Dieser Prozess wiederholte sich immer wieder, nun wohl endlich mit nachhaltigem Erfolg.

Betagtes Bauteil

Obwohl damit ein wichtiges Problem gelöst sein könnte, bleibt die Ursache der Rissbildung ungeklärt. Das Zvezda-Modul ist inzwischen 25 Jahre alt und zählt zu den ältesten noch genutzten Komponenten der ISS. Weitere altersbedingte Schäden lassen sich daher nicht ausschließen. Dennoch werten Experten die aktuelle Entwicklung als wichtigen Erfolg der internationalen Zusammenarbeit im All.

Auch am Boden gibt es vorsichtig positive Signale. Nach einer Beschädigung an der Startrampe 31 im kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur, arbeitet Russland an der Wiederinbetriebnahme. Interne Zeitpläne der NASA gehen inzwischen davon aus, dass ab März 2026 wieder Progress-Raumschiffe starten können. Ein bemannter Sojus-Flug ist weiterhin für Mitte Juli geplant und soll unter anderem den NASA-Astronauten Anil Menon zur ISS bringen.

Zusammenfassung
  • Jahrelanges Luftleck im russischen Teil der ISS wurde endlich gestopft
  • Betroffen war der PrK-Transferkanal zwischen Zvezda-Modul und Andockschleuse
  • Die Leckrate hatte sich im Jahr 2024 verdoppelt und galt als hohes Risiko
  • Russische Kosmonauten nutzten Spezialkleber Germetall-1 für die Reparatur
  • Das 25 Jahre alte Zvezda-Modul könnte weitere altersbedingte Schäden zeigen
  • Ab März 2026 sollen wieder Progress-Raumschiffe vom Weltraumbahnhof starten

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