Russen sollen Weltall-Streubombe gegen Starlink-Netzwerk planen

Nach Erkenntnissen zweier Nachrichtendienste aus NATO-Staaten arbeitet Russland offenbar an einer neuartigen Anti-Satelliten-Waffe, die gezielt das Starlink-Netz von SpaceX treffen soll und Aus­wir­kun­gen auf die gesamte Raumfahrt hätte.
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Gefahr für gesamte Raumfahrt

Das System, intern als "Zonen-Effekt" bezeichnet, würde demnach nicht einzelne Satelliten angreifen, sondern ganze Umlaufbahnen mit Wolken aus winzigen Metallgeschossen übersäen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Ziel sei es demnach, die wachsende Überlegenheit des Westens im All einzudämmen.

Denn diese hat derzeit direkte Folgen für Russland, schließlich kommt sie der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion seit fast vier Jahren erheblich zugute. Starlink liefert der ukrainischen Armee schnelles Internet für Kommunikation, Koordination und Zielerfassung und ist auch für Zivilisten in zerstörten Regionen oft die einzige Verbindung nach außen.


Laut den Geheimdienstinformationen könnten von der neuen Waffe Hunderttausende Pellets freigesetzt werden, möglicherweise von noch zu startenden Kleinsatelliten. Diese Teilchen würden mehrere Satelliten gleichzeitig beschädigen oder außer Gefecht setzen. Fachleute warnen jedoch: Ein solcher Angriff ließe sich kaum kontrollieren und würde nicht nur Starlink, sondern auch andere zivile und militärische Systeme gefährden, darunter auch russische oder chinesische Satelliten.

"Das klingt für mich kaum realistisch", erklärte daher die Raumfahrtsicherheitsexpertin Victoria Samson von der Secure World Foundation. Die Folgen für den gesamten Erdorbit wären so gravierend, dass Moskau sich damit selbst schaden würde. Ähnlich äußerte sich auch Kanadas Brigadegeneral Christopher Horner, der zwar keine konkreten Informationen zu dem Projekt habe, es angesichts früherer US-Erkenntnisse über russische Weltraumwaffen aber nicht für völlig ausgeschlossen hält.

Mögliche Abschreckungswaffe

Der Kreml wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Russland betont offiziell, keine Waffen im All stationieren zu wollen, hatte jedoch zuletzt ein neues bodengestütztes Raketensystem präsentiert, das Ziele in niedrigen Umlaufbahnen erreichen kann.

Die Pellets, von denen die Geheimdienste sprechen, wären nur wenige Millimeter groß und könnten gängigen Überwachungssystemen entgehen. Damit ließe sich ein Angriff schwer eindeutig zuordnen. Experten gehen dennoch davon aus, dass auffällige Ausfälle rasch Verdacht erregen würden. Ob das Projekt mehr als ein theoretisches Gedankenspiel ist, bleibt unklar. Die vorliegenden Informationen nennen weder einen Zeitplan noch Tests. Samson hält es für möglich, dass Forscher solche Konzepte entwickeln, um Aufmerksamkeit und Mittel zu gewinnen, oder um politischen Druck zu erzeugen.

Sollte eine solche Waffe je eingesetzt werden, drohte Chaos im All: Trümmer könnten über Jahre andere Satelliten beschädigen und selbst Raumstationen gefährden. Für viele Beobachter wäre sie daher weniger ein Kriegsinstrument als eine Abschreckungswaffe, geeignet, Gegner einzuschüchtern, ohne je abgefeuert zu werden.

Zusammenfassung
  • Russland entwickelt Weltraumwaffe mit Metallgeschossen gegen Starlink
  • Abwehr soll durch Freisetzen hunderttausender Metallpellets erfolgen
  • Ziel ist Eindämmung der westlichen Überlegenheit im All
  • Angriff würde unkontrollierbare Gefahr für alle Weltraumsysteme darstellen
  • Experten halten das Konzept für unrealistisch und selbstschädigend
  • Mögliches Abschreckungspotenzial ohne tatsächlichen Einsatz der Waffe

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