Erstes komplett KI-generiertes Game per spielbarer Demo veröffentlicht

Das Spiel Codex Mortis sorgt derzeit für Diskussionen in der Entwicklerszene und bei Gamern. Denn es beansprucht für sich, das weltweit erste Videospiel zu sein, das zu 100 Prozent mit KI-Hilfe erschaffen wurde - von der Grafik bis zum Programmcode.

Codex Mortis als Pionierleistung?

Auf Steam ist kürzlich ein neues Projekt aufgetaucht, das für sich beansprucht, einen technischen Meilenstein zu setzen und damit für Aufsehen sorgt. Der Titel "Codex Mortis" wird vom Entwickler GROLAF als das weltweit erste Videospiel beworben, das vollständig durch Künstliche Intelligenz erschaffen wurde. Das Spiel ist im Genre der "Bullet Hell" angesiedelt, bei dem Spieler riesige Gegnerhorden abwehren müssen. Spielerisch sowie optisch weist der Titel starke Parallelen zum Indie-Hit "Vampire Survivors" auf und steht seit Mitte Dezember 2025 als spielbare Demo zur Verfügung.

Der Entwickler, der in Communitys wie Reddit auch unter dem Pseudonym Crunchfest auftritt, gibt an, für das Projekt bewusst auf gängige Industrie-Standards verzichtet zu haben. Es kam keine herkömmliche Game-Engine wie Unity oder Unreal zum Einsatz. Stattdessen basiert der Code auf reinem TypeScript. Für das visuelle Rendering wird die Bibliothek PIXI.js genutzt, während "bitECS" das Entity-Component-System verwaltet. Die gesamte Anwendung wird durch das Framework Electron als Desktop-App bereitgestellt, was für performante Action-Spiele eher ungewöhnlich ist.

Codex Mortis: Offizieller Trailer zur Demo des KI-generierten Spiels

Provokation als Marketing-Strategie

Wie Insider Gaming berichtet, wurden die PR-Materialien für die Demo offensiv mit dem Hinweis auf den reinen KI-Ursprung verbreitet. Das Marketing zielt dabei bewusst auf Konfrontation mit Kritikern der Technologie ab. In einem Trailer wird eine Dämonenfigur, die explizit mit dem Label "AI Antis" (KI-Gegner) versehen ist, von einem Zauberer vernichtet. Das Video selbst weist dabei typische Artefakte generativer Video-KI auf, was die Herkunft der Inhalte zusätzlich unterstreicht und die Diskussion anheizen soll.

Für die Erstellung des Spiels kamen laut den Angaben des Entwicklers verschiedene spezialisierte KI-Modelle zum Einsatz:

  • Claude Code (Opus 4.1 und 4.5): Diese Modelle von Anthropic übernahmen das Schreiben des Codes sowie der Shader für komplexe Animationen.
  • ChatGPT: Der Chatbot von OpenAI wurde primär für die Generierung aller grafischen Assets, Artworks und Textelemente genutzt.

Der Prozess des Programmierens per KI wird auch als "Vibe-Coding" beschrieben. Dieser Begriff bezeichnet eine Arbeitsweise, bei der der Mensch kaum noch Syntax schreibt, sondern die KI lediglich durch Prompts steuert und die Ergebnisse überwacht - ähnlich einem Regisseur. Das konkrete Ziel war es, so Crunchfest, zu beweisen, dass moderne Sprachmodelle in der Lage sind, komplexe Softwarearchitekturen ohne tiefgreifende menschliche Eingriffe im Code zu realisieren.

Der gesamte Entwicklungsprozess dauerte nach Angaben des Machers lediglich drei Monate. Er vergleicht die Nutzung der KI-Tools mit einem "Exoskelett für Bauarbeiter", da es die mentale Belastung beim Programmieren massiv reduziere und die Effizienz steigere. Qualitativ sieht das Spiel natürlich entsprechend aus: Während einige Nutzer die technische Machbarkeit loben, merken andere an, dass dem Spiel die kreative Tiefe fehle - und es eben wie übelster KI-"Slop" aussieht.

Was haltet ihr von der Entwicklung, dass Spiele komplett von einer KI erstellt werden? Seht ihr darin die Zukunft der Indie-Szene oder überwiegen für euch die Nachteile in Bezug auf Kreativität und Qualität? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare.

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