Vine ist mit Tausenden alter Videos "von den Toten zurückgekehrt"
Fast zehn Jahre nach dem Aus von Vine kehrt die Kultplattform in neuer Form zurück. "Divine" heißt die App, die von einem Team um den früheren Twitter-Entwickler Evan Henshaw-Plath gemeinsam mit Twitter-Mitgründer Jack Dorsey ins Leben gerufen wurde.
Vine war Anfang der 2010er Jahre ein kulturelles Phänomen. Das Konzept: Videos mit einer maximalen Länge von sechs Sekunden, die in Endlosschleife abgespielt wurden, etwas Ähnliches gab es lange Zeit nicht. Viele heutige Stars der Social-Media-Szene, darunter Shawn Mendes, Logan Paul oder King Bach, starteten ihre Karriere auf der Plattform. 2016 stellte Twitter den Dienst ein, ein Jahr später wurde auch das Archiv abgeschaltet.
Nun hat "Divine" einen Teil dieses Archivs wiederbelebt. Rund 150.000 bis 200.000 Clips von etwa 60.000 ehemaligen Vine-Nutzern konnten aus alten Datensicherungen rekonstruiert werden, die von Freiwilligen der sogenannten Archive Team gerettet wurden. Das Videomaterial umfasst laut Projektteam rund 40 bis 50 Gigabyte.
Henshaw-Plath entwickelte eigens Skripte, um die Binärdateien zu entschlüsseln und die Inhalte, inklusive einiger Profile und Kommentare, wiederherzustellen. Doch "Divine" will mehr sein als nur ein digitales Museum. Nutzer können selbst neue Sechs-Sekunden-Videos hochladen, Hashtags durchsuchen oder alte Vine-Accounts reaktivieren, sofern sie ihre frühere Identität über verknüpfte soziale Netzwerke bestätigen können.
Besonderes Augenmerk legt das Team auf Authentizität. Mit dem sogenannten ProofMode soll die App helfen, echte Aufnahmen von KI-generierten Inhalten zu unterscheiden. Dazu werden Videos mit kryptografischen Nachweisen versehen - etwa Geräteinformationen und digitale Signaturen -, um ihre Echtheit zu bestätigen.
Hinter der Wiederbelebung steckt auch eine Haltung: Man will nun, so das Divine-Team, "eine kreative Kultur aus der Zeit vor der KI" erhalten. Damit positioniert sich die Plattform bewusst gegen den Trend synthetischer Inhalte, der derzeit viele soziale Netzwerke prägt.
"Divine" steht ab sofort für Android, iOS und im Web bereit. Der gesamte Quellcode ist zudem auf GitHub öffentlich zugänglich - ganz im Sinne der Transparenz, die das Projekt auszeichnet.
Siehe auch:
Vine erlebt ein digitales Comeback
Ziel ist es, das kreative Erbe des einstigen Kurzvideo-Dienstes zu bewahren - und zugleich eine moderne Neuauflage zu bieten (via TechCrunch).Vine war Anfang der 2010er Jahre ein kulturelles Phänomen. Das Konzept: Videos mit einer maximalen Länge von sechs Sekunden, die in Endlosschleife abgespielt wurden, etwas Ähnliches gab es lange Zeit nicht. Viele heutige Stars der Social-Media-Szene, darunter Shawn Mendes, Logan Paul oder King Bach, starteten ihre Karriere auf der Plattform. 2016 stellte Twitter den Dienst ein, ein Jahr später wurde auch das Archiv abgeschaltet.
Nun hat "Divine" einen Teil dieses Archivs wiederbelebt. Rund 150.000 bis 200.000 Clips von etwa 60.000 ehemaligen Vine-Nutzern konnten aus alten Datensicherungen rekonstruiert werden, die von Freiwilligen der sogenannten Archive Team gerettet wurden. Das Videomaterial umfasst laut Projektteam rund 40 bis 50 Gigabyte.
Henshaw-Plath entwickelte eigens Skripte, um die Binärdateien zu entschlüsseln und die Inhalte, inklusive einiger Profile und Kommentare, wiederherzustellen. Doch "Divine" will mehr sein als nur ein digitales Museum. Nutzer können selbst neue Sechs-Sekunden-Videos hochladen, Hashtags durchsuchen oder alte Vine-Accounts reaktivieren, sofern sie ihre frühere Identität über verknüpfte soziale Netzwerke bestätigen können.
Besonderes Augenmerk legt das Team auf Authentizität. Mit dem sogenannten ProofMode soll die App helfen, echte Aufnahmen von KI-generierten Inhalten zu unterscheiden. Dazu werden Videos mit kryptografischen Nachweisen versehen - etwa Geräteinformationen und digitale Signaturen -, um ihre Echtheit zu bestätigen.
Hinter der Wiederbelebung steckt auch eine Haltung: Man will nun, so das Divine-Team, "eine kreative Kultur aus der Zeit vor der KI" erhalten. Damit positioniert sich die Plattform bewusst gegen den Trend synthetischer Inhalte, der derzeit viele soziale Netzwerke prägt.
"Divine" steht ab sofort für Android, iOS und im Web bereit. Der gesamte Quellcode ist zudem auf GitHub öffentlich zugänglich - ganz im Sinne der Transparenz, die das Projekt auszeichnet.
Zusammenfassung
- Divine belebt als Nachfolger der Kurzvideo-App Vine das Erbe wieder auf
- Etwa 150.000 bis 200.000 alte Vine-Clips wurden aus Archivdaten gerettet
- Nutzer können neue Sechs-Sekunden-Videos hochladen und alte Profile nutzen
- ProofMode-Funktion hilft, authentische Videos von KI-generierten zu unterscheiden
- Die App positioniert sich bewusst gegen den Trend synthetischer Inhalte
- Divine ist für Android, iOS und im Web verfügbar mit öffentlichem Quellcode
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