Twitter-Chef Jack Dorsey tritt nach anhaltendem Druck komplett zurück

Twitter-Gründer und CEO Jack Dorsey macht Schluss. Investoren hatten anhaltend Druck gemacht, weil Dorsey dem Unternehmen wegen einer zweiten Firma nicht seine volle Aufmerksamkeit gewidmet hatte. Die Nachfolge ist auch schon geklärt und startet sofort.
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Twitter hat bald einen neuen Chef, der alte geht komplett

"just setting up my twttr": mit diesen Worten hatte Jack Dorsey am 21. März 2006 das erste Mal das getan, was der Welt später als "twittern" bekannt sein sollte. Gut 16 Jahre später muss der Gründer jetzt zwar nicht seinen Twitter-Account, aber die Zügel des Unternehmens wieder abgeben, das er selbst gegründet hatte. Nachdem CNBC und Reuters entsprechend berichtet hatten, macht es Dorsey heute dann selbst offiziell: "Ich weiß nicht, ob es schon jemand mitbekommen hat, aber, ich habe bei Twitter gekündigt."

Der jetzt Ex-Chef bemüht sich sehr darum zu betonen, dass er die Entscheidung zum Ausscheiden aus dem Unternehmen alleine getroffen habe. Er widerspreche klar der Idee, dass es für Unternehmen wichtig sei, "Gründer-geführt" zu bleiben. "Ich glaube daran, dass es für ein Unternehmen wichtig ist, auf eigenen Beinen zu stehen, frei von Einfluss und Ausrichtung der Gründer", so Dorsey.

Der Rücktritt vom CEO-Posten wird dabei sofort vollzogen, im Mai scheidet Dorsey dann auch aus dem Aufsichtsrat aus und verlässt das Unternehmen komplett. Die Nachfolge ist ebenfalls schon geklärt: Mit dem heutigen Tag darf der bisherige Technikchef Parag Agrawal im Chefsessel bei Twitter Platz nehmen. Dieser sei einstimmig vom Aufsichtsrat ernannt worden und war schon lange ein Vertrauter des ausscheidenden Chefs.

Andere Sachen zu tun

Viele Beobachter sehen für den Rücktritt aber einen klaren weiteren Grund. Dorsey hatte neben dem Kurznachrichtendienst auch den Bezahldienst Square gegründet und nach seiner Rückkehr an die Führungsspitze von Twitter im Jahr 2015 die beiden Unternehmen gleichzeitig angeführt. Seit dem wollte die Kritik wegen dieser Doppel-CEO-Rolle aber nicht abreißen.
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