Foto-Riese Getty scheitert mit Urheberrechts-Klage gegen KI-Tool

Die für Stable Diffusion verantwortliche Firma Stability AI gewinnt größtenteils in wegweisendem Urheberrechtsverfahren gegen Getty Images. Ein Londoner Gericht sieht keine Urheberrechtsverletzung durch KI-Training, doch zentrale Fragen bleiben dennoch offen.
Klage, Gericht, Gesetz, Urteil, Stockfotos, Recht, Recht und Ordnung, Gerichtsurteil, Justiz, Gerichtsverfahren, Verurteilung, Verurteilt, Gesetze, Justitia, Gerechtigkeit, Gesetzesgrundlage, Göttin der Gerechtigkeit, Hammer

KI-Unternehmen gewinnt wichtiges Urheberrechtsverfahren

Das KI-Unternehmen Stability AI hat am Dienstag einen bedeutsamen Sieg vor dem britischen High Court errungen. Die Bildagentur Getty Images scheiterte mit dem Großteil ihrer Klage gegen den Entwickler des beliebten KI-Bildgenerators Stable Diffusion. Das Verfahren galt als wegweisend für die Frage, ob KI-Modelle urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis zum Training nutzen dürfen.

Getty Images hatte Stability AI vorgeworfen, zwölf Millionen Bilder von der Website der Agentur ohne Genehmigung verwendet zu haben, um Stable Diffusion zu trainieren. Das Unternehmen sah sowohl seine Urheberrechte als auch seine Markenrechte verletzt, da einige von der KI generierte Bilder Getty-Wasserzeichen enthielten. Die Klage wurde ursprünglich im Februar 2023 eingereicht und entwickelte sich zu einem der prominentesten Rechtsstreitigkeiten zwischen traditionellen Medienunternehmen und der aufstrebenden KI-Industrie.


Nach Angaben von Reuters wurden die ursprünglichen Urheberrechtsansprüche während des dreiwöchigen Prozesses im Juni teilweise aufgrund mangelnder Beweise darüber, wo das KI-Training tatsächlich stattfand, zurückgezogen. Stability argumentierte erfolgreich, dass das Training auf Amazon-Servern außerhalb Großbritanniens erfolgte, was die Zuständigkeit des britischen Gerichts infrage stellte.

Richterin sieht keine Urheberrechtsverletzung

Richterin Joanna Smith wies die Urheberrechtsklage zurück und urteilte, dass Stable Diffusion keine urheberrechtlich geschützten Werke speichere oder reproduziere. Das Gericht befand, dass das KI-System lediglich statistische Muster aus den Trainingsdaten extrahiere, ohne die ursprünglichen Werke zu kopieren oder zu speichern. Lediglich bei der Markenrechtsverletzung gab sie Getty teilweise recht, bezeichnete ihre Erkenntnisse jedoch als "historisch und extrem begrenzt im Umfang".

Das Urteil basierte auf der technischen Funktionsweise von Stable Diffusion, einem sogenannten Diffusionsmodell, das 2022 von Stability AI veröffentlicht wurde. Das System lernt durch die Analyse von Millionen von Bildern, wie es neue Bilder basierend auf Textbeschreibungen generieren kann. Dabei werden die ursprünglichen Trainingsdaten nicht gespeichert, sondern nur mathematische Gewichtungen, die das gelernte Wissen repräsentieren.

Das Verfahren ist Teil einer Welle von über 50 Urheberrechtsklagen gegen KI-Unternehmen weltweit. Anthropic einigte sich kürzlich auf eine Zahlung von 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) zur Beilegung einer Sammelklage von Autoren, während Warner Bros., Disney und Universal ähnliche Klagen gegen andere KI-Anbieter eingereicht haben. Auch OpenAI, der Entwickler von ChatGPT und DALL-E, ist mit mehreren Urheberrechtsklagen konfrontiert.

Verfahren in den USA

Getty Images führt parallel ein ähnliches Verfahren in den USA, das ursprünglich 2023 in Delaware eingereicht und im August nach San Francisco verlegt wurde. Das Unternehmen will die Erkenntnisse aus dem britischen Verfahren in dem US-Prozess verwenden.

Stability AI begrüßte das Urteil und erklärte über seinen Chefjuristen Christian Dowell, dass damit "die Urheberrechtsbedenken als Kernproblem gelöst seien". Getty hingegen forderte stärkere Transparenzregeln von Regierungen, um kostspielige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Das Unternehmen argumentiert, dass KI-Firmen offenlegen sollten, welche Daten sie für das Training verwenden, um Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.

Was haltet ihr von diesem wegweisenden Urteil? Diskutiert gerne eure Meinung zu KI und Urheberrecht in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Stability AI gewinnt großteils im Urheberrechtsstreit gegen Getty Images
  • Gericht: KI-Training mit Getty-Bildern verletzt keine Urheberrechte
  • Stable Diffusion speichert laut Urteil nur Muster, keine Originalwerke
  • Teilweise Erfolg für Getty bei der Klage wegen Markenrechtsverletzung
  • Urteil könnte wegweisend für mehr als 50 ähnliche KI-Klagen weltweit sein
  • Paralleles Verfahren zwischen beiden Unternehmen läuft in den USA
  • Getty fordert mehr Transparenz darüber, welche Daten für KI-Training genutzt werden

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!