Solarenergie ist erstmals die größte Stromquelle in der EU

Solarstrom hat sich im zweiten Quartal 2025 zur führenden Energiequelle in der Europäischen Union entwickelt. Nach Angaben des Statistikamts Eurostat stammten zwischen April und Juli rund 19,9 Prozent des erzeugten Stroms aus Photovoltaik-Anlagen.
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Wachstum flacht ab

Das entspricht einer Gesamtmenge etwa 122.000 Gigawattstunden. Im Juni erreichte die Solarenergie sogar einen Anteil von 22 Prozent und übertraf damit erstmals alle anderen Stromquellen, einschließlich Kernkraft und Wind.

Der Erfolg der Photovoltaik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Ausbau neuer Kapazitäten in Europa insgesamt an Dynamik verliert. Hintergrund sind das Auslaufen staatlicher Förderungen für private Solaranlagen sowie die nachlassenden Auswirkungen der Energiekrise von 2022, die den Markt zuvor stark befeuert hatte. Dennoch verdeutlichen die aktuellen Eurostat-Zahlen die zunehmende Bedeutung der Solarenergie und erneuerbarer Energien insgesamt. Erneuerbare Energien in Europa Q2 2025 Ein weiterer Faktor für die hohe Stromproduktion war die außergewöhnlich starke Sonneneinstrahlung in diesem Jahr. Nach Berechnungen des Wetterdatenanbieters Solargis lag die Strahlungsintensität im Frühjahr etwa 50 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt - ein Plus, das vor allem in Westeuropa zu Buche schlug.


Auch beim Anteil erneuerbarer Energien insgesamt zeigen sich große regionale Unterschiede. In Dänemark, Lettland und Österreich lag der Anteil von Ökostrom im zweiten Quartal jeweils über 90 Prozent. Spitzenreiter war Dänemark mit knapp 95 Prozent. Besonders starke Zuwächse verzeichneten Luxemburg und Belgien, wo der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahresvergleich um 13,5 beziehungsweise 9,1 Prozentpunkte stieg - jeweils vor allem dank Solarstrom.

Bedeutung wächst

Trotz des Rekordanteils von Photovoltaik erwarten Branchenverbände ein Abflachen des Wachstums. SolarPower Europe prognostiziert für 2025 lediglich einen Kapazitätszuwachs von zehn Prozent, nach 33 Prozent im Vorjahr und 87 Prozent im Jahr 2023. Neben dem Rückgang der außergewöhnlich hohen Wachstumsraten nach der Energiekrise nennen die Experten geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und ein schwaches wirtschaftliches Umfeld als Gründe für die Entwicklung.

Die aktuellen Daten unterstreichen jedoch: Selbst wenn das Tempo beim Ausbau nachlässt, ist Solarstrom längst im Zentrum der europäischen Energieversorgung angekommen - und dürfte auch in den kommenden Jahren eine wachsende Rolle spielen.
Zusammenfassung
  • Solarstrom wurde mit 19,9 Prozent zur führenden Energiequelle der EU
  • Im Juni erreichte Photovoltaik einen Rekordanteil von 22 Prozent am Strommix
  • Trotz nachlassender Dynamik beim Ausbau bleibt Solarenergie bedeutend
  • Außergewöhnlich starke Sonneneinstrahlung sorgte für hohe Stromproduktion
  • Dänemark führt mit knapp 95 Prozent Ökostromanteil die EU-Statistik an
  • Luxemburg und Belgien verzeichneten die stärksten Zuwächse bei Erneuerbaren
  • Experten erwarten für 2025 nur noch zehn Prozent Kapazitätszuwachs

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