Pistorius: Deutschland wird auch im Weltraum kräftig aufrüsten
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat eine grundlegende Wende in der deutschen Weltraumpolitik angekündigt. Bei einem Branchentreffen in Berlin erklärte er am Donnerstag, es sei an der Zeit, auch über offensive Fähigkeiten im All nachzudenken.
Bis 2030 will die Bundesregierung 35 Milliarden Euro in die Sicherheit im Weltraum investieren. Geplant sind neue Satellitenkonstellationen für Aufklärung, Kommunikation und Frühwarnung, der Ausbau von Bodenstationen sowie verbesserte Cyberabwehr. Zudem sollen Teleskope und Radaranlagen den Überblick über das dichte Verkehrsaufkommen im Orbit gewährleisten.
Pistorius betonte, Deutschland sei bereit, mehr Verantwortung innerhalb von NATO und EU zu übernehmen. Gemeinsam mit Frankreich arbeitet Berlin bereits an einem satellitengestützten Raketenwarnsystem.
Besondere Sorge bereiten den europäischen Militärs derzeit russische "Luch/Olymp"-Satelliten. Sie manövrieren regelmäßig in die Nähe westlicher Kommunikationssatelliten, auch solcher der Firma Intelsat, die von der Bundeswehr genutzt werden. Fachleute gehen davon aus, dass Moskau damit Kommunikationsdaten abfängt oder Verfahren für künftige Angriffe testet. Bereits in der Vergangenheit hatten Frankreich und die USA diese Praktiken als "unfreundlich" und spionageähnlich kritisiert.
Mit Blick auf die zunehmenden Spannungen im All machte Pistorius deutlich: "Die Konflikte der Zukunft werden nicht nur auf der Erde ausgetragen, sondern auch im Orbit."
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Russische Satelliten im Visier
Anlass dafür seien zwei russische Aufklärungssatelliten, die derzeit zwei von der Bundeswehr genutzte Kommunikationssatelliten beobachten. "Satelliten sind die Achillesferse moderner Gesellschaften", warnte Pistorius. Wer diese Systeme angreife, könne ganze Staaten lahmlegen. Russland und China hätten ihre militärischen Kapazitäten im All massiv ausgebaut - vom Stören und Blenden bis hin zur möglichen Zerstörung gegnerischer Systeme. "Sie sind dort unsere unmittelbaren Nachbarn", so der Minister.Bis 2030 will die Bundesregierung 35 Milliarden Euro in die Sicherheit im Weltraum investieren. Geplant sind neue Satellitenkonstellationen für Aufklärung, Kommunikation und Frühwarnung, der Ausbau von Bodenstationen sowie verbesserte Cyberabwehr. Zudem sollen Teleskope und Radaranlagen den Überblick über das dichte Verkehrsaufkommen im Orbit gewährleisten.
Pistorius betonte, Deutschland sei bereit, mehr Verantwortung innerhalb von NATO und EU zu übernehmen. Gemeinsam mit Frankreich arbeitet Berlin bereits an einem satellitengestützten Raketenwarnsystem.
Tabubruch in Berlin
Ein Tabubruch zeichnet sich bei den sogenannten Anti-Satelliten-Waffen ab: Bisher hatte Deutschland deren Entwicklung ausgeschlossen, doch Pistorius sieht eine Debatte darüber nun als unvermeidlich. Hintergrund ist auch, dass Europa unabhängiger von den USA werden will - sowohl bei der Nutzung von Satelliten als auch bei deren Start. Zwar steht mit der Ariane 6 eine neue europäische Trägerrakete bereit, doch fehlt ihr die Wiederverwendbarkeit amerikanischer Systeme wie SpaceX, was Kosten und Startfrequenzen einschränkt.Besondere Sorge bereiten den europäischen Militärs derzeit russische "Luch/Olymp"-Satelliten. Sie manövrieren regelmäßig in die Nähe westlicher Kommunikationssatelliten, auch solcher der Firma Intelsat, die von der Bundeswehr genutzt werden. Fachleute gehen davon aus, dass Moskau damit Kommunikationsdaten abfängt oder Verfahren für künftige Angriffe testet. Bereits in der Vergangenheit hatten Frankreich und die USA diese Praktiken als "unfreundlich" und spionageähnlich kritisiert.
Mit Blick auf die zunehmenden Spannungen im All machte Pistorius deutlich: "Die Konflikte der Zukunft werden nicht nur auf der Erde ausgetragen, sondern auch im Orbit."
Zusammenfassung
- Pistorius kündigt offensive Weltraumfähigkeiten für Deutschland an
- Russische Aufklärungssatelliten beobachten deutsche Kommunikationssysteme
- Bundesregierung investiert bis 2030 etwa 35 Milliarden Euro in Weltraumsicherheit
- Deutschland und Frankreich entwickeln gemeinsames Raketenwarnsystem
- Debatte über Anti-Satelliten-Waffen wird als unvermeidlich betrachtet
- Russische Luch/Olymp-Satelliten gefährden westliche Kommunikationssatelliten
- Zukünftige Konflikte werden laut Pistorius auch im Orbit ausgetragen
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