Kunden in Prime getrickst:
Amazon einigt sich auf Milliardenvergleich

Auf den Handelskonzern Amazon kommen wegen des Umgangs mit seinem Prime-Angebot jetzt Zahlungen in Milliardenhöhe zu. Damit schafft man den Vorwurf aus der Welt, Kunden mit irreführenden Praktiken zum Abschluss eines Prime-Abonnements verleitet zu haben.
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Kündigung künstlich erschwert

In den USA hatte die Federal Trade Commission (FTC) gegen Amazon geklagt, das Verfahren endet nun in einem außergerichtlichen Vergleich. Das Unternehmen zahlt 2,5 Milliarden Dollar, um die Klage beizulegen. In der Sache ging es neben den problematischen Praktiken zur Kundengewinnung auch darum, dass der Kündigungsprozess absichtlich erschwert worden sei.

Nach Angaben der FTC sollen 1,5 Milliarden Dollar in einen Entschädigungsfonds fließen, aus dem betroffene Nutzer Rückzahlungen erhalten können. Die restliche Milliarde wird als zivilrechtliche Strafe verbucht. Im Rahmen des Vergleichs verpflichtet sich Amazon zudem, beim Bezahlvorgang künftig eine gut sichtbare Möglichkeit einzubauen, Prime abzulehnen, und den Kündigungsvorgang zu vereinfachen.


Als Schuldeingeständnis soll die Einigung nicht angesehen werden - zumindest sieht man es seitens des Konzerns so: "Amazon und unsere Führungskräfte haben stets im Einklang mit dem Gesetz gehandelt. Mit dieser Einigung können wir uns wieder voll darauf konzentrieren, für unsere Kundinnen und Kunden zu innovieren", erklärte Mark Blafkin, ein ranghoher Manager des Konzerns. Man arbeite kontinuierlich daran, den Abschluss und die Beendigung einer Prime-Mitgliedschaft so transparent wie möglich zu gestalten und biete darüber hinaus "erheblichen Mehrwert" für Millionen treuer Abonnenten weltweit.

Immer wieder Dark Patterns

Die Klage war 2023 eingereicht worden. Die FTC warf Amazon vor, sogenannte "Dark Patterns" einzusetzen - also manipulative Designelemente, die Verbraucher unbewusst zu bestimmten Entscheidungen drängen. Demnach habe das Unternehmen gezielt auf intransparente und irreführende Nutzeroberflächen gesetzt, um Anmeldungen zu fördern und Kündigungen zu erschweren. Nach Ansicht der Behörde verstieß Amazon damit gegen den FTC Act sowie den Restore Online Shoppers' Confidence Act.

Das Verfahren begann erst zu Wochenbeginn in Seattle und war auf mehrere Wochen angesetzt. Doch noch bevor die ersten Zeugenaussagen erfolgten, kam es zu dem überraschenden Vergleich. Es handelt sich um eine der größten Verbraucherschutzregelungen in der US-Geschichte. Strategisch kommt der Zeitpunkt für die Einigung gelegen: Anfang Oktober startet das Unternehmen mit den "Prime Big Deal Days" in ein wichtiges Herbstgeschäft, negative Schlagzeilen aus der Verbraucherschutz-Ecke könnten da störend wirken.

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Zusammenfassung
  • Amazon zahlt 2,5 Milliarden Dollar zur Beilegung der FTC-Klage
  • Vorwurf: Irreführende Praktiken bei Prime-Anmeldung und Kündigung
  • 1,5 Milliarden Dollar fließen in Entschädigungsfonds für Nutzer
  • Amazon verpflichtet sich zu transparenteren An- und Abmeldeprozessen
  • FTC kritisierte Einsatz von manipulativen "Dark Patterns"
  • Konzern bestreitet Fehlverhalten trotz der milliardenschweren Einigung
  • Vergleich erfolgte überraschend vor Beginn der Zeugenaussagen

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