Raumfahrt: China schließt auf und könnte die USA schon bald überholen

Ein neuer Bericht zur Entwicklung des chinesischen Raumfahrtprogramms zeichnet ein eindringliches Bild: China hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte erzielt und könnte die USA in zentralen Bereichen der Raumfahrt bald überholen.
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CMSA

Bedeutende Fortschritte

Zu diesem Schluss kommt die Analyse "Redshift", die am Dienstag von der US-amerikanischen Commercial Spaceflight Federation veröffentlicht wurde. Der Politikwissenschaftler Jonathan Roll, Mitautor der Studie und Analyst an der Arizona State University, hatte bereits während seines Masterstudiums erste Recherchen zum Thema angestellt. Heute, drei Jahre später, zeigt er sich überrascht von der Dynamik: "Fast alles, was ich damals aufgeschrieben habe, ist inzwischen überholt. China hat auf allen Ebenen bedeutende Fortschritte gemacht."

Laut des Berichts geht der Aufschwung auf eine Entscheidung der chinesischen Regierung aus dem Jahr 2014 zurück. Mit dem sogenannten "Dokument 60" wurde privaten Firmen erlaubt, staatliche Technologien zu lizenzieren und privates Kapital in die zivile Raumfahrt zu investieren. Gleichzeitig verpflichtet sich die Industrie, neue Entwicklungen bei Bedarf dem Militär zur Verfügung zu stellen.


Seither ist ein regelrechter Boom entstanden, der eindrucksvolle Zahlen hervorbringt: Das jährliche Investment in kommerzielle Raumfahrt ist von 164 Millionen Dollar im Jahr 2016 auf fast 3 Milliarden Dollar im Jahr 2022 gestiegen. China betreibt inzwischen sechs Raumfahrtzentren, fördert über ein Dutzend private Raketenfirmen und hat mehr als 80 internationale Kooperationsprojekte auf den Weg gebracht.

USA müssen handeln

Mit der Raumstation Tiangong positioniert sich das Land zudem als möglicher Nachfolger der Internationalen Raumstation, die 2030 außer Dienst gestellt werden soll. Denn westliche Alternativen werden zwar erwogen, es ist aber zweifelhaft, ob diese rechtzeitig fertiggestellt werden können, um die ISS direkt zu beerben.

Während die NASA mit Verzögerungen beim Artemis-Programm kämpft, arbeitet China außerdem planmäßig an Missionen zum Mond und zum Mars. Regionale Innovationszentren in Metropolen wie Peking, Shanghai oder Chengdu bringen Wissenschaft, Industrie und Staat eng zusammen. Für die USA ergibt sich daraus ein entsprechender Handlungsdruck. Zwar sei das Land in vielen Bereichen, vor allem dank privater Akteure wie SpaceX, noch führend. Doch ohne gezielte Investitionen drohe in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein Machtwechsel im All.

Zusammenfassung
  • China macht rasante Fortschritte in der Raumfahrt und könnte die USA bald überholen
  • Privatisierung seit 2014 führte zu enormem Wachstum der chinesischen Raumfahrtindustrie
  • Investitionen in kommerzielle Raumfahrt sind auf fast 3 Milliarden Dollar gestiegen
  • Raumstation Tiangong könnte die alternde ISS als Nachfolger ablösen
  • China arbeitet planmäßig an Mond- und Marsmissionen trotz US-Verzögerungen
  • Ohne gezielte US-Investitionen droht in 5-10 Jahren ein Machtwechsel im All

Siehe auch:


Bresser National Geographic
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