DDR5-Attacke: Rowhammer-Variante umgeht alle Schutzmaßnahmen

Forscher durchbrachen mit einer neuen Rowhammer-Attacke Phoenix alle DDR5-Schutzmaßnahmen. In nur 109 Sekunden erlangen Angreifer Root-Zugriff auf Standard-Desktopsysteme. Getestet wurden SK Hynix-Module von 2021 bis 2024.
Sicherheit, Sicherheitslücke, Hacker, Security, Malware, Angriff, Hack, Linux, Kriminalität, Server, Virus, Verschlüsselung, Schadsoftware, Cybersecurity, Exploit, Cybercrime, Hacking, Hackerangriff, Ransomware, Börse, Internetkriminalität, Erpressung, Darknet, Aktie, Hacker Angriff, Aktien, Hacker Angriffe, Aktienkurs, Hacken, Attack, Ransom, Hacks, Cyberangriff, Kurs, Crime, Schlüssel, Russische Hacker, schloss, Gehackt, Schädling, Cyberwar, China Hacker, Shell, Cyberattacke, Verschlüsselungs Software, Verschlüsselt, Auslastung, Top

Phoenix knackt DDR5-Speicher in Rekordzeit

Forscher der ETH Zürich und Google haben eine neue Variante der Rowhammer-Attacke entwickelt, die als Phoenix bezeichnet wird und die ausgereiften Schutzmechanismen von DDR5-Speicherchips des südkoreanischen Herstellers SK Hynix umgeht. Die Attacke ermöglicht es Angreifern, Root-Zugriff auf ein DDR5-System mit Standardeinstellungen in gerade einmal 109 Sekunden zu erlangen.

Die Rowhammer-Schwachstelle nutzt eine physikalische Eigenschaft von DRAM-Speicher aus, bei der das wiederholte Zugreifen auf eine Speicherzeile elektrische Störungen verursacht, die Bit-Flips in benachbarten Zeilen auslösen können. Diese Technik ist nicht neu und wurde erstmals 2014 entdeckt. Sie galt aber mit der Einführung von DDR5 und dessen Target Row Refresh (TRR)-Mechanismus als weitgehend entschärft.

Wie aus einem Google-Blogbeitrag hervorgeht (via The Hacker News), konnten die Forscher jedoch per Reverse Engineering der komplexen Schutzmaßnahmen, die Hynix gegen Rowhammer implementiert hatte, entdecken, dass bestimmte Refresh-Intervalle nicht von der Abwehrmaßnahme erfasst wurden. Diese Lücke machten sich die Wissenschaftler in weiterer Folge zunutze, um ihre Phoenix-Attacke zu entwickeln.


Mit ihrem Modell konnten die Forscher Bit-Flips auf allen 15 DDR5-Speicherchips im Testpool auslösen und den ersten Rowhammer-Privilege-Escalation-Exploit erstellen. Phoenix betrifft alle DIMM-RAM-Module, die zwischen Januar 2021 und Dezember 2024 produziert wurden. Die Tests wurden bisher (nur) an DDR5-Produkten von Hynix durchgeführt, dieser ist aber mit einem geschätzten Marktanteil von 36 Prozent der weltweit größte Speicherchip-Hersteller.

In einem Test zielten die Forscher auf RSA-2048-Schlüssel einer co-lokalisierten virtuellen Maschine ab, um die SSH-Authentifizierung zu brechen, und stellten fest, dass 73 Prozent der DIMMs anfällig sind. In einer dritten Bewertung fanden sie heraus, dass sie das Sudo-Binary verändern konnten, um ihre lokalen Privilegien auf Root-Level bei 33 Prozent der getesteten Chips zu erhöhen.

Selbstkorrigierende Synchronisation

Die zentrale Innovation hinter der Phoenix-Attacke ist eine Technik, die die Forscher als "selbstkorrigierende Synchronisation" bezeichnen. Anstatt zu versuchen, verpasste Refresh-Befehle zu vermeiden, ist Phoenix darauf ausgelegt, zu erkennen, wenn ein Refresh verpasst wurde, und das Hammering-Muster entsprechend automatisch neu auszurichten. Dies ermöglicht der Attacke, die Synchronisation über die längeren Zeiträume aufrechtzuerhalten, die erforderlich sind, um genügend "Hammers" zu sammeln und Bit-Flips zu verursachen.

Die Entdeckung zeigt, dass die TRR-Technologie von SK Hynix, die eigentlich vor Rowhammer-Angriffen schützen sollte, systematische Schwächen aufweist. Die Forscher identifizierten spezifische Timing-Fenster, in denen die Schutzmaßnahmen versagen und gezielte Angriffe möglich werden.

Schutzmaßnahmen haben Preis

Obwohl Rowhammer ein branchenweites Sicherheitsproblem ist, das bei bestehenden Speichermodulen nicht behoben werden kann, können Nutzer Phoenix-Attacken stoppen, indem sie das DRAM-Refresh-Intervall verdreifachen. Diese Art von Belastung kann jedoch Fehler oder Datenbeschädigung verursachen und das System instabil machen.

Das Erhöhen der Speicher-Refresh-Rate um den Faktor drei erwies sich als wirksam gegen die Attacke, brachte jedoch einen erheblichen Leistungsoverhead von 8,4 Prozent mit sich. Für kritische Systeme könnte dieser Performance-Verlust jedoch ein akzeptabler Preis für erhöhte Sicherheit sein.

Was denkt ihr über diese neue Bedrohung für DDR5-Speicher? Habt ihr bereits Schutzmaßnahmen ergriffen oder plant ihr Updates eurer Systeme?

Zusammenfassung
  • Neue Rowhammer-Variante 'Phoenix' umgeht alle DDR5-Schutzmaßnahmen
  • Angreifer erlangen Root-Zugriff auf Standard-Desktopsysteme in 109 Sekunden
  • Forscher der ETH Zürich und Google identifizierten Lücken im TRR-Mechanismus
  • SK Hynix-Module von 2021 bis 2024 sind von der Attacke betroffen
  • Methode der 'selbstkorrigierenden Synchronisation' ermöglicht die Angriffe
  • Schutz durch Verdreifachung des DRAM-Refresh-Intervalls möglich
  • Schutzmaßnahme führt jedoch zu Leistungseinbußen von 8,4 Prozent

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!