Brandenburg bekommt neuen, schwarzstartfähigen Batteriespeicher
Vielerorts läuft derzeit der Bau großer Batteriespeicher an. Beispielhaft hierfür ist auch ein Projekt in Brandenburg, wo ein solches System passend platziert wird, um der zwangsweisen Abregelung von Erneuerbaren entgegenzuwirken.
Der Standort liegt in einem vom Netzbetreiber E.dis ausgewiesenen Entlastungsgebiet. Dabei handelt es sich um eine Region, die aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energieerzeugung besonders anfällig für Netzengpässe ist. Mit dem Bau des Batterieparks soll dort direkt der Netzbetrieb stabilisiert werden, indem grüner Überschussstrom aufgefangen und später nutzbar gemacht wird.
"In Brandenburg müssen jedes Jahr erhebliche Mengen an erneuerbarem Strom abgeregelt werden, weil das Netz die erzeugte Energie nicht aufnehmen kann. Die Anlage in Kränzlin wird in der Lage sein, mehr lokal erzeugte Energie markt-und netzdienlich nutzbar zu machen. Jede Kilowattstunde, die wir nicht abregeln müssen, schont Ressourcen ,stärkt die Industrie, und entlastet Verbraucher" erklärte Jens Kompauer, Gründer & Chef von Re.venture.
Der Bau des Parks bringt auch erhebliche wirtschaftliche Impulse für die Region mit sich: Der Bedarf an kostspieligen Redispatch- und Abregelungsmaßnahmen sinkt, Systemkosten werden reduziert und die Standortattraktivität der Region steigt. Durch Gewerbesteuern und freiwillige Beteiligungsmodelle in Kooperation mit der Kommune bleibt ein Großteil der Wertschöpfung vor Ort und kommt der Region direkt zugute, hieß es.
Dank Fast Frequency Response gleicht der Speicher Netzschwankungen nahezu in Echtzeit aus - ein deutlicher Fortschritt gegenüber den vom Bundeswirtschaftsministerium geplanten Gasturbinen, die mehrere Minuten für eine Reaktion benötigen. Zusätzlich kann der Speicher wichtige Systemdienstleistungen wie Primärregelleistung (FCR), Sekundär- und Minutenreserve (aFRR/mFRR) bereitstellen. Er wird außerdem Schwarzstartfähig ausgelegt und kann so im absoluten Ernstfall den Neustart eines ausgefallenen Stromnetzes unterstützen. Der Bau soll im kommenden Jahr beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.
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Weniger Windkraft abregeln
Das Berliner Unternehmen Re.venture hat gerade die Baugenehmigung für einen großflächigen Batteriespeicherpark in Kränzlin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin erhalten. Das Projekt zählt zu den größten bisher genehmigten Speicherparks in Deutschland. Auf einer Fläche von 1,5 Hektar entsteht eine Leistung von 60 MW mit einer Speicherkapazität von 240 MWh - das ist theoretisch ausreichend, um die nahegelegene Stadt Neuruppin für 12 Stunden mit Strom zu versorgen.Der Standort liegt in einem vom Netzbetreiber E.dis ausgewiesenen Entlastungsgebiet. Dabei handelt es sich um eine Region, die aufgrund des hohen Anteils erneuerbarer Energieerzeugung besonders anfällig für Netzengpässe ist. Mit dem Bau des Batterieparks soll dort direkt der Netzbetrieb stabilisiert werden, indem grüner Überschussstrom aufgefangen und später nutzbar gemacht wird.
"In Brandenburg müssen jedes Jahr erhebliche Mengen an erneuerbarem Strom abgeregelt werden, weil das Netz die erzeugte Energie nicht aufnehmen kann. Die Anlage in Kränzlin wird in der Lage sein, mehr lokal erzeugte Energie markt-und netzdienlich nutzbar zu machen. Jede Kilowattstunde, die wir nicht abregeln müssen, schont Ressourcen ,stärkt die Industrie, und entlastet Verbraucher" erklärte Jens Kompauer, Gründer & Chef von Re.venture.
Der Bau des Parks bringt auch erhebliche wirtschaftliche Impulse für die Region mit sich: Der Bedarf an kostspieligen Redispatch- und Abregelungsmaßnahmen sinkt, Systemkosten werden reduziert und die Standortattraktivität der Region steigt. Durch Gewerbesteuern und freiwillige Beteiligungsmodelle in Kooperation mit der Kommune bleibt ein Großteil der Wertschöpfung vor Ort und kommt der Region direkt zugute, hieß es.
Für den Fall der Fälle
Auch technologisch will man mit der Anlage neue Maßstäbe setzen: Zwei eigene Umspannwerke mit direktem Anschluss an die 110-kV-Ebene der E.dis sollen die direkte Integration ins Netz gewährleisten. Das modulare Design ermöglicht künftige Erweiterungen nach Bedarf auf bis zu 480 MWh.Dank Fast Frequency Response gleicht der Speicher Netzschwankungen nahezu in Echtzeit aus - ein deutlicher Fortschritt gegenüber den vom Bundeswirtschaftsministerium geplanten Gasturbinen, die mehrere Minuten für eine Reaktion benötigen. Zusätzlich kann der Speicher wichtige Systemdienstleistungen wie Primärregelleistung (FCR), Sekundär- und Minutenreserve (aFRR/mFRR) bereitstellen. Er wird außerdem Schwarzstartfähig ausgelegt und kann so im absoluten Ernstfall den Neustart eines ausgefallenen Stromnetzes unterstützen. Der Bau soll im kommenden Jahr beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.
Zusammenfassung
- Großer Batteriespeicher mit 60 MW Leistung und 240 MWh Kapazität entsteht
- Standort Kränzlin liegt strategisch in einem Gebiet mit häufigen Netzengpässen
- Speicher verhindert Abregelung erneuerbarer Energien und stabilisiert das Netz
- Zwei eigene Umspannwerke ermöglichen direkten Anschluss an die 110-kV-Ebene
- Schwarzstartfähige Anlage kann bei Stromausfall beim Netzwiederaufbau helfen
- Wirtschaftliche Vorteile für die Region durch Gewerbesteuern und Beteiligung
- Modulares Design erlaubt spätere Erweiterung auf bis zu 480 MWh Kapazität
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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