KI-Firmen kaufen Markt leer:
Über 1 Jahr Wartezeit auf Festplatten
Der globale KI-Boom treibt nicht nur den Absatz von Grafikprozessoren in die Höhe, sondern belastet zunehmend auch den Speichermarkt. Denn beim Training der KI-Modelle müssen auch gigantische Datenmengen vorgehalten werden.
Nearline-Speicher bezeichnet Datenbestände, die nicht ständig in Nutzung, aber jederzeit abrufbar sein müssen. Für solche "warmen" Daten setzen Rechenzentren traditionell auf Festplatten, da diese im Vergleich zu SSDs vier- bis fünfmal günstiger pro Gigabyte sind.
Mit dem rasanten Wachstum generativer KI steigen die Anforderungen in diesem Bereich jedoch massiv. Trainingsdatensätze, Modell-Checkpoints, Protokolle und Feintuning-Daten füllen Petabytes von Speicher in kurzer Zeit. Diese Informationen müssen kurzfristig verfügbar bleiben, ein Auslagern auf günstigere, aber langsamere Offline-Archive ist oft keine Option.
Die Hersteller reagieren inzwischen auf die angespannte Situation. Western Digital informierte seine Kunden in einem Schreiben über eine "beispiellose Nachfrage" in allen Kapazitätsklassen und kündigte gleichzeitig Preiserhöhungen an. Offiziell begründet das Unternehmen diesen Schritt mit der Sicherung von Qualität und Versorgungssicherheit. Faktisch profitiert WD damit aber auch von steigenden Gewinnmargen.
TrendForce berichtet, dass Speicherhersteller bereits an SSD-Produkten arbeiten, die speziell für Nearline-Szenarien entwickelt werden. Diese könnten mittelfristig helfen, den Kostendruck zu mindern. Kurzfristig ist jedoch mit weiter steigenden Preisen sowohl bei Festplatten als auch bei Enterprise-SSDs zu rechnen.
Siehe auch:
- Durch KI-Boom steigen Lieferzeiten für Nearline-Festplatten auf über 52 Wochen
- Festplatten sind vier- bis fünfmal günstiger pro Gigabyte als SSDs für warme Daten
- Trainingsdatensätze und Modell-Checkpoints benötigen kurzfristig verfügbare Petabytes
- Western Digital meldet beispiellose Nachfrage und kündigt Preiserhöhungen an
- Produktionskapazitäten für Festplatten wurden seit Jahren nicht erweitert
- QLC-SSDs gewinnen trotz höherer Kosten als Alternative an Attraktivität
- Speicherhersteller arbeiten an speziellen SSD-Produkten für Nearline-Szenarien
52 Wochen Lieferzeit
Besonders die Hersteller klassischer Festplatten geraten plötzlich unter Druck. Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens TrendForce haben sich die Lieferzeiten für sogenannte "Nearline"-Festplatten mit hoher Kapazität inzwischen auf teils über 52 Wochen verlängert - also mehr als ein Jahr.Nearline-Speicher bezeichnet Datenbestände, die nicht ständig in Nutzung, aber jederzeit abrufbar sein müssen. Für solche "warmen" Daten setzen Rechenzentren traditionell auf Festplatten, da diese im Vergleich zu SSDs vier- bis fünfmal günstiger pro Gigabyte sind.
Mit dem rasanten Wachstum generativer KI steigen die Anforderungen in diesem Bereich jedoch massiv. Trainingsdatensätze, Modell-Checkpoints, Protokolle und Feintuning-Daten füllen Petabytes von Speicher in kurzer Zeit. Diese Informationen müssen kurzfristig verfügbar bleiben, ein Auslagern auf günstigere, aber langsamere Offline-Archive ist oft keine Option.
Die Hersteller reagieren inzwischen auf die angespannte Situation. Western Digital informierte seine Kunden in einem Schreiben über eine "beispiellose Nachfrage" in allen Kapazitätsklassen und kündigte gleichzeitig Preiserhöhungen an. Offiziell begründet das Unternehmen diesen Schritt mit der Sicherung von Qualität und Versorgungssicherheit. Faktisch profitiert WD damit aber auch von steigenden Gewinnmargen.
Arbeit an Alternativen
Weil die Produktionskapazitäten für Festplatten mangels langfristig zu erwartender Nachfrage seit Jahren nicht mehr gewachsen sind, orientieren sich Cloud-Anbieter und Hyperscaler nun verstärkt an alternativen Lösungen. Vor allem QLC-SSDs, die für "kalte" Daten gedacht sind, gewinnen an Attraktivität. Sie bieten Vorteile bei Leistung, Platzbedarf und Energieverbrauch. Und vor allem sind sie derzeit leichter verfügbar. Allerdings liegen die Kosten weiterhin deutlich über denen von Festplatten.TrendForce berichtet, dass Speicherhersteller bereits an SSD-Produkten arbeiten, die speziell für Nearline-Szenarien entwickelt werden. Diese könnten mittelfristig helfen, den Kostendruck zu mindern. Kurzfristig ist jedoch mit weiter steigenden Preisen sowohl bei Festplatten als auch bei Enterprise-SSDs zu rechnen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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