China gegen Nvidia: Alibabas eigener Chip ist komplett chinesisch

Chinesische Technologie- und Chipunternehmen intensivieren ihre Bemühungen, unabhängiger von westlichen Zulieferern zu werden. Hier hat nun auch der Handelskonzern Alibaba einen Pflock ein­ge­schla­gen und will gegen die Dominanz Nvidias ankämpfen.
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China will aufholen

Unterstützt von massiven staatlichen Investitionen will Peking im Wettlauf mit den USA um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) aufholen. Alibaba, der auch der größte Cloud-Anbieter Chinas ist, testet derzeit einen neuen, besonders vielseitigen KI-Chip. Alibaba gehörte selbst bislang zu den wichtigsten Kunden des US-Branchenprimus Nvidia. Doch Exportbeschränkungen der US-Regierung schränken den Zugang zu modernen Prozessoren erheblich ein.

Zwar dürfen seit Juli bestimmte Nvidia-Chips wie das Modell H20 wieder nach China verkauft werden, doch Pekings Behörden haben den Einsatz jüngst mit Verweis auf Sicherheitsbedenken untersagt. In diese Lücke stoßen nun heimische Anbieter. Das Shanghaier Start-up MetaX präsentierte im Sommer einen Chip, der das H20-Modell ersetzen soll. Er bietet mehr Speicherleistung, verbraucht jedoch mehr Energie. Das Unternehmen bereitet bereits die Massenproduktion vor.


Alibabas eigener Chip soll eine breite Palette von KI-Anwendungen unterstützen und wird vollständig in China gefertigt - anders als frühere Modelle, die noch bei TSMC in Taiwan hergestellt wurden. Doch es bleiben Hürden, wie das Wall Street Journal berichtet. Chinesische Fabriken können nicht mit modernster US- oder taiwanischer Fertigungstechnologie mithalten. Unternehmen greifen daher auf ältere Verfahren zurück oder kombinieren mehrere Chips, um die fehlende Rechenleistung auszugleichen.

Details unklar

Wie genau sich diese Probleme in der Praxis auf den neuen Chip auswirken, lässt sich kaum genau sagen. Technische Details sind abseits von Marketing- und Propaganda-Aussagen aus China kaum bekannt. Es bleibt daher abzuwarten, bis handfeste Informationen nach Außen dringen.

Während China bei der Entwicklung von Chips für sogenannte Inference-Aufgaben, also der Nutzung bereits trainierter Modelle, Fortschritte macht, bleibt das Training großer KI-Systeme die größte Schwachstelle. Ingenieure berichten von Überhitzungen und Ausfällen bei langen Rechenprozessen mit inländischen Prozessoren. Dennoch wächst der Optimismus: Beobachter sehen Anzeichen, dass Software-Innovationen und verbesserte Chip-Designs es China erlauben könnten, die Lücke zu den USA schneller zu schließen als bislang erwartet.

Zusammenfassung
  • Alibaba entwickelt eigenen KI-Chip als Antwort auf US-Exportbeschränkungen
  • Chinas größter Cloud-Anbieter will Abhängigkeit von Nvidia-Prozessoren reduzieren
  • Der neue Chip wird vollständig in China produziert, statt bei TSMC in Taiwan
  • Chinesische Fabriken nutzen ältere Verfahren oder kombinieren mehrere Chips
  • Training großer KI-Systeme bleibt trotz Fortschritten bei Inference-Aufgaben schwierig
  • Software-Innovationen könnten China helfen, die technologische Lücke zu schließen

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