Massiver Anstieg von Raketenstarts gefährdet Erholung der Ozonschicht
Was haben Satellitenstarts mit Sonnenbrand zu tun? Mehr, als man denkt. Während die Raketenindustrie boomt, warnt ein internationales Forscherteam: Der starke Anstieg von Raketenstarts gefährdet die mühsam erreichte Erholung der Ozonschicht - und zwar schneller als bislang angenommen.
Die Zahl der Raketenstarts hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Und jedes dieser Fahrzeuge stößt auf seinem Weg durch die Atmosphäre Stoffe aus, die dort bis zu 100-mal länger aktiv bleiben als bodennahe Emissionen. Weil es in großer Höhe keine reinigenden Wolken oder Regen gibt, sammeln sich Partikel und Gase wie Ruß oder Chlorverbindungen dort an - mit Folgen für die globale Ozonverteilung.
Ein Forschungsteam unter Leitung der ETH Zürich hat nun mit einem komplexen Klima-Chemie-Modell simuliert, wie sich dieser Trend fortsetzen könnte. Im Szenario mit 2040 Starts pro Jahr bis 2030 würde die globale Ozonschicht um 0,29 Prozent dünner - über der Antarktis sogar um bis zu 3,9 Prozent im Frühling. Das erscheint gering, doch die Ozonschicht ist bereits um rund 2 Prozent geschwächt und erholt sich nur langsam. Eine solche Zusatzbelastung könnte die vollständige Erholung um Jahre oder Jahrzehnte verzögern.
Besonders stark tragen Feststoffraketen zur Ozonzerstörung bei: Sie setzen gasförmiges Chlor und feine Aluminiumoxidpartikel frei - eine chemische Kombination, die Ozon besonders effektiv angreift. Andere Antriebe, etwa mit Kerosin oder Hydrazin, emittieren große Mengen Ruß. Diese Partikel heizen die Stratosphäre lokal auf, verändern Windmuster und verstärken dadurch weitere Abbauprozesse - besonders in den Sommermonaten der Nordhalbkugel. Zu viel Weltraumschrott: Der Erdorbit hat ein Müllproblem
Grundlage der Untersuchung war das SOCOLv4-Modell, ein modernes Klimamodell mit integrierter Chemie- und Aerosoldynamik. Es simuliert, wie Schadstoffe sich in der Atmosphäre ausbreiten, chemisch reagieren und das Strahlungsgleichgewicht verändern. Dadurch lassen sich auch indirekte Effekte - etwa durch Ruß-induzierte Temperaturveränderungen - realistisch abbilden. SOCOLv4 gilt als eines der besten verfügbaren Werkzeuge zur Bewertung von Eingriffen in die Stratosphäre.
Wie Raketen die Ozonschicht angreifen
Allerdings skizzieren die Autoren auch einen Ausweg: Eine ozonverträgliche Raumfahrt ist technisch möglich - erfordert aber koordiniertes Handeln. Dazu gehören der Verzicht auf chlorhaltige Treibstoffe, eine Begrenzung rußintensiver Antriebe und eine überregionale Regulierung von Startfrequenzen. Sonst könnte der Fortschritt im All die Reparaturarbeiten am Himmel zunichtemachen.
Siehe auch:
Ozonloch-Risiko: Raketen zerstören unseren UV-Schutz
Vor über 35 Jahren stoppten die Staaten der Welt die Produktion von FCKW - jenen Substanzen, die einst Kühlschränke kühlten und dabei die Ozonschicht zerstörten. Seither erholt sich die schützende Atmosphärenschicht langsam. Doch mit der neuen Ära privater Raumfahrt kehrt ein altes Problem zurück - in veränderter Form.Die Zahl der Raketenstarts hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt. Und jedes dieser Fahrzeuge stößt auf seinem Weg durch die Atmosphäre Stoffe aus, die dort bis zu 100-mal länger aktiv bleiben als bodennahe Emissionen. Weil es in großer Höhe keine reinigenden Wolken oder Regen gibt, sammeln sich Partikel und Gase wie Ruß oder Chlorverbindungen dort an - mit Folgen für die globale Ozonverteilung.
Ein Forschungsteam unter Leitung der ETH Zürich hat nun mit einem komplexen Klima-Chemie-Modell simuliert, wie sich dieser Trend fortsetzen könnte. Im Szenario mit 2040 Starts pro Jahr bis 2030 würde die globale Ozonschicht um 0,29 Prozent dünner - über der Antarktis sogar um bis zu 3,9 Prozent im Frühling. Das erscheint gering, doch die Ozonschicht ist bereits um rund 2 Prozent geschwächt und erholt sich nur langsam. Eine solche Zusatzbelastung könnte die vollständige Erholung um Jahre oder Jahrzehnte verzögern.
Besonders stark tragen Feststoffraketen zur Ozonzerstörung bei: Sie setzen gasförmiges Chlor und feine Aluminiumoxidpartikel frei - eine chemische Kombination, die Ozon besonders effektiv angreift. Andere Antriebe, etwa mit Kerosin oder Hydrazin, emittieren große Mengen Ruß. Diese Partikel heizen die Stratosphäre lokal auf, verändern Windmuster und verstärken dadurch weitere Abbauprozesse - besonders in den Sommermonaten der Nordhalbkugel. Zu viel Weltraumschrott: Der Erdorbit hat ein Müllproblem
Grundlage der Untersuchung war das SOCOLv4-Modell, ein modernes Klimamodell mit integrierter Chemie- und Aerosoldynamik. Es simuliert, wie Schadstoffe sich in der Atmosphäre ausbreiten, chemisch reagieren und das Strahlungsgleichgewicht verändern. Dadurch lassen sich auch indirekte Effekte - etwa durch Ruß-induzierte Temperaturveränderungen - realistisch abbilden. SOCOLv4 gilt als eines der besten verfügbaren Werkzeuge zur Bewertung von Eingriffen in die Stratosphäre.
Wie Raketen die Ozonschicht angreifen
- Chlorverbindungen (z. B. HCl) aus Feststofftriebwerken zerstören Ozon direkt
- Rußpartikel (black carbon) heizen die Stratosphäre auf, beschleunigen Abbauprozesse
- Aluminiumoxid (Al₂O₃) bietet Reaktionsflächen für Ozonzerstörung
- Wiedereintritt von Satelliten erzeugt NOx und Metalle - beide kritisch für Ozon
- Kryogene Treibstoffe (LOX/LH₂) sind weitgehend ozonneutral - aber selten genutzt (6 Prozent)
Es gibt Alternativen
Die veröffentlichte Studie zeigt zudem, dass der Einfluss von verglühenden Satelliten und Weltraumschrott bislang kaum erforscht ist. Beim Wiedereintritt entstehen zusätzliche NOx-Gase und Metallpartikel - ebenfalls potenziell ozonschädlich. Angesichts wachsender Satellitenkonstellationen wird dieser Effekt künftig weiter zunehmen. Die neue Untersuchung stützt damit auch frühere Studien zu dem Problem.Allerdings skizzieren die Autoren auch einen Ausweg: Eine ozonverträgliche Raumfahrt ist technisch möglich - erfordert aber koordiniertes Handeln. Dazu gehören der Verzicht auf chlorhaltige Treibstoffe, eine Begrenzung rußintensiver Antriebe und eine überregionale Regulierung von Startfrequenzen. Sonst könnte der Fortschritt im All die Reparaturarbeiten am Himmel zunichtemachen.
Was ist die Ozonschicht?
Die Ozonschicht ist ein Bereich in der unteren Stratosphäre, etwa 15-30 Kilometer über der Erdoberfläche, in dem sich das Spurengas Ozon (O3) in hoher Konzentration angesammelt hat. Sie fungiert wie ein Schutzschirm für die Erde.
Diese Schutzschicht fängt die schädliche ultraviolette (UV) Strahlung der Sonne ab und schwächt sie so weit ab, dass sie für Lebewesen auf der Erde nicht mehr gefährlich ist. Ohne die Ozonschicht wäre das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen in der uns bekannten Form kaum möglich.
Diese Schutzschicht fängt die schädliche ultraviolette (UV) Strahlung der Sonne ab und schwächt sie so weit ab, dass sie für Lebewesen auf der Erde nicht mehr gefährlich ist. Ohne die Ozonschicht wäre das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen in der uns bekannten Form kaum möglich.
Was ist das Ozonloch?
Als Ozonloch bezeichnet man eine starke Ausdünnung der Ozonschicht. Es wurde erstmals 1985 über der Antarktis nachgewiesen und Anfang 2020 zum ersten Mal auch über der Arktis entdeckt. In diesen Bereichen ist die schützende Ozonkonzentration stark reduziert.
Beim antarktischen Ozonloch gehen im Frühjahr (Oktober) bis zu 80 Prozent der gesamten Ozonschicht verloren. Durch diese Ausdünnung gelangt mehr UV-B-Strahlung zur Erdoberfläche, was für Menschen, Tiere und Pflanzen schädlich sein und unter anderem zu Hautkrebs und Augenschäden führen kann.
Beim antarktischen Ozonloch gehen im Frühjahr (Oktober) bis zu 80 Prozent der gesamten Ozonschicht verloren. Durch diese Ausdünnung gelangt mehr UV-B-Strahlung zur Erdoberfläche, was für Menschen, Tiere und Pflanzen schädlich sein und unter anderem zu Hautkrebs und Augenschäden führen kann.
Wodurch entsteht das Ozonloch?
Hauptursache für das Ozonloch sind Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die jahrzehntelang in Spraydosen, Kühlschränken, Klimaanlagen und als Lösungsmittel verwendet wurden. Diese Chemikalien steigen in die Stratosphäre auf und zerstören dort Ozonmoleküle.
Für die Entstehung eines Ozonlochs müssen laut Forschern zwei Faktoren zusammenkommen: ozonzerstörende Substanzen und bestimmte klimatische Bedingungen. Besonders über den Polen bilden sich im Winter spezielle Stratosphärenwolken, an denen chemische Reaktionen ablaufen, die zur Ozonzerstörung führen.
Für die Entstehung eines Ozonlochs müssen laut Forschern zwei Faktoren zusammenkommen: ozonzerstörende Substanzen und bestimmte klimatische Bedingungen. Besonders über den Polen bilden sich im Winter spezielle Stratosphärenwolken, an denen chemische Reaktionen ablaufen, die zur Ozonzerstörung führen.
Erholt sich die Ozonschicht?
Ja, die Ozonschicht erholt sich allmählich. Laut einem UN-Bericht von 2023 dürfte sich die Ozonschicht innerhalb von vier Jahrzehnten weitgehend regenerieren. Über der Antarktis könnte dies bis etwa 2066 dauern, über der Arktis bis 2045.
Die Konzentration ozonschädigender Stoffe in der Atmosphäre ist seit 1987 um 20 Prozent zurückgegangen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich das antarktische Ozonloch seit dem Jahr 2000 langsam verkleinert hat, wobei die Größe von Jahr zu Jahr je nach meteorologischen Bedingungen schwankt.
Die Konzentration ozonschädigender Stoffe in der Atmosphäre ist seit 1987 um 20 Prozent zurückgegangen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich das antarktische Ozonloch seit dem Jahr 2000 langsam verkleinert hat, wobei die Größe von Jahr zu Jahr je nach meteorologischen Bedingungen schwankt.
Was ist das Montreal-Protokoll?
Das Montreal-Protokoll ist ein internationales Abkommen von 1987, das den weltweiten Ausstieg aus der Produktion und Verwendung ozonschädigender Substanzen regelt. Es gilt als eines der erfolgreichsten Umweltabkommen der Geschichte.
Seit 2009 wurde es von allen Staaten der Welt ratifiziert. Dank dieses Abkommens sanken die Produktions- und Verbrauchsmengen ozonschichtschädigender Stoffe in nur wenigen Jahren drastisch. Deutschland erfüllte alle internationalen Verpflichtungen vorzeitig.
Seit 2009 wurde es von allen Staaten der Welt ratifiziert. Dank dieses Abkommens sanken die Produktions- und Verbrauchsmengen ozonschichtschädigender Stoffe in nur wenigen Jahren drastisch. Deutschland erfüllte alle internationalen Verpflichtungen vorzeitig.
Gibt es neue Gefahren?
Trotz der positiven Entwicklung bestehen weiterhin Herausforderungen. Der Klimawandel beeinflusst die Erholung der Ozonschicht negativ, besonders über der Arktis. Die Gase, die zur globalen Erwärmung beitragen, kühlen die Stratosphäre ab und fördern den Ozonabbau.
Waldbrände, wie jene in Australien 2019/2020, können ebenfalls die Ozonschicht schädigen, da Rauchpartikel in die Stratosphäre gelangen. Zudem werden einige FCKW-Stoffe weiterhin als Ausgangsstoffe, Zwischen- oder Nebenprodukte verwendet, was die Erholung verzögern könnte.
Waldbrände, wie jene in Australien 2019/2020, können ebenfalls die Ozonschicht schädigen, da Rauchpartikel in die Stratosphäre gelangen. Zudem werden einige FCKW-Stoffe weiterhin als Ausgangsstoffe, Zwischen- oder Nebenprodukte verwendet, was die Erholung verzögern könnte.
Warum schützt das Ozonloch uns?
Diese Frage beruht auf einem Missverständnis - das Ozonloch schützt uns nicht, im Gegenteil: Es ist eine gefährliche Lücke in unserem natürlichen UV-Schutzschild. Die Ozonschicht ist es, die uns schützt, nicht das Ozonloch.
Die intakte Ozonschicht filtert bis zu 99 Prozent der schädlichen UV-B-Strahlung der Sonne und bewahrt so Menschen vor Hautkrebs, Augenschäden und Immunschwächen. Sie schützt zudem Pflanzen und marine Ökosysteme vor Strahlungsschäden, die sonst zu Ernteverlusten und Störungen in Nahrungsketten führen könnten.
Die intakte Ozonschicht filtert bis zu 99 Prozent der schädlichen UV-B-Strahlung der Sonne und bewahrt so Menschen vor Hautkrebs, Augenschäden und Immunschwächen. Sie schützt zudem Pflanzen und marine Ökosysteme vor Strahlungsschäden, die sonst zu Ernteverlusten und Störungen in Nahrungsketten führen könnten.
Wann schließt sich das Ozonloch?
Nach aktuellen wissenschaftlichen Prognosen könnte sich das Ozonloch über der Antarktis bis etwa 2066 schließen, über der Arktis bereits bis 2045 und in der übrigen Welt bis 2040. Diese Zeiträume entsprechen einer Rückkehr zu den Werten von 1980.
Allerdings gibt es auch optimistischere Einschätzungen: Einige Forscher gehen davon aus, dass sich das Ozonloch möglicherweise bereits bis 2035 weitgehend schließen könnte - vorausgesetzt, dass das weltweite Verbot ozonzerstörender Chemikalien konsequent eingehalten wird.
Allerdings gibt es auch optimistischere Einschätzungen: Einige Forscher gehen davon aus, dass sich das Ozonloch möglicherweise bereits bis 2035 weitgehend schließen könnte - vorausgesetzt, dass das weltweite Verbot ozonzerstörender Chemikalien konsequent eingehalten wird.
Zusammenfassung
- Die Verdopplung der Raketenstarts seit 2019 bedroht die Erholung der Ozonschicht
- Stratosphärische Emissionen bleiben bis zu 100-mal länger aktiv als bodennahe
- ETH-Zürich-Studie prognostiziert globalen Ozonverlust von 0,29 Prozent bis 2030
- Feststoffraketen setzen besonders schädliches Chlor und Aluminiumoxidpartikel frei
- Rußemissionen heizen die Stratosphäre auf und verändern Windmuster
- Wiedereintretende Satelliten erzeugen zusätzliche ozonschädliche Stoffe
- Ozonverträgliche Raumfahrt erfordert Verzicht auf chlorhaltige Treibstoffe
Siehe auch:
- Wie einst FCKW: Satelliten von Starlink & Co. zerstören die Ozonschicht
- Und ewig grüßt das Murmeltier: Das Ozonloch wächst wohl wieder
- Raketenstarts und mehr: NASA bringt ihre Live-Inhalte auf Netflix
- Mexiko droht, SpaceX wegen Raketen-Trümmerteilen zu verklagen
- Honda überrascht mit der erfolgreichen Landung einer eigenen Rakete
Thema:
Videos zum Thema
- Strom für Notebooks per USB-C: Netzteile von Anker im Test
- EcoFlow Delta 2: Powerstation bewährt sich im Langzeit-Test
- EcoFlow Stream AC Pro: Heimspeicher mit fast 2 kWh im Test
- EcoFlow Stream Ultra X: Stromspeicher für den Haushalt im Test
- Tour durch ein OVH-Datenzentrum: Wasserkühlung für alle Server
Bluetti AC200Max im Preisvergleich
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Neue Nachrichten
- Windows 11 bekommt einen Button zum Entfernen aller KI-Modelle
- Meta macht (ein bisschen) Rückzieher bei Mitarbeiter-Totalüberwachung
- Update für Google Home: Gemini-KI startet nun auch in Deutschland
- Vernichtende Kritik: MMO-Hoffnung Camelot Unchained ein totaler Flop
- Komplett zerstörte Startrampe: Blue Origin hat aggressiven Aufbauplan
- Microsoft Surface Pro 13-Zoll: Das ist das Tablet mit Snapdragon X2 Elite
- Google will Android-Entwickler für Zugang zum App-Code bezahlen
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen