So sterben Sterne wirklich:
Bilder einer spektakulären Doppelexplosion

Astronomen haben erstmals den visuellen Beweis für eine doppelte Sternexplosion gefunden. In 160.000 Lichtjahren Entfernung ent­deckten sie im Überrest einer Supernova charakteristische Mus­ter, die nun verraten könnten, wie unser Universum funktioniert.
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Spektakuläre Entdeckung im Sternenlabor

Erstmals ist es Astronomen gelungen, den visuellen Beweis zu erbringen, dass ein Stern durch eine doppelte Detonation sein Ende fand. Dies zeigen Untersuchungen des jahrhundertealten Supernova-Überrests SNR 0509-67.5 mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Astronomy veröffentlicht.

Der stellare Überrest befindet sich 160.000 Lichtjahre entfernt in der Großen Magellanschen Wolke und breitet sich mit einer Geschwindigkeit von mehr als elf Millionen Kilometern pro Stunde aus. Mit einem Durchmesser von 23 Lichtjahren wächst die gasförmige Blase weiter. Abseits der Entfernung: So wie wir sie jetzt sehen, sind die Rückstände der Supernova etwa 400 Jahre alt. Supernova SNR 0509-67.5Aufnahme der Supernova SNR 0509-75.5 mit Überresten einer doppelten Explosion

Weißer Zwerg als kosmischer Vampir

Wenn ein Stern wie unsere Sonne seinen Brennstoff aufbraucht, explodiert er nicht in einem feurigen Inferno wie massereiche Sterne. Stattdessen kollabiert er zu einem superdichten, erdgroßen Objekt - einem Weißen Zwerg. Diese stellaren Überreste besitzen etwa die Masse der Sonne, sind aber nur so groß wie unser Planet. Ein Teelöffel dieses Materials würde auf der Erde etwa eine Tonne wiegen.

Besonders interessant wird es, wenn dieser Weiße Zwerg einen nahen Begleitstern hat. Denn Weiße Zwerge können wie kosmische Vampire agieren und langsam Material - besonders Helium - von ihrem Nachbarstern absaugen. Dieser Prozess kann sich über Millionen von Jahren hinziehen, bis der Weiße Zwerg die kritische Chandrasekhar-Grenze von etwa 1,4 Sonnenmassen erreicht.

Der Mechanismus der Doppeldetonation

In diesem neu entdeckten Mechanismus bildet der Weiße Zwerg eine Hülle aus gestohlenem Helium um sich herum, die instabil werden und sich entzünden kann. Diese erste Explosion erzeugt eine Schockwelle, die sich um den Weißen Zwerg herum und nach innen ausbreitet und schließlich eine zweite Detonation im Kern des Sterns auslöst - was letztlich zur Supernova führt.

Die Forscher fanden in den Überresten zwei deutlich unterscheidbare Kalziumschalen, die ineinander verschachtelt sind und sich durch den Weltraum ausbreiten. Diese Schichten sind wie eine archäologische Ausgrabungsstätte eines Sterns - sie erzählen eine in der Zeit eingefrorene Geschichte. Die äußere Schale stammt von der Heliumexplosion, während die innere Schale von der Kerndetonation herrührt. Zusammen bilden sie die unverwechselbare Signatur einer Doppeldetonations-Supernova.


Bedeutung für die Wissenschaft

Diese Typ-Ia-Supernovae sind nicht nur die Hauptquelle für das Eisen auf unserem Planeten - einschließlich des Eisens in unserem Blut. Sie sind auch ein Schlüssel zu unserem Verständnis des Universums. Durch ihr sehr einheitliches Verhalten und ihre vorhersagbare Helligkeit - unabhängig von ihrer Entfernung - helfen sie Astronomen bei der Messung kosmischer Distanzen.

Erkenntnisse dieser Art führten zur Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums, wofür 2011 der Physik-Nobelpreis verliehen wurde. Die Entdeckung der Doppeldetonation könnte jedoch das bisherige Verständnis dieser "Standardkerzen" des Universums verfeinern und zu präziseren Messungen kosmischer Entfernungen führen. Gleichzeitig wirft sie neue Fragen über die Häufigkeit verschiedener Supernova-Mechanismen auf.

Was haltet ihr von dieser spektakulären Entdeckung? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Astronomen entdeckten erstmals visuellen Beweis einer doppeldetonierenden Supernova
  • Der Supernova-Überrest liegt 160.000 Lichtjahre entfernt in der Großen Magellanschen Wolke
  • Weiße Zwerge können wie kosmische Vampire Material von Nachbarsternen absaugen
  • Zwei verschachtelte Kalziumschalen belegen den Doppeldetonations-Mechanismus
  • Typ-Ia-Supernovae sind Hauptquelle für Eisen auf der Erde und in unserem Blut
  • Die Entdeckung könnte zu präziseren Messungen kosmischer Entfernungen führen
  • Sternexplosion geschah vor etwa 400 Jahren zur Zeit früher europäischer Seefahrer

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