Schwärme winziger Roboter sollen Nasen-Infektionen beseitigen
Winzige Roboter, kleiner als ein Staubkorn, könnten künftig hartnäckige Nebenhöhlenentzündungen bekämpfen - und das völlig ohne Antibiotika. Erste Tests der Entwickler liefen recht vielversprechend ab.
Eine spezielle Lichtquelle, ebenfalls in den Körper eingeführt, sorgt dafür, dass die Roboter Hitze erzeugen und dadurch reaktive Sauerstoffverbindungen freisetzen. Diese greifen die Zellwände der für die Infektion verantwortlichen Bakterien an und zerstören sie - auch in Bereichen, die durch Eiter schwer zugänglich sind.
Die Technologie könnte langfristig die Abhängigkeit von Antibiotika reduzieren, was die Ausbildung von Resistenzen verlangsamt. Die Wissenschaftler betonen die Vorteile der Methode: Sie sei minimalinvasiv, medikamentenfrei und präzise. In Tierversuchen gelang es den Mikroschwärmen, bakterielle Infektionen bei Schweinen und Kaninchen vollständig zu beseitigen - ohne erkennbare Gewebeschäden.
Trotz der Erfolge bleiben Risiken des Verfahrens: Einige Roboter könnten im Körper verbleiben und unerwünschte Langzeitfolgen auslösen. Auch gesellschaftliche Bedenken sind nicht auszuschließen - die Vorstellung, Roboter im eigenen Körper zu haben, könnte Skepsis oder gar Verschwörungstheorien befeuern. Dennoch betonen Experten wie Sylvain Martel von der Polytechnique Montréal, dass sich die Vorteile durchsetzen werden: "Anfangs gibt es sicher Vorbehalte, aber die Menschen werden sich daran gewöhnen", sagte er.
Die Zulassung für klinische Anwendungen steht noch aus. Experten gehen jedoch davon aus, dass Mikroroboter in drei bis zehn Jahren ein fester Bestandteil moderner Therapien sein könnten - als gezielte Alternative zu herkömmlichen Medikamenten.
Siehe auch:
Bakterien werden zerstört
Forscherteams aus China und Hongkong haben in präklinischen Tierversuchen gezeigt, dass sogenannte Mikroschwärme gezielt in die Nasennebenhöhlen eingebracht und anschließend durch die Nase wieder ausgeschieden werden können. Die dabei eingebrachten winzigen Roboter bestehen aus magnetisierbaren Partikeln, die mit Kupfer angereichert sind. Sie werden über einen dünnen Katheter durch die Nasenhöhle in die entzündeten Regionen gebracht und dort über ein Magnetfeld gesteuert.Eine spezielle Lichtquelle, ebenfalls in den Körper eingeführt, sorgt dafür, dass die Roboter Hitze erzeugen und dadurch reaktive Sauerstoffverbindungen freisetzen. Diese greifen die Zellwände der für die Infektion verantwortlichen Bakterien an und zerstören sie - auch in Bereichen, die durch Eiter schwer zugänglich sind.
Die Technologie könnte langfristig die Abhängigkeit von Antibiotika reduzieren, was die Ausbildung von Resistenzen verlangsamt. Die Wissenschaftler betonen die Vorteile der Methode: Sie sei minimalinvasiv, medikamentenfrei und präzise. In Tierversuchen gelang es den Mikroschwärmen, bakterielle Infektionen bei Schweinen und Kaninchen vollständig zu beseitigen - ohne erkennbare Gewebeschäden.
Auch andere Bereiche
Neben der Behandlung von Nebenhöhleninfektionen könnten die Mikroroboter zukünftig auch bei Erkrankungen von Blase, Darm oder Atemwegen zum Einsatz kommen. Ein Einsatz in diesen Bereichen wurde bisher aber bislang nicht in der Praxis erprobt.Trotz der Erfolge bleiben Risiken des Verfahrens: Einige Roboter könnten im Körper verbleiben und unerwünschte Langzeitfolgen auslösen. Auch gesellschaftliche Bedenken sind nicht auszuschließen - die Vorstellung, Roboter im eigenen Körper zu haben, könnte Skepsis oder gar Verschwörungstheorien befeuern. Dennoch betonen Experten wie Sylvain Martel von der Polytechnique Montréal, dass sich die Vorteile durchsetzen werden: "Anfangs gibt es sicher Vorbehalte, aber die Menschen werden sich daran gewöhnen", sagte er.
Die Zulassung für klinische Anwendungen steht noch aus. Experten gehen jedoch davon aus, dass Mikroroboter in drei bis zehn Jahren ein fester Bestandteil moderner Therapien sein könnten - als gezielte Alternative zu herkömmlichen Medikamenten.
Zusammenfassung
- Winzige magnetische Roboter bekämpfen Nebenhöhlenentzündungen ohne Antibiotika
- Mikroroboter werden mittels Katheter eingeführt und durch Magnetfelder gesteuert
- Durch Licht erzeugen die Partikel Wärme und zerstören Bakterienzellwände
- Tierversuche zeigten erfolgreiche Beseitigung von Infektionen ohne Gewebeschäden
- In Zukunft könnten die Roboter auch Blasen-, Darm- und Atemwegserkrankungen behandeln
- Verbleibende Roboter im Körper und gesellschaftliche Skepsis bergen mögliche Risiken
- Klinische Anwendungen werden in drei bis zehn Jahren erwartet
Siehe auch:
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
Spannende Forschungs-Videos
- Xcanbot Mate X: Der E-Rollstuhl lernt das autonome Fahren
- Erste Action-Cam und mehr: Dreame bringt viele neue Produkte
- Ecovacs Winbot W2S Pro Omni im Test: Fensterputzen wie die Profis
- Narwal Freo 20: Reinigungsroboter mit Wischwalze und Kamera im Test
- DJIs Power-Serie im Test: Powerstations für vielfältige Ansprüche
- Aiper Scuba V3: Reinigungs-Roboter für größere Pools im Test
- HoverAir Aqua: Wasserstart-Drohne für feuchte Umgebungen im Test
- Aiper EcoSurfer S2: Pool-Reiniger mit Solar-Versorgung im Test
- Navimow i210: Neuer Segway-Mähroboter mit LiDAR-Navigation im Test
- Narwal Flow 2 im Test: Saugkraft-Rekord trifft Heißwasser-Wäsche
Beiträge aus unserem Forum
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Überblick
- Startschuss für Windows 11 26H2: Das alles steckt im neuen Update
- EU-weite Durchsuchungen: Fälscher verkaufen alte Smartphones als neu
- Nova ist da: Firefox 157 startet mit neuem Design & Kompakt-Modus
- Windows-11-Out-of-Box-Experience: Weniger Updates beim ersten Start
- 5G Priority: In Italien kann man jetzt für Netz-Priorität extra zahlen
- waipu.tv Comfort für nur 1 Euro sichern: Viel Fernsehen für wenig Geld
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!