Trump-Smartphone T1 unamerikanisch - nix mehr mit 'Made in America'

Das "Trump-Smartphone" des von der Familie des US-Präsidenten kürzlich vorgestellten neuen Mobilfunkanbieters Trump Mobile entwickelt sich erwartungsgemäß zu einer kompletten Farce. Von "Made In America" ist jetzt auch offiziell nicht mehr die Rede.
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Trump Mobile

Realität und Fiktion

Als in der letzten Woche das sogenannte Trump Mobile T1 vorgestellt wurde, kamen schnell Zweifel an einem der zentralen Claims zu dem Gerät auf: es war davon die Rede, dass das Smartphone mit dem kuriosen Gold-Design "Made In America" sei. In der aktuellen Realität gilt dies jedoch als äußerst unwahrscheinlich, schließlich gibt es keine US-Lieferkette für die Smartphone-Produktion, auch weil die Komponenten nicht in den USA gefertigt werden können.

Zwischenzeitlich behaupteten Hinterleute der Trump-Firma noch, dass die Produktion - gemeint war damit wohl ohnehin nur der Zusammenbau der Geräte - in Alabama, Kalifornien und Florida geplant sei. Inzwischen hat es aber Anpassungen auf der Website von "Trump Mobile" gegeben, die klarmachen, dass nichts davon der Fall sein dürfte. Sämtliche Behauptungen, die Geräte seien "Made In America", sind mittlerweile verschwunden.


Wie das US-Magazin The Verge bemerkte, wurden entsprechende Angaben von der Website zu dem Gerät entfernt. Stattdessen wurden die Marketing-Materialien so geändert, dass man nun offenbar versucht, dennoch den Eindruck zu erwecken, es handele sich um ein durch und durch "amerikanisches" Produkt - ohne dies eindeutig zu versichern.

'Amerikanische Werte' und spontan geänderte Specs

Unter anderem behauptet die Website zum "Trump T1" jetzt, dass das Gerät "mit amerikanischen Werten" designt sei. Anderswo ist von "Premium-Performance, stolz Amerikanisch" die Rede. Ferner hat es auch einige weitere Veränderungen auf der Website gegeben - inklusive kurzerhand veränderter Spezifikationen.

So ist das Display mittlerweile nicht mehr 6,78-, sondern nur noch 6,25-Zoll groß. Außerdem sind die Angaben zum zuvor mit 12 Gigabyte bezifferten Arbeitsspeicher kurzerhand entfernt worden. Hinzu kommt, dass der Hersteller jetzt keinen genauen Zeitraum für die Markteinführung des T1 mehr nennt. War zuvor von einer Verfügbarkeit ab September die Rede, so spricht man jetzt nur noch von "später in diesem Jahr".

Das Trump Mobile T1 soll im Grunde vor allem Kunden ansprechen, denen es ohnehin wahrscheinlich weitestgehend gleichgültig ist, ob sie ihr Gerät wirklich erhalten oder ob es Qualität bietet. Die Vorbestellung des Geräts bleibt weiterhin möglich, wobei die Käufer nach wie vor 100 US-Dollar auf den offiziellen Verkaufspreis von 499 Euro anzahlen können.
Zusammenfassung
  • Anfängliche Behauptung 'Made In America' von Trump-Smartphone-Website entfernt
  • Zweifel am US-Ursprung wegen fehlender Lieferkette für Smartphone-Produktion
  • Marketing änderte die Strategie auf "mit amerikanischen Werten designt"
  • Technische Spezifikationen wurden nachträglich geändert und abgeschwächt
  • Markteinführung von September auf unbestimmten Zeitpunkt verschoben
  • Vorbestellungen für 499 Dollar mit 100 Dollar Anzahlung weiterhin möglich

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