Windkraftanlagen ohne Rotorblätter können richtig effektiv sein
Windräder gelten als Schlüssel zur Energiewende - doch ihr Anblick, Lärm und Platzbedarf sorgen oft für Widerstand. Eine Alternative? Bladeless-Turbinen: schlank, leise, sicher - und laut neuer Studie jetzt erstmals effizient genug für echten Stromertrag.
Das zentrale technische Problem dabei: Je stärker die Bewegung, desto mehr Energie - aber auch desto größer die Belastung für das Material. Frühere Studien betrachteten meist nur Leistung oder Effizienz. Das Team um Wrik Mallik und Sondipon Adhikari kombiniert beides erstmals in einem gekoppelten Modell aus elastischer Strukturmechanik und aerodynamischem Oszillator. Der sogenannte Wake Oscillator bildet die Wirbel hinter dem Mast mathematisch ab und lässt sich auf verschiedene Designs anwenden - ohne aufwendige CFD-Simulationen (numerische Strömungsrechnungen zur exakten Berechnung von Luftströmungen).
Mit dieser Methode konnten die Forschenden tausende Designvarianten durchspielen. Die beste Kombination laut Studie: ein Mast mit 65 cm Durchmesser und 80 cm Länge. Dieser liefert unter typischen Windbedingungen (36-108 km/h) bis zu 460 Watt. Wichtig: Modelle mit mehr Leistung - teils bis zu 600 W - überschreiten die Materialbelastung und wären im Dauerbetrieb nicht sicher.
Neben der Leistung untersuchte das Team auch, wie effizient die Turbinen mit dem Wind umgehen. Dabei zeigte sich: Je stärker der Wind sein muss, damit eine Turbine viel Strom liefert, desto schlechter fällt oft die Bilanz aus. Mehr Wind bringt zwar mehr Energie, aber nicht jede Bauform nutzt das auch wirklich gut aus.
Fakten auf einen Blick
Die neue Modellierungsmethode gilt als Ausgangspunkt, um bladeless Turbinen künftig in die Kilowatt-Klasse zu bringen - also in Leistungsbereiche, die genug Strom für Haushalte oder kleinere Stromnetze liefern könnten. Zwar erreichen BWTs bislang nicht die Leistung klassischer Großanlagen mit Rotor, doch ihr leiser Betrieb, der geringe Platzbedarf und die einfache Wartung machen sie besonders für den Einsatz in Städten oder sensiblen Umgebungen interessant - überall dort, wo konventionelle Windräder an ihre Grenzen stoßen. Die Forschenden planen nun, das Modell für größere Anlagen und Schwärme aus mehreren BWTs weiterzuentwickeln.
Siehe auch:
Ohne Blätter: So effizient sind vibrierende Windmasten
Im Gegensatz zu klassischen Windrädern erzeugen "Bladeless Wind Turbines" (BWTs) ihre Energie nicht durch drehende Rotoren, sondern durch gezielte Schwingung. Wenn Wind an einem zylindrischen Mast vorbeiströmt, entstehen auf wechselnden Seiten Wirbel, die periodische Kräfte auf die Struktur ausüben. Diese Kräfte bringen den Mast zum Schwingen - ein Effekt, der bei bestimmten Bedingungen extrem verstärkt wird. Dieses Phänomen nennt sich "lock-in": Die natürliche Schwingfrequenz des Masts und die Frequenz der Wirbelbildung stimmen überein, was zu großen Amplituden führt. Genau diese Bewegung wird zur Stromerzeugung genutzt.Das zentrale technische Problem dabei: Je stärker die Bewegung, desto mehr Energie - aber auch desto größer die Belastung für das Material. Frühere Studien betrachteten meist nur Leistung oder Effizienz. Das Team um Wrik Mallik und Sondipon Adhikari kombiniert beides erstmals in einem gekoppelten Modell aus elastischer Strukturmechanik und aerodynamischem Oszillator. Der sogenannte Wake Oscillator bildet die Wirbel hinter dem Mast mathematisch ab und lässt sich auf verschiedene Designs anwenden - ohne aufwendige CFD-Simulationen (numerische Strömungsrechnungen zur exakten Berechnung von Luftströmungen).
Mit dieser Methode konnten die Forschenden tausende Designvarianten durchspielen. Die beste Kombination laut Studie: ein Mast mit 65 cm Durchmesser und 80 cm Länge. Dieser liefert unter typischen Windbedingungen (36-108 km/h) bis zu 460 Watt. Wichtig: Modelle mit mehr Leistung - teils bis zu 600 W - überschreiten die Materialbelastung und wären im Dauerbetrieb nicht sicher.
Neben der Leistung untersuchte das Team auch, wie effizient die Turbinen mit dem Wind umgehen. Dabei zeigte sich: Je stärker der Wind sein muss, damit eine Turbine viel Strom liefert, desto schlechter fällt oft die Bilanz aus. Mehr Wind bringt zwar mehr Energie, aber nicht jede Bauform nutzt das auch wirklich gut aus.
Viele triftige Gründe
Ein weiteres Ergebnis: Die Schwingungsfähigkeit hängt nicht nur vom Durchmesser, sondern auch stark vom Verhältnis zur Mastlänge ab. Kürzere, dickere Masten schwingen besser, sind aber auch mechanisch anfälliger. Die optimale Lösung liegt genau im Zwischenbereich. Die vollständige Studie wurde in Renewable Energy veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.renene.2025.123549).Fakten auf einen Blick
- Technologie: Bladeless Wind Turbine (BWT), basierend auf Vortex-Induced Vibrations
- Optimales Design: 80 cm Länge, 65 cm Durchmesser
- Maximale Leistung (strukturell sicher): 460 W
- Maximal mögliche Leistung (unsicher): bis 600 W
- Materialgrenze: ca. 60 MPa bei Nylon
- Vorteile: Keine beweglichen Teile, leise, vogelfreundlich, kompakt
Die neue Modellierungsmethode gilt als Ausgangspunkt, um bladeless Turbinen künftig in die Kilowatt-Klasse zu bringen - also in Leistungsbereiche, die genug Strom für Haushalte oder kleinere Stromnetze liefern könnten. Zwar erreichen BWTs bislang nicht die Leistung klassischer Großanlagen mit Rotor, doch ihr leiser Betrieb, der geringe Platzbedarf und die einfache Wartung machen sie besonders für den Einsatz in Städten oder sensiblen Umgebungen interessant - überall dort, wo konventionelle Windräder an ihre Grenzen stoßen. Die Forschenden planen nun, das Modell für größere Anlagen und Schwärme aus mehreren BWTs weiterzuentwickeln.
Wie funktionieren rotorlose Windturbinen?
Anders als herkömmliche Windräder nutzen rotorlose Turbinen sogenannte wirbelinduzierte Vibrationen. Diese schlanken, zylindrischen Strukturen schwanken im Wind ähnlich wie Laternenmasten bei stürmischem Wetter.
Wenn der Wind auf sie trifft, entstehen alternierende Luftwirbel, die die gesamte Struktur hin und her schaukeln lassen. Sobald die Frequenz dieser Schwingung mit der natürlichen Vibrationsneigung der Struktur übereinstimmt, wird die Bewegung erheblich verstärkt und in Elektrizität umgewandelt.
Wenn der Wind auf sie trifft, entstehen alternierende Luftwirbel, die die gesamte Struktur hin und her schaukeln lassen. Sobald die Frequenz dieser Schwingung mit der natürlichen Vibrationsneigung der Struktur übereinstimmt, wird die Bewegung erheblich verstärkt und in Elektrizität umgewandelt.
Welche Vorteile bieten sie?
Rotorlose Windturbinen sind deutlich leiser als konventionelle Windräder und benötigen weniger Platz, was sie besonders für städtische Umgebungen interessant macht. Sie stellen zudem eine geringere Gefahr für Wildtiere dar, was dem Naturschutz zugute kommt.
Ein weiterer Vorteil liegt in der geringeren Anzahl beweglicher Teile, was theoretisch zu niedrigeren Wartungskosten führen sollte. Laut Forschern der Universität Glasgow könnten sie in Zukunft eine unverzichtbare Rolle bei der Windstromerzeugung in urbanen Umgebungen spielen.
Ein weiterer Vorteil liegt in der geringeren Anzahl beweglicher Teile, was theoretisch zu niedrigeren Wartungskosten führen sollte. Laut Forschern der Universität Glasgow könnten sie in Zukunft eine unverzichtbare Rolle bei der Windstromerzeugung in urbanen Umgebungen spielen.
Wie viel Strom können sie erzeugen?
Aktuelle Prototypen erreichen laut der Studie eine maximale Leistung von etwa 100 Watt. Die Forscher der Universität Glasgow haben jedoch ein optimales Design identifiziert, das bis zu 460 Watt sicher liefern könnte - eine deutliche Steigerung gegenüber bisherigen Modellen.
Theoretisch könnten bestimmte Designs sogar bis zu 600 Watt erzeugen, allerdings auf Kosten der strukturellen Integrität. Die Wissenschaftler arbeiten daran, die Technologie auf Systeme mit 1 Kilowatt und mehr zu skalieren, was sie für Energieversorger deutlich praktischer machen würde.
Theoretisch könnten bestimmte Designs sogar bis zu 600 Watt erzeugen, allerdings auf Kosten der strukturellen Integrität. Die Wissenschaftler arbeiten daran, die Technologie auf Systeme mit 1 Kilowatt und mehr zu skalieren, was sie für Energieversorger deutlich praktischer machen würde.
Wie sieht das optimale Design aus?
Die Forscher haben durch Computersimulationen tausende Variationen von rotorlosen Windturbinen analysiert. Das ideale Design, das Stromerzeugung und Stabilität perfekt ausbalanciert, besteht aus einem 80 cm hohen Mast mit einem Durchmesser von 65 cm.
Dieses Design schafft einen "Sweet Spot", bei dem die Stromerzeugung maximiert wird, ohne die strukturelle Festigkeit zu gefährden. Die Ingenieure betonen, dass überraschenderweise nicht die Struktur mit der höchsten Energieeffizienz die höchste Leistungsabgabe erzielt, sondern ein ausgewogenes Mittelmaß.
Dieses Design schafft einen "Sweet Spot", bei dem die Stromerzeugung maximiert wird, ohne die strukturelle Festigkeit zu gefährden. Die Ingenieure betonen, dass überraschenderweise nicht die Struktur mit der höchsten Energieeffizienz die höchste Leistungsabgabe erzielt, sondern ein ausgewogenes Mittelmaß.
Sind sie bereit für den Markt?
Rotorlose Windturbinen befinden sich noch in einem frühen Stadium der Forschung und Entwicklung. Die neue Studie könnte jedoch helfen, sie von kleinen Feldversuchen zu praktischen Formen der Stromerzeugung für nationale Stromnetze weiterzuentwickeln.
Professor Sondipon Adhikari von der Universität Glasgow hofft, dass die Forschung die Industrie dazu anregen wird, neue Prototypen zu entwickeln, indem sie das effizienteste Design klar aufzeigt. Die Beseitigung eines Teils der Unsicherheiten bei der Verfeinerung von Prototypen könnte dazu beitragen, diese Technologie marktreif zu machen.
Professor Sondipon Adhikari von der Universität Glasgow hofft, dass die Forschung die Industrie dazu anregen wird, neue Prototypen zu entwickeln, indem sie das effizienteste Design klar aufzeigt. Die Beseitigung eines Teils der Unsicherheiten bei der Verfeinerung von Prototypen könnte dazu beitragen, diese Technologie marktreif zu machen.
Wo könnten sie eingesetzt werden?
Besonders in städtischen Umgebungen, wo konventionelle Windturbinen weniger praktikabel sind, könnten rotorlose Windturbinen zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Durch ihren geringeren Platzbedarf und die niedrigere Geräuschentwicklung eignen sie sich für dicht besiedelte Gebiete.
Die Forscher planen, ihr Verständnis des Designs weiter zu verfeinern und zu untersuchen, wie die Technologie für ein breites Spektrum von Anwendungen skaliert werden kann. Es wird erwartet, dass sie eine ergänzende Technologie zu herkömmlichen Windturbinen darstellen könnten, besonders in Bereichen mit Platzbeschränkungen.
Die Forscher planen, ihr Verständnis des Designs weiter zu verfeinern und zu untersuchen, wie die Technologie für ein breites Spektrum von Anwendungen skaliert werden kann. Es wird erwartet, dass sie eine ergänzende Technologie zu herkömmlichen Windturbinen darstellen könnten, besonders in Bereichen mit Platzbeschränkungen.
Was ist die nächste Forschungsetappe?
Die Wissenschaftler der Universität Glasgow planen, ihr Verständnis des Designs von rotorlosen Windturbinen weiter zu verfeinern und zu erforschen, wie die Technologie für verschiedenste Anwendungen hochskaliert werden kann.
Besonders interessant ist die Erforschung von Metamaterialien - speziell entwickelten Materialien mit Eigenschaften, die in der Natur nicht vorkommen. Diese könnten laut der Forscher die Effektivität der rotorlosen Windturbinen in den kommenden Jahren erheblich steigern und neue Möglichkeiten für die Technologie eröffnen.
Besonders interessant ist die Erforschung von Metamaterialien - speziell entwickelten Materialien mit Eigenschaften, die in der Natur nicht vorkommen. Diese könnten laut der Forscher die Effektivität der rotorlosen Windturbinen in den kommenden Jahren erheblich steigern und neue Möglichkeiten für die Technologie eröffnen.
Wer entwickelt diese Technologie?
Die aktuelle Forschung wurde von einem Team der Universität Glasgow durchgeführt, darunter Dr. Wrik Mallik und Professor Sondipon Adhikari von der James Watt School of Engineering sowie der Masterstudent Janis Breen.
Ihre Studie mit dem Titel "Performance analysis and geometric optimisation of bladeless wind turbines using wake oscillator model" wurde in der Fachzeitschrift Renewable Energy veröffentlicht. Die Forscher nutzten fortschrittliche Computersimulationen, um die optimalen Designparameter für rotorlose Windturbinen zu identifizieren.
Ihre Studie mit dem Titel "Performance analysis and geometric optimisation of bladeless wind turbines using wake oscillator model" wurde in der Fachzeitschrift Renewable Energy veröffentlicht. Die Forscher nutzten fortschrittliche Computersimulationen, um die optimalen Designparameter für rotorlose Windturbinen zu identifizieren.
Zusammenfassung
- Bladeless-Turbinen erzeugen Strom durch Schwingung statt Rotation
- Zentrale Herausforderung ist die Balance zwischen Leistung und Materialbelastung
- Optimales Design liefert bis zu 460 Watt bei Windgeschwindigkeiten von 36-108 km/h
- Verhältnis von Mastlänge zu Durchmesser entscheidend für Schwingungsfähigkeit
- Neue Modellierungsmethode könnte Turbinen in die Kilowatt-Klasse bringen
- Vorteile: keine beweglichen Teile, leiser Betrieb und geringer Platzbedarf
- Besonders geeignet für städtische Umgebungen mit begrenztem Raum
Siehe auch:
- Windkraft: Alte Rotorblätter werden zu widerstandsfähigen Straßen
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- Windkraft: China hat 35-MW-Testanlage und stärkste Schwimm-Turbine
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Thema:
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