Original Sony-Konsolen: Tüftler baut neues Mainboard für PlayStation 1
Nach gut 30 Jahren macht so manches Elektronikgerät schlapp, was auch für die Sony PlayStation der 1. Generation gilt. Wer noch eine Original-Konsole aus den 1990er-Jahren besitzt, kann diese dank unabhängig entwickelten neuen Mainboards wiederbeleben.
Die Platine ist vollkommen funktionstüchtig und nimmt die Chips einer alten PlayStation der ersten Generation auf. Sie lässt sich auch als Ersatz ohne physische Anpassungen in einer PlayStation verbauen. Das Mainboard ist somit keine Emulationsplattform oder ein auf FPGA-Chips basierender Nachbau, sondern ein für die Verwendung von Sonys Originalkomponenten konzipiertes Mainboard.
Brodesco musste das komplette PCB-Design in seiner Bastlerhöhle nachvollziehen
Brodesco hat allerdings durchaus Anpassungen vorgenommen. So stellt sein "nsOne"-Mainboard (kurz für "not Sony's One") eigentlich eine Art Mischung aus mehreren Designs dar. Die Grundlage bildet das "PU-23" genannte Mainboard von PS1-Konsolen mt der Modellnummer "SCPH-900X". Der Entwickler integrierte aber wieder einen Parallel-Port, den Sony eigentlich bei späteren Revisionen des Mainboards der PlayStation 1 entfernt hat.
Mockups zeigen das neue...
nSone-Mainboard für die PS1
Das Projekt ist durchaus aufwendig. So schliff Brodesco unter anderem die Ebenen eines Original-Mainboards von Sony ab, um die Leiterbahnen freizulegen und zu dokumentieren. Im Anschluss wurden die Service-Handbücher und andere Datenblätter verwendet, um das Design des Boards nachvollziehbar zu machen.
Außerdem erstellte der Entwickler erstmals eine "Kopie" des Designs in moderner PCB-Design-Software. Dazu war es nötig, die Pin-Belegung diverser Komponenten und andere Details zu ermitteln, wobei Sony dazu in vielen Fällen keinerlei offizielle Angaben veröffentlicht hat. Der Tüftler sorgte im Anschluss auch noch dafür, dass das Design möglichst stark optimiert wurde, ohne die Funktionsfähigkeit in Verbindung mit den Original-Chips und der Original-Software zu reduzieren.
Aktuell ist Brodesco noch damit beschäftigt, aus dem Mockup, der auf Kickstarter zu sehen ist, eine vollständige Version des "nsOne"-Boards mit mehrlagiger Leitungsführung und finalem Layout zu entwickeln, die dann möglichst rasch erprobt werden und in Produktion gehen soll. Seinen Angaben zufolge ist das Vorhaben vor allem ein Tribut an die PS1, mit der er unter anderem dafür sorgen will, die Hardware-Architektur der Konsole für die Zukunft zu bewahren.
Siehe auch:
Neue Platine für alte Chips und Software
Der Elektroingenieur Lorentio Brodesco hat in der letzten Woche einen Entwurf eines selbst entwickelten Mainboards namens "nsOne" vorgestellt, bei dem es sich um das erste Custom-Mainboard für die Sony PlayStation 1 handelt, das in der gut 30-jährigen Geschichte der ersten Spielkonsole des japanischen Herstellers handelt.Die Platine ist vollkommen funktionstüchtig und nimmt die Chips einer alten PlayStation der ersten Generation auf. Sie lässt sich auch als Ersatz ohne physische Anpassungen in einer PlayStation verbauen. Das Mainboard ist somit keine Emulationsplattform oder ein auf FPGA-Chips basierender Nachbau, sondern ein für die Verwendung von Sonys Originalkomponenten konzipiertes Mainboard.
Brodesco musste das komplette PCB-Design in seiner Bastlerhöhle nachvollziehen
Nutzer müssen eigene Komponenten mitbringen
Wer das nsOne nutzen will, muss somit CPU, Grafikeinheit, SPU, Oszillatoren, Spannungsregler und diverse weitere Komponenten auf die Platine löten. Brodesco konnte das neue Mainboard mittels Reverse-Engineering entwickeln, weil ihm seit März 2024 eine vollständige Dokumentation des Herstellers dazu vorliegt. Damals war er gerade dabei eine PlayStation 1 zu reparieren und stieß auf die internen Infos von Sony, heißt es unter anderem bei Ars Technica.Brodesco hat allerdings durchaus Anpassungen vorgenommen. So stellt sein "nsOne"-Mainboard (kurz für "not Sony's One") eigentlich eine Art Mischung aus mehreren Designs dar. Die Grundlage bildet das "PU-23" genannte Mainboard von PS1-Konsolen mt der Modellnummer "SCPH-900X". Der Entwickler integrierte aber wieder einen Parallel-Port, den Sony eigentlich bei späteren Revisionen des Mainboards der PlayStation 1 entfernt hat.
Mockups zeigen das neue...
nSone-Mainboard für die PS1
Neues PCB entstand mit gigantischem Aufwand
Ferner setzt Brodesco auf ein PCB-Design mit vier Lagen, während Sony seinerzeit nur eine zweilagige Fertigung verwendete. Seit der Tüftler sein Projekt vorgestellt hat, konnte er über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter fast 6000 Euro einsammeln, um die Produktion von Prototypen und deren Erprobung zu finanzieren.Das Projekt ist durchaus aufwendig. So schliff Brodesco unter anderem die Ebenen eines Original-Mainboards von Sony ab, um die Leiterbahnen freizulegen und zu dokumentieren. Im Anschluss wurden die Service-Handbücher und andere Datenblätter verwendet, um das Design des Boards nachvollziehbar zu machen.
Außerdem erstellte der Entwickler erstmals eine "Kopie" des Designs in moderner PCB-Design-Software. Dazu war es nötig, die Pin-Belegung diverser Komponenten und andere Details zu ermitteln, wobei Sony dazu in vielen Fällen keinerlei offizielle Angaben veröffentlicht hat. Der Tüftler sorgte im Anschluss auch noch dafür, dass das Design möglichst stark optimiert wurde, ohne die Funktionsfähigkeit in Verbindung mit den Original-Chips und der Original-Software zu reduzieren.
Aktuell ist Brodesco noch damit beschäftigt, aus dem Mockup, der auf Kickstarter zu sehen ist, eine vollständige Version des "nsOne"-Boards mit mehrlagiger Leitungsführung und finalem Layout zu entwickeln, die dann möglichst rasch erprobt werden und in Produktion gehen soll. Seinen Angaben zufolge ist das Vorhaben vor allem ein Tribut an die PS1, mit der er unter anderem dafür sorgen will, die Hardware-Architektur der Konsole für die Zukunft zu bewahren.
Zusammenfassung
- Elektroingenieur entwickelt erstes Custom-Mainboard für PlayStation 1
- Das 'nsOne'-Board nutzt Originalchips und ist kein Emulator oder FPGA
- Für die Entwicklung wurden Sony-Dokumente und Reverse-Engineering genutzt
- Brodesco kombinierte verschiedene PS1-Designs und fügte den Parallelport ein
- Fast 6000 Euro wurden über Kickstarter für Prototypen-Produktion gesammelt
- Das Projekt soll die Hardware-Architektur der 30 Jahre alten Konsole bewahren
- Für die Entwicklung wurden Original-Mainboards präzise untersucht und analysiert
Siehe auch:
- PlayStation 5: Preissenkungen für alle PS5-Varianten stehen bevor
- Keine Tricks mehr: Sony sperrt zahlreiche Russen auf der PlayStation
- Ex-PlayStation-Chef: Höhere Spielepreise kommen "früher oder später"
- PlayStation 5: Sony bringt Retro-Themes für die Oberfläche zurück
- Preiserhöhung bei Sony: Die PlayStation 5 wird erneut teurer
Thema:
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