Geoengineering: Wir können die Erde mit Passagierflugzeugen abkühlen
Eine aktuelle Studie zeigt: Geoengineering zur Abkühlung der Erde könnte schneller starten als bisher gedacht. Bestehende Großraumflugzeuge könnten genutzt werden, um reflektierende Partikel in die Atmosphäre einzubringen.
Nach bisherigen Annahmen müsste Schwefeldioxid, das in der Stratosphäre reflektierende Partikel bildet, in etwa 20 Kilometern Höhe in den Tropen freigesetzt werden, um gezielt die einstrahlende Sonnenenergie zu reduzieren. Die neue Simulation zeigt hingegen, dass bereits eine Injektion in etwa 13 Kilometern Höhe über den Polarregionen eine globale Abkühlung bewirken kann - wenn auch mit geringerer Effizienz.
Laut der Studie um Alistair Duffey (UCL) wäre diese Strategie schneller umsetzbar als der Bau spezieller Flugzeuge, der laut früheren Untersuchungen ein Jahrzehnt dauern und Milliarden Dollar kosten würde. Wake Smith von der Yale University ergänzte: "Bestehende Flugzeuge bräuchten zwar erhebliche Modifikationen, aber dies wäre weitaus schneller als ein kompletter Neubau."
Dennoch betonen die Forscher: Stratospheric Aerosol Injection ersetzt keine Reduktion von Treibhausgasen. Die Methode müsste schrittweise eingeführt und ebenso kontrolliert wieder beendet werden, um abrupte Klimaeffekte zu vermeiden. Dr. Matthew Henry (University of Exeter) unterstreicht: "Nur durch Netto-Null-Emissionen lässt sich langfristige Klimastabilität erreichen."
Während verschwörungsgläubige Stimmen seit Jahren in harmlosen Kondensstreifen geheime Projekte wittern, zeigt die aktuelle Studie, wie gezielte Partikelemissionen tatsächlich aussehen könnten - transparent, berechnet und öffentlich diskutiert. Das bei dem ein oder anderen beim Blick auf dieses Projekt auch Erinnerungen an dystopische Unglücks-Szenarien wie in "Snowpiercer" wachgerufen werden, ist aber auch klar.
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Klimarettung aus der Luft: Flugzeuge als Gamechanger
Stratospheric Aerosol Injection (SAI) galt bisher als schwer umsetzbar, da sie speziell entwickelte Hochleistungsflugzeuge benötigte. Eine aktuelle Modellierungsstudie der University College London (UCL) legt nun nahe, dass bereits existierende Maschinen wie die Boeing 777F ausreichen könnten, um entsprechende Partikel in die Atmosphäre einzubringen.Nach bisherigen Annahmen müsste Schwefeldioxid, das in der Stratosphäre reflektierende Partikel bildet, in etwa 20 Kilometern Höhe in den Tropen freigesetzt werden, um gezielt die einstrahlende Sonnenenergie zu reduzieren. Die neue Simulation zeigt hingegen, dass bereits eine Injektion in etwa 13 Kilometern Höhe über den Polarregionen eine globale Abkühlung bewirken kann - wenn auch mit geringerer Effizienz.
Das solare Geoengineering birgt ernsthafte Risiken, und es ist noch viel mehr Forschung nötig, um seine Auswirkungen zu verstehen. Unsere Studie deutet jedoch darauf hin, dass es einfacher ist, den Planeten mit dieser speziellen Maßnahme zu kühlen, als wir dachten.Wie die Forscher im Fachjournal Earth's Future berichten, könnten kommerzielle Jets vorhandene Flughöhen erreichen und Schwefeldioxid freisetzen. Allerdings müssten dreimal so viele Partikel ausgestoßen werden, um dieselbe Kühlwirkung wie bei einer tropischen Hochinjektion zu erzielen, was Nebenwirkungen wie sauren Regen verstärken könnte.
Laut der Studie um Alistair Duffey (UCL) wäre diese Strategie schneller umsetzbar als der Bau spezieller Flugzeuge, der laut früheren Untersuchungen ein Jahrzehnt dauern und Milliarden Dollar kosten würde. Wake Smith von der Yale University ergänzte: "Bestehende Flugzeuge bräuchten zwar erhebliche Modifikationen, aber dies wäre weitaus schneller als ein kompletter Neubau."
Minus 0,6 °C sind möglich
Das Forschungsteam nutzte das UKESM1-Klimamodell, um verschiedene Szenarien zu simulieren. Die Ergebnisse zeigen, dass 12 Millionen Tonnen Schwefeldioxid jährlich in 13 Kilometern Höhe, saisonal verteilt über die Nord- und Südpolargebiete, die Erde um etwa 0,6 °C abkühlen könnten.Dennoch betonen die Forscher: Stratospheric Aerosol Injection ersetzt keine Reduktion von Treibhausgasen. Die Methode müsste schrittweise eingeführt und ebenso kontrolliert wieder beendet werden, um abrupte Klimaeffekte zu vermeiden. Dr. Matthew Henry (University of Exeter) unterstreicht: "Nur durch Netto-Null-Emissionen lässt sich langfristige Klimastabilität erreichen."
Während verschwörungsgläubige Stimmen seit Jahren in harmlosen Kondensstreifen geheime Projekte wittern, zeigt die aktuelle Studie, wie gezielte Partikelemissionen tatsächlich aussehen könnten - transparent, berechnet und öffentlich diskutiert. Das bei dem ein oder anderen beim Blick auf dieses Projekt auch Erinnerungen an dystopische Unglücks-Szenarien wie in "Snowpiercer" wachgerufen werden, ist aber auch klar.
Zusammenfassung
- Geoengineering zur Erdabkühlung könnte mit bestehenden Flugzeugen starten
- Stratospheric Aerosol Injection in geringerer Höhe über Polarregionen möglich
- Kommerzielle Jets könnten Schwefeldioxid in 13 km Höhe freisetzen
- Dreifache Partikelmenge nötig, verstärkte Nebenwirkungen wie saurer Regen
- Jährlich 12 Mio. Tonnen SO2 könnten Erde um etwa 0,6 °C abkühlen
- Methode ersetzt nicht Treibhausgasreduktion, kontrollierter Einsatz nötig
- Langfristige Klimastabilität nur durch Netto-Null-Emissionen erreichbar
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