Nvidia: Bug in neuem GeForce-Treiber lässt Grafikkarten heiß laufen

Erneut verursacht der neueste GeForce-Treiber einen Fehler. So funktioniert die Temperaturerfassung der Grafikkarte nicht mehr zuverlässig. Das kann zu falschen Takt- und Spannungseinstellungen führen und potenziell Folgen für die Hardware haben.
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Nvidia-Treiber mit gefährlichem Temperatur-Bug

Die Probleme mit Nvidias GeForce-Treibern reißen nicht ab. Nachdem in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Fehler aufgetreten waren, die Nvidia zur Veröffentlichung mehrerer Hotfix-Treiber zwangen, sind weiterhin nicht alle Schwierigkeiten beseitigt. Der aktuelle Treiber in der Version 576.02, der über 40 Fehler beheben soll, scheint jetzt ebenfalls einen ernsten Bug zu enthalten. Dieses Mal ist die Temperaturüberwachung der GPUs betroffen.

Due Ursache liegt allem Anschein nach bei der Schnittstelle NvAPI_GPU_GetThermalSettings, die für die Erfassung der GPU-Temperaturen zuständig ist. Diese kann unter bestimmten Umständen einfrieren, wodurch die Grafikkarte falsche Temperaturwerte meldet. Das Problem tritt wohl vermehrt nach dem Aufwecken des Systems aus dem Standby-Modus oder bei aktiviertem Fast-Startup-Feature von Windows auf.


Wie ComputerBase berichtet, meldeten zahlreiche Nutzer in der Community des Technik-Portals GPU-Temperaturen, die entweder deutlich vom gewohnten Niveau abwichen oder völlig "unrealistische" Werte anzeigten. Dabei geht es allerdings um mehr als nur einen Anzeigefehler. Denn werden falsche Temperaturwerte gemeldet, hat das potenziell auch Auswirkungen auf den Betrieb bzw. die Leistung der Grafikkarte.

Überhitzungsgefahr durch falsche Steuerung

Die Temperaturwerte sind für die Grafikkarte nicht nur ein Messwert, sondern bilden die Grundlage für wichtige Betriebsparameter. Wenn der Treiber aufgrund falscher Werte nicht mehr korrekt arbeitet, kann er die Frequenz-Spannungs-Kurve nicht mehr an die tatsächliche Betriebstemperatur anpassen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass die Grafikkarte mit zu hohen Taktraten und/oder Spannungen betrieben wird und hohe Temperaturen erreicht werden. Ob das im Extremfall sogar zu Schäden an der Hardware führen kann, ist bisher nicht klar. Zumindest theoretisch ist es jedoch denkbar.

Entwickler des beliebten Tuning-Tools MSI Afterburner bestätigten das Problem in einem Post auf Reddit. Gleichzeitig heißt es jedoch, dass einige Drittanbieter-Tools auf eine zweite "undokumentierte" API zugreifen, um korrekte Temperaturwerte zu erfassen. Dazu gehören etwa die Programme GPU_Z und HwInfo. Andere Tools wie PresentMon oder NZXT CAM liefern jedoch falsche Werte.

Das können Nutzer tun

Wer vom Problem betroffen ist, hat derzeit nur begrenzte Möglichkeiten zur Abhilfe. Das Deinstallieren und Neuinstallieren von Temperatur-Überwachungssoftware bringt keine Besserung. Einzig ein Neustart des Systems bzw. der Sensor-API kann die eingefrorene Schnittstelle wohl wieder zum Laufen bringen.

Als präventive Maßnahme empfiehlt es sich, eines der bereits oben genannten Drittanbieter-Tools zur Temperaturüberwachung zu nutzen, um ungewöhnliche Werte frühzeitig zu erkennen. Alternativ kann auf einen älteren, stabilen GeForce-Treiber zurückgegriffen werden, bis Nvidia das Problem behoben hat. Immerhin führt das Unternehmen den Fehler schon in der offiziellen Liste der bekannten Fehler unter Eintrag Nummer [5231307] auf.

Habt ihr auch schon seltsame Temperaturwerte bei eurer GeForce-Karte bemerkt? Seid ihr vom Problem betroffen oder nutzt ihr vorsichtshalber noch einen älteren Treiber? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Download GPU-Z - Kostenloses Info-Tool für Grafikkarten Download HWiNFO - Kostenloses Systeminformations-Tool
Zusammenfassung
  • Neuer GeForce-Treiber führt zu Problemen bei Temperaturerfassung
  • Fehlerhafte Temperaturwerte können zu falschen GPU-Einstellungen führen
  • Problem tritt oft nach Standby oder mit Fast-Startup-Feature von Windows auf
  • Falsche Werte können potenziell gefährliche Folgen für die Hardware haben
  • Einige Drittanbieter-Tools nutzen alternative API zur Temperaturmessung
  • Neustart des Systems kann vorübergehend Abhilfe schaffen
  • Empfehlung: Ältere Treiber oder Drittanbieter-Tools zur Überwachung nutzen

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