Umsonst angebiedert? Meta könnte WhatsApp und Instagram verlieren

Das auffällige Heranwanzen des Meta-Chefs Mark Zuckerberg an die Trump-Regierung dürfte auch zum Ziel gehabt haben, vielleicht doch noch einen gefährlichen Kartellprozess zu verhindern oder abzumildern. Dies scheint aber nicht funktioniert zu haben.
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Prozess beginnt bald

Nach der Wiederwahl Donald Trumps hat sich die Stimmung im Silicon Valley und insbesondere auch bei Meta gewandelt. Programme zur Förderung von Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) wurden zurückgefahren. Zuckerberg ging sogar noch deutlich weiter: Er schwenkte auf die rechte Argumentation um und räumte ein, dass Facebook während der Biden-Regierung Inhalte zensiert habe. Faktenchecks sollen nun abgeschafft und die Moderation von Inhalten reduziert werden.

Doch während Zuckerberg politisch taktiert, könnte er sich laut einem Bericht des Wall Street Journal beim Weißen Haus übernommen haben. Im Zentrum steht dabei der anstehende Kartellrechtsprozess von Meta, der die Übernahmen von Instagram und WhatsApp betrifft. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC wirft Meta vor, mit den Akquisitionen in den Jahren 2012 und 2014 nicht fair zu konkurrieren, sondern vielmehr potenzielle Bedrohungen ausgeschaltet zu haben.


Der Prozess ist für den 14. April 2025 angesetzt und geht auf eine Klage der FTC aus dem Jahr 2020 zurück. Ein Memorandum des zuständigen US-Bezirksgerichts zeigte bereits belastende interne Nachrichten: Schon 2012 zeigte sich Zuckerberg demnach besorgt über das rasante Wachstum von Instagram. Er beschrieb Facebook als "weit zurückliegend" und sprach davon, dass Instagram "wirklich angsteinflößend" schnell wachse. Er erwog damals, Instagram zu kaufen, um einen ernsthaften Konkurrenten zu "neutralisieren".

Belastende Nachrichten

Auch im Fall von WhatsApp zeigen interne Berichte, dass Meta fürchtete, Messaging-Dienste könnten sich zu vollwertigen sozialen Netzwerken entwickeln, wie es in Asien mit Line und WeChat geschah. Ein Meta-Manager soll sogar gesagt haben, die Idee, dass WhatsApp zu einem Social-Media-Giganten heranwachsen könnte, halte ihn "nachts wach".

Sollte das Gericht der Argumentation der FTC folgen, könnte Meta gezwungen werden, Instagram und WhatsApp auszugliedern. Dies würde nicht nur das Unternehmen selbst, sondern die gesamte Social-Media-Landschaft erheblich erschüttern. Allerdings dürfte die FTC es schwer haben, die entscheidende Hürde zu nehmen: Sie muss nachweisen, dass Metas Strategie dem Wettbewerb oder den Verbrauchern direkt geschadet hat - eine anspruchsvolle Anforderung, so Experten.

Zusammenfassung
  • Meta-Chef Zuckerberg näherte sich der Trump-Regierung trotz Kartellprozess an
  • Meta reduzierte DEI-Programme und lockerte Inhaltsmoderation nach Trumps Sieg
  • FTC wirft Meta vor, mit Übernahmen von Instagram und WhatsApp unfair agiert zu haben
  • Interne Nachrichten zeigen Metas Bedenken über Wachstum von Instagram und WhatsApp
  • Bei Erfolg der FTC-Klage könnte Meta gezwungen sein, Instagram und WhatsApp abzugeben
  • Prozessbeginn ist für den 14. April 2025 angesetzt
  • FTC muss Schaden für Wettbewerb oder Verbraucher nachweisen - eine große Hürde

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