Kinder haben kein Problem, Australiens Social-Media-Bann auszuhebeln
Australien hat mit einem Social-Media-Bann für Kinder für Schlagzeilen gesorgt. Doch trotz Beschränkungen nutzen 84 Prozent der australischen Kinder unter 13 Jahren soziale Medien. Ein neuer Bericht zeigt, wie leicht die Plattformen umgangen werden können.
Die beliebten Plattformen YouTube, TikTok, Instagram und Snapchat führen die Liste der meistgenutzten Dienste an. Dabei greifen die Kinder auf verschiedene Methoden zurück, um die Alterskontrollen zu umgehen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, über das Konto eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten auf soziale Medien zuzugreifen.
Die australische Regierung hat im November 2024 ein Gesetz verabschiedet, das ab Ende 2025 die Nutzung sozialer Medien für Personen unter 16 Jahren verbieten soll. Diese Maßnahme wird von 77 Prozent der Bevölkerung unterstützt und könnte einen globalen Präzedenzfall schaffen.
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Kinder umgehen Alterskontrollen
Eine neue Studie der australischen eSafety Commission offenbart, dass die meisten Kinder unter 13 Jahren regelmäßig soziale Medien nutzen - und das trotz bestehender Altersbeschränkungen. Laut dem Bericht haben 84 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen in Australien seit Anfang 2024 mindestens einen Social-Media- oder Messaging-Dienst verwendet - und machen das weiterhin.Die beliebten Plattformen YouTube, TikTok, Instagram und Snapchat führen die Liste der meistgenutzten Dienste an. Dabei greifen die Kinder auf verschiedene Methoden zurück, um die Alterskontrollen zu umgehen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, über das Konto eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten auf soziale Medien zuzugreifen.
Ineffektive Altersüberprüfung
Wie Reuters berichtet, zeigt die Untersuchung erhebliche Lücken bei der Durchsetzung von Altersbeschränkungen auf. Die eSafety Commission befragte acht führende Social-Media-Unternehmen, darunter YouTube, Facebook und Twitch, zu ihren Altersverifizierungsmethoden. Mit Ausnahme von Reddit verlangen zwar alle Dienste bei der Anmeldung die Eingabe eines Geburtsdatums, allerdings verlassen sich die Plattformen ausschließlich auf diese Selbstauskunft, ohne weitere Überprüfungen vorzunehmen.Es gibt noch erheblichen Handlungsbedarf bei Social-Media-Plattformen, die sich auf wahrheitsgemäße Selbstauskunft zur Altersbestimmung verlassen, insbesondere angesichts der bevorstehenden Durchsetzung der gesetzlichen Mindestaltersbeschränkung durch die Regierung.Einige Plattformen wie TikTok, Twitch und Snapchat setzen zwar proaktive Technologien zur Erkennung minderjähriger Nutzer ein, die Wirksamkeit dieser Maßnahmen scheint jedoch begrenzt. Nur 13 Prozent der Kinder mit aktiven Konten berichteten, dass ihre Accounts aufgrund des Alters gesperrt wurden.
Die australische Regierung hat im November 2024 ein Gesetz verabschiedet, das ab Ende 2025 die Nutzung sozialer Medien für Personen unter 16 Jahren verbieten soll. Diese Maßnahme wird von 77 Prozent der Bevölkerung unterstützt und könnte einen globalen Präzedenzfall schaffen.
Reaktionen der Plattformen
Die Reaktionen der betroffenen Unternehmen fallen unterschiedlich aus. TikTok etwa betont, dass seit Anfang 2023 über eine Million australische Nutzerkonten entfernt wurden, die verdächtigt wurden, zu Nutzern jünger als 13 Jahre zu gehören. Meta, zu dem Facebook und Instagram gehören, argumentiert hingegen, dass die Durchsetzung von Altersbeschränkungen in der Verantwortung der App-Stores liegen sollte.
Zusammenfassung
- 84 Prozent der Kinder unter 13 umgehen Altersbeschränkungen
- YouTube, TikTok, Instagram und Snapchat sind beliebteste Plattformen
- Kinder nutzen oft Elternkonten für Zugriff auf soziale Medien
- Plattformen verlassen sich meist nur auf Selbstauskunft des Alters
- Australien plant ab Ende 2025 Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige
- TikTok entfernte eine Million verdächtige Konten seit Anfang 2023
- Meta sieht App-Stores in der Verantwortung für Altersbeschränkungen
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