Forscher "sprachlos" über seltsame Dynamik der Tiefsee-Strömungen
Tiefenströmungen im Ozean zeigen sich deutlich dynamischer als bisher angenommen. Eine neue Studie enthüllt überraschende Erkenntnisse über die "Förderbänder" der Meere und stellt bisherige Modelle infrage. Was bedeutet das für unser Verständnis der Ozeane?
"Wir waren sehr überrascht, wie variabel alle Strömungen waren, sogar zwischen Messpunkten, die recht nahe beieinander lagen", erklärt Lewis Bailey, Geowissenschaftler an der Universität Calgary. Die Ursachen für diese Schwankungen sind vielfältig: Jahreszeiten, Gezeitenzyklen und die Topografie des Meeresbodens spielen eine wichtige Rolle. "Alle Geologen, die an diesem Projekt beteiligt sind, waren sprachlos angesichts der Variabilität", so Bailey.
Die in Nature Geoscience veröffentlichte Studie (via Eos) basiert auf einem einzigartigen Datensatz. 34 Strömungsmesser erfassten über vier Jahre hinweg alle zehn Minuten die Geschwindigkeit und Richtung der Strömungen in einem Gebiet von 2.500 Quadratkilometern. Diese detaillierten Messungen ermöglichten erstmals einen umfassenden Einblick in die Dynamik der Tiefenströmungen.
Siehe auch:
Meeresströmungen ganz anders: Neue Dynamik entdeckt
Bislang galten Meeresströmungen am Meeresboden als relativ konstant. So vermutet man vor der Küste Mosambiks nach bisheriger Lehrmeinung eine stetige Nordströmung. Doch neue Daten zeichnen ein völlig anderes Bild: Die Tiefenströmungen ändern häufig ihre Geschwindigkeit und sogar ihre Richtung. Diese Dynamik überraschte selbst die Forscher."Wir waren sehr überrascht, wie variabel alle Strömungen waren, sogar zwischen Messpunkten, die recht nahe beieinander lagen", erklärt Lewis Bailey, Geowissenschaftler an der Universität Calgary. Die Ursachen für diese Schwankungen sind vielfältig: Jahreszeiten, Gezeitenzyklen und die Topografie des Meeresbodens spielen eine wichtige Rolle. "Alle Geologen, die an diesem Projekt beteiligt sind, waren sprachlos angesichts der Variabilität", so Bailey.
Die in Nature Geoscience veröffentlichte Studie (via Eos) basiert auf einem einzigartigen Datensatz. 34 Strömungsmesser erfassten über vier Jahre hinweg alle zehn Minuten die Geschwindigkeit und Richtung der Strömungen in einem Gebiet von 2.500 Quadratkilometern. Diese detaillierten Messungen ermöglichten erstmals einen umfassenden Einblick in die Dynamik der Tiefenströmungen.
Lehrbücher veraltet
Die neuen Erkenntnisse haben weitreichende Folgen. Bisherige Simulationen zur Verteilung von Sedimenten und Schadstoffen in der Tiefsee müssen überdacht werden. Auch die Rekonstruktion historischer Ozeanbedingungen steht vor neuen Herausforderungen. Mike Clare vom National Oceanography Centre fasst zusammen: "Diese Förderbänder von Strömungen, die unseren ganzen Planeten umspannen, werden viel komplizierter sein, als die Lehrbuchmodelle vermuten lassen."
Zusammenfassung
- Neue Studie zeigt unerwartete Dynamik in Tiefenströmungen
- Forscher an der Universität Calgary überrascht von Variabilität
- Daten aus 34 Strömungsmessern über vier Jahre gesammelt
- Veränderungen in Geschwindigkeit und Richtung der Strömungen
- Einfluss von Jahreszeiten, Gezeiten und Meeresbodentopografie
- Bisherige Modelle zur Sediment- und Schadstoffverteilung infrage gestellt
- Lehrbuchmodelle der Ozeanströmungen "müssen überdacht werden"
Siehe auch:
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