Palworld-Klage könnte Jahre dauern, hat wenig Erfolgsaussicht

Nintendo hat vor Kurzem Palworld-Macher Pocketpair verklagt. Ein Pa­tent­experte sieht darin möglicherweise nur Einschüchterung. Der Rechts­streit könnte sich über Jahre hinziehen, doch Pocketpair kann sich die Verteidigung wohl leisten. Die Auswirkungen sind zudem beschränkt.
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Pocket Pair

Patentstreit statt Pokémon-Klone

Nintendo hat eine Patentklage gegen den Palworld-Entwickler Pocketpair eingereicht. Überraschenderweise geht es dabei nicht um die umstrittene Ähnlichkeit der Palworld-Kreaturen zu Pokémon, sondern um technische Patente. Der renommierte Patentexperte Florian Mueller sieht in diesem Vorgehen möglicherweise einen Einschüchterungsversuch seitens Nintendo (via VG247).

Mueller erläutert: "Es sieht so aus, als würden sie nicht wegen kreativer Rechte in Bezug auf das Aussehen der Palworld-Charaktere klagen, obwohl es anfangs so schien, als wären sie darüber besorgt." Stattdessen vermutet er, dass es sich um Softwarepatente handeln könnte, die beispielsweise 3D-Bildrendering betreffen. Solche Techniken könnten sowohl für Pokémon-ähnliche als auch für völlig andere Designs verwendet werden.

Der Experte zweifelt an der Stärke von Nintendos Position: "Es ist unwahrscheinlich, dass Nintendo gültige Patente besitzt, die so mächtig sind, dass sie Pocketpair daran hindern könnten, Palworld zu entwickeln." Mueller betont, dass solche Patente in der Regel umgangen werden können, indem man ähnliche Effekte mit anderen Techniken erzielt.

Langwieriger Rechtsstreit erwartet

Der Rechtsstreit könnte sich laut Mueller (in einem weiteren Tweet) über einen längeren Zeitraum erstrecken: "Nintendo gegen Pocketpair sieht für mich nach einem Streit aus, der eher fünf Jahre dauern wird, als im ersten Jahr beigelegt zu werden." Dies könnte sogar in Nintendos Interesse liegen, um den Prozess in die Länge zu ziehen.

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Trotz der potenziell langen Dauer des Rechtsstreits sieht Mueller Pocketpair gut gerüstet: "Pocketpair kann sich das leisten. Problemlos." Er fügt hinzu: "Das ist nicht wie Epic gegen Apple und Google, wo es Hunderte von Millionen (Dollar) kostet."

Auswirkungen begrenzt

Ein interessanter Aspekt des Falls ist seine geografische Begrenztheit. Mueller weist darauf hin, dass japanische Patente nur in Japan gültig sind. Selbst wenn Nintendo in Japan gewinnen sollte, könnte Pocketpair das Spiel möglicherweise weiterhin im Rest der Welt anbieten. Für ein Verbot in anderen Märkten, wie den USA, müsste Nintendo dort separate Klagen einreichen.

Kleinere Unternehmen wie Pocketpair besitzen in der Regel keine eigenen Patente für Gegenklagen. Mueller schlägt jedoch vor, dass Pocketpair eventuell Patente erwerben könnte, um Druck auf Nintendo auszuüben. Dies wäre eine mögliche Strategie, um in Verhandlungen eine bessere Position zu erreichen.

Pocketpair selbst hat sich bereits vergangene Woche zu den Vorwürfen geäußert und erklärt: "Wir werden unser Möglichstes für unsere Fans tun und sicherstellen, dass Indie-Spieleentwickler nicht daran gehindert oder entmutigt werden, ihre kreativen Ideen zu verfolgen."

Zusammenfassung
  • Nintendo klagt gegen Pocketpair wegen Patentrechten
  • Patentexperte Mueller sieht Einschüchterungsversuch von Nintendo
  • Klage bezieht sich auf technische Patente, nicht auf Charakter-Ähnlichkeiten
  • Mueller bezweifelt die Stärke von Nintendos Patentansprüchen
  • Rechtsstreit könnte sich über fünf Jahre erstrecken
  • Pocketpair finanziell gut aufgestellt für langen Rechtsstreit
  • Japanische Patente begrenzen Nintendos Klage auf Japan

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