Straßenbahn statt Lieferwagen:
Frankfurt testet neuartige Paket-Tram

Amazon testet in Frankfurt am Main einen innovativen Ansatz zur Paket­zustellung: Die "LastMileTram" soll Sendungen per Straßenbahn in die Innenstadt bringen. Das Pilotprojekt verspricht weniger Verkehr und CO₂-Emissionen. Doch die Frage ist natürlich, ob das realitätsnah ist.
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Frankfurter Projekt "LastMileTram"

In Frankfurt am Main rollt seit dem 6. September eine ganz besondere Straßenbahn durch die Stadt: Die sogenannte "LastMileTram" transportiert keine Passagiere, sondern Pakete. In einem einmonatigen Pilotprojekt erprobt der Online-Händler Amazon gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) und der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) eine neue Form der städtischen Paketzustellung^, wie u. a. die Hessenschau berichtet.

Das Konzept sieht einen dreistufigen Prozess vor:

  1. Zunächst werden die Sendungen mit Elektro-Transportern vom Amazon-Verteilzentrum in Raunheim zur Straßenbahnhaltestelle "Stadion" gebracht
  2. Von dort geht es per Tram weiter zur Haltestelle "Zoo" oder zum Betriebshof Gutleut
  3. Auf der "letzten Meile" kommen dann elektrische Lastenräder zum Einsatz, mit denen die Pakete bis zur Haustür der Kunden geliefert werden

Kai-Oliver Schocke, Projektleiter und Präsident der Frankfurt UAS, dazu: "Wir erhoffen uns, das Konzept in Zukunft dauerhaft in Frankfurt etablieren zu können und auch an weiteren Standorten umzusetzen, um so den Straßenverkehr in Großstädten deutlich zu entlasten." Laut Berechnungen der Hochschule könnte das neue Zustellverfahren bis zu 57 Prozent der CO₂-Emissionen im Vergleich zur herkömmlichen Paketzustellung einsparen.
LastMileTramVon der Tram ... LastMileTram... auf das Lastenrad
Für Amazon ist das Projekt eigenen Angaben nach ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. "Die Dekarbonisierung unseres Logistiknetzwerks spielt eine Schlüsselrolle, um das Ziel unseres Klimaversprechens zu erreichen", sagt Martin Andersen, Country Director für Amazon Logistics in Mitteleuropa. Das Unternehmen strebt an, bis 2040 in allen Geschäftsbereichen CO₂-neutral zu werden.

Herausforderungen und offene Fragen

Doch der Erfolg des Konzepts ist keineswegs garantiert. Ähnliche Versuche in Städten wie Schwerin, Amsterdam, Dresden und Wien wurden nach einer Testphase wieder eingestellt. Oft scheiterten die Projekte an den Kosten oder der Herausforderung, den regulären Straßenbahnverkehr nicht zu beeinträchtigen.

Die Idee der Gütertram ist auch für Frankfurt am Main nicht neu: Bereits 2018 gab es in Pläne für einen Test mit dem Logistikunternehmen Hermes, das Vorhaben kam jedoch nicht über die Theorie hinaus. Das aktuelle Projekt baut auf diesen ersten bzw. frühen Erfahrungen auf und soll nun aber eben unter realen Bedingungen zeigen, ob sich der Ansatz bewährt.

Kritische Aspekte, die es zu untersuchen gilt, sind unter anderem:

  • Die Bewältigung von Spitzenzeiten mit hohem Paketaufkommen
  • Der Transport sperriger Güter
  • Die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur konventionellen Zustellung
  • Die Einbindung in bestehende Logistikketten
  • Die Akzeptanz bei Kunden und Anwohnern

Blick in die Zukunft

Sollte sich das Konzept bewähren, könnte es einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende in Großstädten leisten. "Paketdienste auf die Schiene zu verlagern, schafft mehr Raum auf der Straße", sagt Frankfurts Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. Zudem sei der Wirtschaftsverkehr ein wichtiger Hebel zur Reduktion von Emissionen im Verkehrssektor.

Was haltet ihr von der Idee, Pakete per Straßenbahn zu transportieren? Seht ihr darin eine sinnvolle Entlastung des Verkehrs oder meint ihr, dass es sich hier um nicht viel mehr handelt als eben ein Experiment?

Zusammenfassung
  • Amazon testet "LastMileTram" in Frankfurt am Main
  • Pilotprojekt soll Verkehr und CO₂-Emissionen reduzieren
  • Pakete werden von Elektro-Transportern zur Straßenbahn gebracht
  • Letzte Zustellung erfolgt per elektrische Lastenräder
  • Ziel: CO₂-Neutralität bis 2040 erreichen
  • Vorherige ähnliche Projekte in anderen Städten gescheitert
  • Kritische Punkte wie Wirtschaftlichkeit und Kundenakzeptanz zu klären

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