Fallout IRL: Wissenschaftler schlagen Weltuntergangsbunker auf Mond vor

Eine wissenschaftliche Studie schlägt zur Erhaltung der Biodiversität ein extrem ambitioniertes Bauprojekt vor. Um Proben von Pflanzen und Tieren sicher aufzubewahren, sei die Erde zu unsicher. Deshalb soll ein lunares Biorepositorium her. Kosten und Machbarkeit unbekannt.
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Public Domain

Neuer Lösungsansatz zur Sicherung der Biodiversität

Um Erbgut von Pflanzen zu konservieren und für den Fall einer klimatischen oder biologischen Katastrophe eine Absicherung zu haben, gibt es schon seit 2008 den Global Seed Vault auf dem norwegischen Archipel Svalbard. Darin werden über 1,3 Millionen Pflanzensamen aufbewahrt. Doch 2016 war die Einrichtung aufgrund des auftauenden Permafrostbodens rund um die Anlage beinahe überschwemmt worden. Deshalb fordern Wissenschaftler jetzt eine andere und deutlich extravagantere Lösung.

Der vorgeschlagene 'Weltuntergangs-Bunker' soll dabei aber nicht nur Samen, sondern auch tierische und mikrobielle Proben beheimaten. Spiele- oder Serien-Fans erinnert das vielleicht etwas an Fallout. Das von den Wissenschaftlern im Rahmen einer Studie vorgeschlagene Projekt ist aber nicht für den Bau auf der Erde vorgesehen, sondern auf dem Mond.


Wir schlagen ein passives lunares Biorepositorium für die langfristige Lagerung priorisierter Taxa lebender, kryokonservierter Proben vor, um die biologische Vielfalt der Erde zu schützen und die künftige Erforschung des Weltraums und das Terraforming des Planeten zu unterstützen.
Hagedorn et al.

Passive Mondstation vorgeschlagen

Die Aufbewahrung von entsprechenden Materialien wird bereits erforscht. Die Herausforderungen liegen aber zum einen in einem Verfahren, bei dem die Proben bei einer dauerhaften Aufbewahrung bei -196 Grad Celsius keinen Schaden nehmen. Zum anderen würde die kosmische Strahlung die Zellen angreifen. Den Wissenschaftlern zufolge besitzen mehrere Gebiete auf dem Mond in der Nähe der Pole aber optimale Voraussetzungen, um die lunare Station zu errichten.

"Der Mond ist ideal, weil er abgelegen ist und vor Katastrophen auf der Erde sicher ist", sagte Lynne Parenti, eine der Autorinnen der Studie gegenüber Grist. Dabei soll die Station völlig autonom agieren und keinerlei menschliche Besatzung benötigen. Da in den erwähnten Mondgebieten die Temperaturen von Natur aus unter -196 Grad liegen, bräuchte es keinerlei Energieversorgung.

Noch keine konkreten Pläne

Eine Einschätzung zur technologischen und logistischen Machbarkeit enthält die Studie nicht. Demzufolge ist auch keine Einschätzung der Kosten möglich. Die dürften aber mit Sicherheit enorm sein. Dennoch sind die Wissenschaftler von der Machbarkeit des Projekts überzeugt. "Wenn wir genügend Geld und die Unterstützung der NASA hätten, könnten wir das sofort machen", sagte Mary Hagedorn, die Hauptautorin der Studie.

Zusammenfassung
  • Global Seed Vault bewahrt seit 2008 über 1,3 Millionen Samen auf
  • 2016 drohte Einrichtung auf Svalbard wegen Permafrostschmelze zu überfluten
  • Wissenschaftler fordern nun einen Bunker auf dem Mond
  • Vorgeschlagenes lunares Biorepositorium soll biologische Vielfalt schützen
  • Herausforderungen sind Schutz vor Schäden bei -196 Grad und kosmischer Strahlung
  • Mondstation soll passiv und ohne menschliche Besatzung funktionieren
  • Studie liefert keine Einschätzung zu technologischer Machbarkeit und Kosten

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