"Atmosphäre der Angst":
Ex-Mitarbeiter über Führungsstil von Bill Gates

Laut ehemaligen Mitarbeitern der Gates Foundation ist ihr Gründer Bill Gates wohl kein angenehmer Chef. Überkritisch und unnahbar soll er seine Angestellten eingeschüchtert und verängstigt haben. So schreibt es die Autorin Das in ihrer neuen Biografie über den Microsoft-Gründer.
Bill Gates, Gates, William Henry Gates

Biografie sorgt für Diskussionen

Die kürzlich erschienene Biografie über Bill Gates von New York Times-Journalistin Anupreeta Das namens "Billionaire, Nerd, Savior, King: Bill Gates and His Quest to Shape Our World" hatte mit Passagen über die Bekanntschaft des Microsoft-Gründers mit dem wegen Pädophilie verurteilten Jeffrey Epstein bereits für einiges Aufsehen gesorgt.

Gates als unnahbarer Despot

Weitere Auszüge, die jetzt auf Business Insider veröffentlicht wurden, lassen an Gates auch im Rahmen seiner Arbeit zu seiner Stiftung kein gutes Haar. So vergleichen ihn einige ehemalige Angestellte sogar mit einem König, vor dem sich die Mitarbeiter wie Diener verneigen. Infografik: Bill Gates - Das Leben des Microsoft-GründersBill Gates - Das Leben des Microsoft-Gründers
Außerdem sei er extrem penibel und kritisch gewesen. Immer wieder habe er E-Mails geschickt, in denen er etwa auf Dinge aufmerksam machte, die seine Angestellten übersehen hatten. Das habe zu einer allgegenwärtigen Atmosphäre der Angst geführt.

Er ist der unheimlichste Mensch auf der Welt, dem man eine Empfehlung oder ein Briefing geben kann, denn er scannt eine Seite und sagt dann etwas wie: 'Was Sie in der Fußnote auf Seite 9 sagen, stimmt nicht mit der Fußnote auf Seite 28 überein.'
Ehemaliger Mitarbeiter der Gates Foundation

Angestellte betreiben viel Aufwand

Doch oft soll Gates so gut wie gar kein Feedback gegeben haben. Dann wurde sogar die Bedeutung des kleinsten Lächelns oder Kopfnickens von den Mitarbeitern tagelang in Hunderten von E-Mails diskutiert und interpretiert, um herauszufinden, ob ihr Chef mit der geleisteten Arbeit zufrieden war oder nicht. "Ich hatte das Gefühl, dass wir mehr Zeit damit verbrachten, [Gates] zu managen, als uns um die Bedürfnisse der Menschen zu kümmern", sagte ein ehemaliger Mitarbeiter.

Ein Sprecher von Gates hatte bereits in einer Stellungnahme zu der Biografie angemerkt, dass das Buch "hochgradig sensationslüsterne Behauptungen und völlige Unwahrheiten" enthalte, "welche die tatsächlichen dokumentierten Fakten ignorieren". Doch auch wenn man die hier erwähnten Umstände als Tatsachen betrachtet, scheinen sie nicht unbedingt etwas Besonderes zu sein.

Ein Chef wie viele andere

So werden viele Angestellte den übermäßig kritischen Blick eines Vorgesetzten kennen. Dass Gates auf Fehler und Versäumnisse aufmerksam machte, scheint zunächst auch nichts Skandalöses, selbst wenn das Buch wohl versucht, es so darzustellen. Zudem ist es nicht überraschend, dass Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern über ihren Chef nicht unbedingt positiv auffallen. Dennoch liefert Autorin Das einen Blickwinkel und beleuchtet eine vermeintliche andere Seite von Gates Person, die vermutlich vielen nicht bewusst war.
Zusammenfassung
  • Biografie von Bill Gates sorgt für Aufsehen
  • Gates' Verhalten in seiner Stiftung wird kritisiert
  • Mitarbeiter vergleichen Gates mit einem Despoten
  • Gates als penibel und kritisch beschrieben
  • Ehemalige Mitarbeiter berichten von Atmosphäre der Angst
  • Feedback von Gates oft unklar und interpretationsbedürftig
  • Buch enthält laut Gates-Sprecher sensationslüsterne Behauptungen

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