Keine Nutzer dank KI: Verlage stehen machtlos vor dem Google-Monopol

Für Google dürften die nächsten Zeiten nicht gerade angenehm werden. Denn nachdem in einem wegweisenden Urteil die Monopolstellung des Konzerns thematisiert wurde, tauchen auch schon neue Vorwürfe auf: Verlage sehen sich durch Googles KI-Ambitionen erpresst.
Google, Suchmaschine, Suche, Google Logo, Do No Evil, Google Evil, Böses Google

Google will mehr

Das Unternehmen hat in den letzten Monaten mehrfach betont, wie wichtig KI-Features für eine Weiterentwicklung der Suchergebnisse sind. Konkret bedeutet dies, dass Fragen, mit denen sich ein Anwender an die Suchmaschine wendet, zukünftig verstärkt direkt mit KI-generierten Informationen beantwortet werden sollen.

Während Google für seinen KI-Chatbot Gemini einen separaten Crawler verwendet, deckt der Googlebot sowohl KI-generierte Antworten als auch normale Suchergebnisse ab. Das gibt Google eine nahezu uneingeschränkte Machtposition gegenüber den Verlagen, die mit eigenen Informations-Angeboten Nutzer anlocken wollen, wie aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht.


Denn die Verlage sind faktisch gezwungen, den Googlebot die Informationen analysieren zu lassen, die auf ihren Webseiten präsentiert werden. Diese würden dann aber eben auch für KI-generierte Antworten in den Suchergebnissen herangezogen, die quasi eine verbesserte Version der heute bereits integrierten Frage-Antwort-Kästen in den Trefferlisten darstellen.

Die Folge dessen: Die Nutzer bekommen die benötigten Informationen immer häufiger direkt in den Suchergebnissen geliefert und können auf den folgenden Klick zum Besuch der jeweiligen Webseite verzichten. Das würde bei den Verlagsangeboten zu einem Rückgang von Besuchern und damit auch Einnahmen führen - Schätzungen gehen hier davon aus, dass der Suchmaschinen-Traffic um 20 bis 60 Prozent sinken würde. Verwehren sie Google aber den Zugang zu den Inhalten, tauchen sie nicht mehr in den Suchergebnissen auf und verlieren ebenso viele User und Umsätze - und das kann aufgrund Googles Monopolstellung schnell in den existenzbedrohenden Bereich gehen.

Der Markt regelt nichts

Konkurrenten Googles können hier kaum eine mildernde Wirkung über die viel gepriesenen Marktmechanismen entfalten, da sie schlicht von einer wesentlich schlechteren Position starten. Ein KI-Startup, das ähnliche Antwort-Möglichkeiten anbieten wollte und die Interessen aller Seiten im Blick behält, hätte schlicht den Nachteil, für die benötigten Informationen erst einmal zahlen zu müssen - Google hingegen kommt mit seinem Bot kostenlos an diese heran.

Die Situation hat dazu geführt, dass Verlage, konkurrierende Suchmaschinen und KI-Startups ihre Hoffnung auf das US-Justizministerium setzen. Die Bedenken hinsichtlich des KI-Trainings über den Googlebot wurden bereits an dieses herangetragen und dürften durchaus einen weiteren Baustein für die Entscheidung darüber darstellen, ob mildere Mittel ausreichen, um Googles Monopolstellung zu durchbrechen, oder ob der Konzern tatsächlich zerschlagen werden muss.

Zusammenfassung
  • Google sieht sich mit neuen Vorwürfen von Verlagen konfrontiert
  • Monopolstellung des Konzerns durch Urteil erneut in Kritik
  • KI-Ambitionen von Google bedrohen Einnahmen der Verlage
  • Googlebot und Gemini Crawler stärken Googles Machtposition
  • Verlage müssen Googlebot Zugang gewähren, um sichtbar zu bleiben
  • Suchmaschinen-Traffic könnte um 20 bis 60 Prozent sinken
  • US-Justizministerium prüft Googles Praktiken bezüglich KI-Training

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!