Frust statt freie Fahrt: KI-Ampel stellt Gemeinde in Bayern auf die Probe

KIs ziehen in immer weitere Bereiche unseres Lebens ein. Das betrifft auch den Verkehr und hier ist das Potenzial groß. Denn dieser kann tatsächlich gut mithilfe von Algorithmen geregelt werden, zumindest in Großstädten. Auf dem Land klappt das indes weniger gut.

Hightech-Kreuzung sorgt für Unmut

Essenbach ist eine gut 10.000 Seelen zählende Marktgemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut. In Essenbach läuft seit rund drei Monaten ein Verkehrsexperiment, nämlich eine "Hightech-Kreuzung", in deren Mittelpunkt eine KI-gesteuerte Ampel steht. Deren Verkehrssignal soll eigentlich die Rot- und Grünphasen so steuern, dass alle Teilnehmer gleichermaßen zufriedengestellt werden.

Doch wie BR24 berichtet (via derStandard), ist das Zwischenfazit alles andere als zufriedenstellend. Denn viele Essenbacher klagen und schimpfen über die KI-Ampel. Bürgermeister Dieter Neubauer (CSU) muss sich eigenen Angaben nach viele abwertende Sprüche über diese Art der Verkehrsregelung anhören. Konkret gibt es zahlreiche Beschwerden von jenen Ein- und Anwohnern, die aus den Seitenstraßen kommen und die gemeinsam mit der stark frequentierten Hauptstraße die besagte Kreuzung bilden.


Denn all jene, die von den Seitenstraßen kommen, müssen länger warten als zuvor. Dabei könne von "Intelligenz" keine Rede sein, so der Vorwurf, da die Ampel auch dann nicht auf Grün schaltet, wenn auf der Hauptstraße "weit und breit" kein Fahrzeug zu sehen ist. Mittlerweile nutzen die Betroffenen Schleichwege, um der ungeliebten Kreuzung und Ampelanlage aus dem Weg zu gehen, vor allem dann, wenn es schnell gehen muss.

Bei den Verantwortlichen weist man Kritik von sich. Laut Stephan Stroh, dem Leiter des zuständigen Verkehrsmanagements, lerne die Ampel einerseits noch hinzu, andererseits bevorzuge sie - ganz bewusst - Fußgänger. Deren Bewegungsmuster sowie jene von Radfahrern (und natürlich auch Einsatz­fahr­zeugen) werden priorisiert, PKW und LKW sollen und können (aus rechtlichen Gründen) gar nicht per KI gesteuert werden, zumindest im vorliegenden Szenario nicht.

Zusammenfassung
  • KIs werden vermehrt im Verkehr eingesetzt, besonders in Großstädten
  • In Essenbach wird eine KI-gesteuerte Ampel getestet
  • Die lokale Bevölkerung ist mit der Ampelregelung unzufrieden
  • Beschwerden entstehen durch lange Wartezeiten aus Seitenstraßen
  • Die Ampel bevorzugt Fußgänger und Radfahrer gegenüber Autos
  • Verantwortliche betonen, die Ampel befinde sich noch in der Lernphase
  • Einige Bürger umgehen die Kreuzung durch Schleichwege

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