Sony unglücklich über Bungie und droht seiner Tochter ziemlich offen
Sony hat Anfang 2022 auf die Ankündigung der Übernahme von Activision Blizzards durch Microsoft reagiert und bekannt gegeben, dass man seinerseits einen bekannten Entwickler kauft, nämlich Bungie. Doch glücklich ist man damit zwei Jahre später nicht.
Damals sagte Sony, dass Bungie als "unabhängige Tochtergesellschaft" agieren wird. Das bedeutet, dass der Entwickler die Freiheit haben werde, Multiplattform zu betreiben, "selbst zu veröffentlichen und die Spieler dort zu erreichen, wo sie spielen wollen". Anfangs gab es von beiden Seiten überschwängliches Lob für das Geschäft, doch zwei Jahre später klingt das einigermaßen anders.
Denn der PlayStation-Chairman und aktuelle De-facto-Chef der Sparte (der langjährige CEO Jim Ryan zieht sich im März 2024 zurück), Hiroki Totoki, lobte die Kreativität des Destiny-2-Entwicklers, mahnte von Bungie aber auch mehr "Verantwortlichkeit" für Entwicklungsbudgets und Zeitpläne ein (via PC Gamer).
"Ich habe die Bungie-Studios besucht und mich mit dem Management getroffen. Dabei habe ich gesehen, dass die Mitarbeiter in den Studios hoch motiviert sind und sowohl große Kreativität als auch ein beeindruckendes Wissen über Live-Dienste an den Tag legen", sagte Totoki. "Ich hatte jedoch auch das Gefühl, dass es aus geschäftlicher Sicht noch Raum für Verbesserungen gibt, etwa bei der Verwendung von Geschäftsausgaben und der Übernahme von Verantwortung für die Entwicklungszeitpläne. Ich hoffe, dass wir den Dialog fortsetzen und einige gute Lösungen finden werden."
Kurz vorher meinte er, dass er das Management ermutigen möchte, diesbezüglich "zu ihren eigenen Erkenntnissen zu kommen" - was man nur als mehr oder weniger offene Drohung verstehen kann.
Siehe auch:
Sony kauft Bungie, lässt dem Studio aber die Freiheiten
Microsoft ist bereits seit Jahren auf Einkaufstour und hat unter anderem Mojang und ZeniMax/Bethesda übernommen, zuletzt war dann der Megadeal Activision Blizzard an der Reihe. Der japanische Konkurrent Sony hatte solche Deals nicht ganz so nötig, denn man hatte schon immer ein besseres Aufgebot an exklusiven Spielen. Ganz konnte man sich aber auch nicht zurückhalten und übernahm Anfang 2022 das (Original-) Halo- und Destiny-Studio Bungie.Damals sagte Sony, dass Bungie als "unabhängige Tochtergesellschaft" agieren wird. Das bedeutet, dass der Entwickler die Freiheit haben werde, Multiplattform zu betreiben, "selbst zu veröffentlichen und die Spieler dort zu erreichen, wo sie spielen wollen". Anfangs gab es von beiden Seiten überschwängliches Lob für das Geschäft, doch zwei Jahre später klingt das einigermaßen anders.
Denn der PlayStation-Chairman und aktuelle De-facto-Chef der Sparte (der langjährige CEO Jim Ryan zieht sich im März 2024 zurück), Hiroki Totoki, lobte die Kreativität des Destiny-2-Entwicklers, mahnte von Bungie aber auch mehr "Verantwortlichkeit" für Entwicklungsbudgets und Zeitpläne ein (via PC Gamer).
Bungie mit Problemen
Das ist eine sehr diplomatische Art, Bungie die Rute ins Fenster zu stellen: Denn die Destiny 2-Spielerzahlen sind zuletzt stark gesunken und die Umsätze liegen rund 45 Prozent unter den Erwartungen. Auch intern soll die Stimmung alles andere als gut sein, was u. a. Entlassungen im vergangenen Oktober liegt. Das liegt auch daran, dass Bungie fürchtet, seine Selbstständigkeit zu verlieren und komplett von Sony geschluckt zu werden."Ich habe die Bungie-Studios besucht und mich mit dem Management getroffen. Dabei habe ich gesehen, dass die Mitarbeiter in den Studios hoch motiviert sind und sowohl große Kreativität als auch ein beeindruckendes Wissen über Live-Dienste an den Tag legen", sagte Totoki. "Ich hatte jedoch auch das Gefühl, dass es aus geschäftlicher Sicht noch Raum für Verbesserungen gibt, etwa bei der Verwendung von Geschäftsausgaben und der Übernahme von Verantwortung für die Entwicklungszeitpläne. Ich hoffe, dass wir den Dialog fortsetzen und einige gute Lösungen finden werden."
Kurz vorher meinte er, dass er das Management ermutigen möchte, diesbezüglich "zu ihren eigenen Erkenntnissen zu kommen" - was man nur als mehr oder weniger offene Drohung verstehen kann.
Zusammenfassung
- Sony unzufrieden mit Bungie-Übernahme nach zwei Jahren
- Microsoft kaufte Activision Blizzard, Sony reagierte mit Bungie
- Bungie soll als unabhängige Tochtergesellschaft agieren
- PlayStation-Chairman fordert mehr Verantwortlichkeit von Bungie
- Spielerzahlen und Umsätze von Destiny 2 unter Erwartungen
- Bungie-Mitarbeiter fürchten Verlust ihrer Selbstständigkeit
- Sony sieht Verbesserungspotenzial bei Bungies Geschäftsausgaben
Siehe auch:
- Sony reagiert und kauft den Halo- und Destiny-Entwickler Bungie
- Bungie warnt Destiny-2-Cheater martialisch: "Eure Zeit ist abgelaufen!"
- Bungie will mithilfe von PayPal gegen Cheat-Anbieter vorgehen
- Bungie findet und verklagt YouTuber, der Massen-Takedowns versandte
- Bungie verklagt Versender von gefälschten DMCA-Takedowns
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