Netflix-Rivalen verbrennen regelrecht Geld - kommt nun Sterbewelle?

Jeder Streaming-Nutzer weiß, dass der Markt immer mehr fragmentiert, da viele Medienkonzerne ihr eigenes Süppchen kochen. Finanziell rechnet sich das aber selten und das bedeutet vor allem eines: Verluste. Diese müssen nun ausgeglichen werden - auf unterschiedliche Weise.
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Streaming-Geschäft: Vom Rausch zum Kater

Vor einigen Jahren hat der Streaming-Boom die Medienwelt in eine Euphorie geführt oder besser gesagt gestürzt. Denn beflügelt vom Erfolg von Netflix sagten sich viele Chefetagen: Das können wir auch und müssen nicht mit Netflix teilen. Also wurden eigene Streaming-Dienste auf die Beine gestellt. In den USA gesellten sich zum Branchenpionier aus Los Gatos Angebote wie Amazon Prime Video, Disney+, Max, Hulu, Peacock, Apple TV+, Paramount+ - und das sind nur die bekanntesten Namen.

Doch das bedeutet nicht, dass diese Angebote allesamt in den schwarzen Zahlen operieren. Denn um Kunden anziehen zu können, genügt es nicht, Zweitverwertung aus dem herkömmlichen TV zu betreiben. Stattdessen muss in teure Exklusivinhalte investiert werden. Infografik Video-on-Demand: Disney+ schließt auf, Apple TV+ legt zuVideo-on-Demand: Disney+ schließt auf, Apple TV+ legt zu Und das rechnet sich in den seltensten Fällen: Denn wie Ars Technica berichtet, haben traditionelle Medienunternehmen - darunter Disney, Warner Bros. Discovery, Comcast und Paramount - in diesem Jahr zusammengerechnet sage und schreibe rund fünf Milliarden Dollar an Verlusten geschrieben, alleine für Streaming-Dienste, die mit Netflix konkurrieren sollen.

Sparstift gegen rote Zahlen

Die Medienkonzerne müssen reagieren und versuchen, die Kosten zu senken: Produktionen werden zurückgefahren, weniger lukrative Unternehmensteile verkauft und personelle Maßnahmen durchgeführt. Mehr als das: Es gibt bereits Berichte, dass erste komplette Konzerne auf dem Verkaufsblock gelandet sind.


Konkret ist es offenbar nicht einmal mehr nur ein offenes Geheimnis, dass Paramount zum Verkauf steht bzw. eine Fusion mit einem anderen Riesen zur Diskussion steht. Ob es tatsächlich so weit kommt, ist fraglich, denn es ist nicht klar, ob es viele Player gibt, die sich ein solches Geschäft überhaupt leisten können.

Das liegt auch daran, dass die meisten traditionellem Medienkonzerne mit denselben Problemen kämpfen, nämlich einem schwachen Werbemarkt, sinkenden Einnahmen aus dem klassischen TV-Geschäft und höheren Produktionskosten, die sich zum Teil aus den jüngsten Hollywood-Streiks ergeben.

Um die Kosten decken zu können, haben viele Streaming-Dienste die Preise angehoben, doch das hatte zur Folge, dass Kunden ihre Abos lieber kündigten bzw. sich auf einen oder wenige Angebote konzentrierten. Daraus folgt wiederum, dass die Kleinen des Geschäfts (und hier ist vor allem die Größe der jeweiligen Streaming-Dienste gemeint) immer größere Probleme bekommen. Konsequenz: Analysten sagen voraus, dass es 2024 einen "Shakeout" geben wird, also eine Marktbereinigung mit dem Ausscheiden und Sterben der Schwachen des Geschäfts.

Zusammenfassung
  • Streaming-Markt zunehmend fragmentiert, führt zu Verlusten
  • Eigene Streaming-Dienste als Reaktion auf Netflix-Erfolg
  • Medienunternehmen verzeichnen Milliardenverluste im Streaming
  • Kostensenkung durch weniger Produktionen und Personalmaßnahmen
  • Paramount steht möglicherweise zum Verkauf oder Fusion
  • Traditionelle Medienkonzerne kämpfen mit sinkenden TV-Einnahmen
  • Preiserhöhungen bei Streaming-Diensten führen zu Abo-Kündigungen
  • Analysten erwarten Marktbereinigung ("Shakeout") im Jahr 2024

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