Pixel 8 (Pro) im Test: Die besten Google-Phones bisher - 'Aber' inklusive

Best Take: Wenn mal einer wegschaut

Die letzte Bild-"Zauberei", die an dieser Stelle erwähnt werden sollte, ist "Best Take": Hier werden aus einer Serie an Fotos mehrere Gesichtsausdrücke kombiniert. Wenn eine Aufnahme zwar perfekt ist, eine Person aber wegblickt oder die Augen geschlossen hat, so wird dessen Kopf aus einer anderen Aufnahme "importiert", die Software korrigiert etwaige Unregelmäßigkeiten, also unter anderem die Position des Kopfes zum Hals. Die jeweiligen Bilder bzw. Gesichtsausdrücke erscheinen unter dem Bild und man kann sich durchklicken, um gewünschte Teilaufnahmen und die optimale Kombination zu finden.

Technisch gesehen ist das eine faszinierende und durchaus etwas unheimliche Technologie. In der Praxis konnten wir Best Take aber gar nicht so oft nutzen, wie wir das gerne wollten. Das liegt unter anderem daran, dass zwischen den jeweiligen Fotos nicht zu viel Zeit liegen sollte, weil das Feature dann teils gar nicht funktioniert. Wenn man hingegen schnell mehrere Selfies macht oder eine Gruppe fotografiert, dann sind die Unterschiede in den Gesichtsausdrücken zum Teil nur minimal.

Google zeigt, wie das Best Take-Feature des Pixel 8 funktioniert

Best Take ist also zweifellos praktisch und ein überaus hilfreiches Werkzeug für bestimmte Situationen, ein "Allheilmittel" für verunglückte Gruppenfotos ist es aber auch nicht - schon alleine deshalb, weil es eine bestimmte Art des Fotografierens erfordert, um effektiv zu sein.

KI-Tricks auch Videos

In Bezug auf Videos schafft das Pixel 8 Pro wenig überraschend 4K bei gleichzeitigen 60 Frames pro Sekunde, wer in 10-Bit-HDR filmen will, muss die Bilder pro Sekunde halbieren, also auf 30 fps heruntergehen. Nicht testen konnten wir bislang die "Video Boost" genannte Funktion, diese beabsichtigt Google zu einem späteren Zeitpunkt nachzureichen. Hier wird - unterstützt durch die Cloud - das Video per HDR+ verbessert. Wir reichen unseren Eindruck nach, sobald Google diese Funktionalität bereitgestellt hat.

Die Bilder werden also mit einer Cloud-KI verbessert und laut den Demos des Unternehmens wird das auch beeindruckend aussehen - freilich muss man sich im Klaren sein, dass bei diesem Modus die Videos automatisch (allerdings im Rahmen von Google Fotos und nicht direkt beim Filmen) in die Cloud hochgeladen werden, um sie auf diese Weise verbessern zu können. Profitieren werden davon aber vor allem Aufnahmen bei suboptimalen Lichtverhältnissen, Google verspricht sogar eine Art Nachtsichtmodus. Ob und wie gut das klappt, wird sich aber eben erst zeigen.

Der Audio Magic Eraser von Google filtert Störgeräusche heraus

Magischer Radierer für Ton

Schon jetzt steht hingegen eine Funktion zur Verfügung, die wir bereits nach kürzester Zeit nicht mehr missen wollen: Denn der Audio Magic Eraser erlaubt es, Störgeräusche herauszufiltern, die man nicht auf einem Video hören will. Das eignet sich optimal für Aufnahmen an der frischen Luft. Besonders gut kann man auf diese Weise Wind und Rauschen entfernen, auch sprechende Menschenmassen lassen sich wunderbar unterdrücken.

Die Software führt hierfür zu Beginn eine automatische Erkennung durch und schlägt vor, welche Geräusche sich reduzieren lassen. Das kann man auch per Schieberegler anpassen: Denn im Fall von Meeresrauschen am Strand kann zu viel davon störend sein, wenn man es aber nahezu komplett herausfiltert, kann eine Szene auch unnatürlich wirken.

Ist das noch Realität?

All das führt natürlich zu philosophischen Aspekten im Zusammenhang mit derartigen Technologien. Denn man kann und muss sich fragen, ob man solche Fotos und Videos überhaupt noch als real bezeichnen kann, zumindest im strengen Sinne. Eine Antwort können und wollen wir nicht geben. Denn es muss jeder für sich entscheiden, ob er oder sie sich bei so viel (wohlgemerkt beeindruckender und gut funktionierender) Manipulation wohlfühlt oder nicht. Natürlich sind derartige KI-Helferlein eine möglicherweise problematische Sache und man kann jeden verstehen, der sich dabei unwohl fühlt.

Gleichzeitig ist Bildmanipulation eine alles andere als neue Sache, Pixel 8 und die darauf und in der Cloud befindliche Software "demokratisieren" diese Art der Bearbeitung. Und letztlich ist es immer eine Frage, was man damit macht: Wenn man damit die Grimassen des Kindes auf dem Gruppenbild von der Familienfeier wegbekommt? Warum nicht.

Fazit

Nach rund einem Testmonat kommen wir zu einem klar positiven Fazit, das allerdings nicht ohne das eine oder andere Aber auskommt. Vor allem die anhaltenden oder erneuten Probleme mit dem Akku bzw. dessen Laufzeit sind für viele eine Art Déjà-vu. Denn wer ein Batterie-Wunder sucht, der wird mit beim Pixel 8 kein fundamental anderes Erlebnis erhalten. Allerdings ist das auch eine Frage der Erwartung: Denn an sich sind heutzutage Akku-Wunder ohnehin nur selten möglich. Ja, es gibt Smartphones mit besseren Akkus, fundamental besser sind diese aber auch nicht.

Google stellt das Pixel 8 und Pixel 8 Pro in einem Video vor

Wenn man also diesen "Aber"-Klassiker außer Acht lässt, dann bekommt man beim Pixel 8 und dem Pixel 8 Pro hervorragende Geräte, die zwar nicht die erhoffte Revolution darstellen, aber eine mehr als signifikante Evolution.

Die Pixel 8-Geräte bieten ein in beiden Fällen verbessertes Display, eine Kamera, die mit zum besten gehört, was man in einem Smartphone bekommen kann (vielleicht ist es sogar die beste derzeit). Dazu kommt ein Foto-KI-Erlebnis, das einzigartig ist und sich für den einen oder anderen auch ein wenig unheimlich anfühlen dürfte.

Kritikpunkte sind wie immer aber Jammern auf hohem Niveau, denn Google hat hier wieder echte Flaggschiffe geschaffen. Für das Pixel 9 wünschen wir uns aber dennoch, dass das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View sich auch des Chips annimmt, denn so richtig auf Top-Niveau operiert der Tensor auch in der dritten Ausgabe nicht. Es ist natürlich schwierig, einen Prozessor von Grund auf neu zu entwickeln, aber wenn man vorn mitspielen will - und damit ist ganz vorn gemeint - dann braucht man auch einen Top-Chip (und dieses Mal vielleicht nicht auf Basis von Samsung).

Wo sich Google aber ganz an der Android-Spitze einordnet und auch auf Augenhöhe von Apple, ist der Umstand, dass man beim Pixel 8 und Pixel 8 Pro satte sieben Jahre an Updates bekommt. Das alleine ist ein Grund, Google zu loben und eine Kaufempfehlung auszusprechen. Und auch die Android-Konkurrenz aufzufordern: Bitte nachmachen, denn ein solch langer Support ist schlichtweg eins: Der perfekte Dienst am Kunden.

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Technische Daten der Google Pixel 8-Reihe
Modell Pixel 8 Pixel 8 Pro
Software Android 14 mit 7 Jahren OS- und Sicherheitsupdates
Display 6,2-Zoll OLED, 1080 x 2400 Pixel, 20:9, 60 - 120Hz, 2000 nits, 428 ppi, Gorilla Glass Victus 6,7-Zoll LTPO OLED, 1344 x 2992 Pixel, 20:9, 1 - 120Hz, 2400 nits, 489 ppi, Gorilla Glass Victus 2
CPU Google Tensor G3 mit Titan M2 Sicherheitschip
Speicher 8 GB LPDDR5X-RAM, 128 / 256 GB UFS 3.1 12 GB LPDDR5X-RAM, 128 / 256 / 512 GB UFS 3.1
Akku 4575 mAh, 30W Schnellladen, 18W QI-Laden 5050 mAh, 30W Schnellladen, 23W QI-Laden
Hauptkamera 50 MP Octa-PD Weitwinkel, 1,2 μm, f/1,68, OIS; 12 MP Ultraweitwinkel, 1,25 μm, f/2,2 50 MP Octa-PD Weitwinkel, 1,2 μm, f/1.68, OIS, 64 MP Quad-PD Ultraweitwinkel, 0,8 μm, f/1,95; 48 MP Quad-PD, 0,7 μm, f/2,8, optischer Zoom 5x, Super-Res-Zoom 30x, OIS
Frontkamera 10,5 MP, 1,22 μm, f/2,2
Verbindung Bluetooth 5.3, Dual-SIM (nano- + e-SIM), WiFi7 (802.11be), NFC, USB-C (3.2), UWB (nur Pro)
Sensoren Gesichtsentsperrung, Fingerabdruck (unter Display), Beschleunigung, Umgebungslicht, Barometer, Gyrometer, Magnetometer, Näherung, Temperatursensor (nur Pro)
Sonstiges IP68, Stereo-Lautsprecher, 3 Mikrofone, Spatial Audio
Navigation GPS, GLONASS, Galileo, QZSS, BeiDou
Maße 150,5 x 70,8 x 8,9 mm 162,6 x 76,5 x 8,8 mm
Gewicht 187 Gramm 213 Gramm
Farben Hazel, Obsidian, Rose Bay, Obsidian, Porcelain
Preis ab 799 Euro ab 1099 Euro
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