Pixel 8 (Pro) im Test: Die besten Google-Phones bisher - 'Aber' inklusive
Tensor G3
Unter der Haube steckt ein Tensor-Chip, und zwar aktuell in der Variante G3. Dieser SoC basiert wieder auf einem Samsung-Chipsatz, konkret dem Exynos 2400. Der G3 bietet neun Kerne, und zwar einen Cortex-X3 als Prime-Core, dazu kommen vier Cortex-A715 und vier Cortex-A510. Google hat den G3 zwar durchaus verbessert und die Tendenz zum Überhitzen der beiden Vorgänger besser in den Griff bekommen. Ganz aus der Welt hat man das Problem aber weiterhin nicht geschafft, denn in manchen Situationen wird der Chipsatz immer noch zu heiß.Das ist allerdings vor allem in extremen Situationen der Fall: Wir haben das Pixel 8 Pro - wie schon im vergangenen Jahr - auf einer Reise getestet und in der direkten Sonne von Dubai bei über 35 Grad Celsius würde wohl jedes Smartphone "Schwitzen". Bei den meisten Anwendungen arbeitet der G3 auch mehr als flott, gefühlt konnten wir nur sporadisch feststellen, dass der Chipsatz langsamer reagiert als erwartet. Wer Benchmarks für relevant ansieht (wir machen das nicht oder nur bedingt), der wird feststellen, dass der G3 gegenüber anderen Prozessoren durchaus das Nachsehen hat. Für die reale Nutzung hat das aber praktisch keine spürbare Auswirkung.
Akkulaufzeit solide - nicht mehr
Der G3 schlägt sich auch solide, wenn es um die Akkulaufzeit geht, zumindest gefühlt. Wer ein Akkumonster sucht, der wird mit den Pixel 8-Geräten nicht besonders glücklich. Man kommt in Bezug auf die Akkulaufzeit gut durch den Tag, zumindest bei einer alltäglichen Nutzung.Wenn man es auf einer Messe wie der Gitex in Dubai nutzt, wie wir zuletzt, um zu kommunizieren, Videos und Fotos aufzunehmen, zu bearbeiten und auch Interviews aufzunehmen, dann stößt das Pixel 8 Pro an seine Grenzen und man muss einen Akkupack oder das Ladekabel in Griffweite haben - fairerweise muss man hier aber anmerken, dass dies für wohl jedes Smartphone gelten würde. Rein subjektiv macht das Pixel 8 Pro im Vergleich zum Vorgänger einen kleinen, aber dennoch spürbaren Schritt nach vorn.
Probleme mit Battery Drain
Seit einiger Zeit klagen Besitzer allerdings über einen Battery Drain, also über ein ungewöhnlich schnelles Entladen des Akkus. Das tritt vor allem dann auf, wenn mobile Daten verwendet werden. Auch bei unserem Pixel 8 Pro konnten wir im Langzeittest ein ähnliches Verhalten feststellen.Eine mögliche Ursache ist, dass es auch immer wieder zu einer scheinbar zufälligen Aktivierung der Hintergrundnutzung einer App kommt und diese den Akku leersaugt. Einen konkreten echten Übeltäter, dem man daraufhin die Erlaubnis zur dieser Art von Nutzung entziehen könnte, konnten wir nicht identifizieren. Die verantwortlichen Apps scheinen hier zufällig aufzutauchen. Das klingt allerdings nach einem Softwareproblem, das Google hoffentlich bald per Update beheben kann.
Anmerkung zum angesprochenen Battery Drain: Kurz vor der Fertigstellung dieses Tests ist ein erstes Update veröffentlicht worden, dieses spricht das Problem hoffentlich an - wir reichen hier nach, ob und wann es Abhilfe gibt.
Gut, besser, Pixel-Kamera
Die Kameras sind traditionell eine Stärke der Pixel-Modellreihe, und das ändert sich mit den neuesten Ausführungen auch nicht. Im Gegenteil, bei Pixel 8 und Pixel 8 Pro setzt Google spürbare Verbesserungen um, weil man dieses Mal auch den Sensor aktualisiert - das ist mitnichten in jedem Jahr der Fall. An dieser Stelle muss man allerdings anmerken, dass die Hardware hier nur einen Teil der "Pixel-Magie" übernimmt. Denn Software ist mindestens genauso, wenn nicht sogar noch wichtiger. Das betrifft einerseits die Verarbeitung auf dem Gerät und andererseits die KI-basierten Features, die in der Cloud ausgeführt werden. Aber dazu später noch mehr.An dieser Stelle wollen wir uns nicht allzu lange mit Blenden, Brennweiten und Sensorgrößen beschäftigen. Wer sich hierzu näher informieren will und auch das letzte Detail zum Foto-Eingemachten erfahren will, dem sei der wie immer enorm umfangreiche Test von Andreas Proschofsky auf derStandard empfohlen, dieser hat alles zu bieten, was der Profi-Handy-Fotograf erfahren möchte.
Wir wollen an dieser Stelle in erster Linie über die alltägliche Fotoqualität sprechen und schreiben und diese ist über weite Strecken gut bis herausragend. Mitunter gehen die Fotos aber auch gründlich schief. Tendenziell meinen es die Pixel teilweise fast zu "gut", jedenfalls für den Fotogeschmack von Nutzern, die sich Aufnahmen wünschen, die natürlich sind.
Denn Nachtaufnahmen und Funktionen wie Ultra-HDR sind zwar beeindruckend, man sieht aber teilweise doch, dass eine Software daran beteiligt war. Das werden die meisten mit "Wow!" kommentieren, der eine oder andere wird sich aber auch "Nichts für mich, das sieht mir zu unnatürlich aus" denken. Freilich benötigt man für Ultra-HDR ein passendes Display, andernfalls droht eine gewisse Enttäuschung.
Kamera-Profis werden sich aber auch auf eine andere Neuerung freuen, zumindest auf dem Pixel 8 Pro: Denn das bessere der beiden neuen Pixels bekommt die sogenannten Pro Controls. Darüber lassen sich in der Geräte-eigenen Kamera-App schnell und einfach Verschlusszeit, ISO-Wert und Weißabgleich regeln, dazu kommt ein manueller Fokus, dieser ist insbesondere bei Makroaufnahmen hilfreich.
Die "Magie" von Google Fotos
Kamera-Hardware und die Geräte-Software sind aber nur die im Grunde "langweiligen" Teile der Pixel-Fotografie, denn die wahre "Magie" spielt sich im Zusammenspiel mit Google Fotos ab und den KI-Features, die dort auf Wunsch genutzt werden können.Gemeint sind damit Funktionen wie der "magische Radierer", mit dem man Personen im Hintergrund wegzaubern kann. Das ist schon seit Längerem verfügbar und er ist auch nicht Pixel-exklusiv, doch im Zuge der neuesten Generation der Google-Smartphones hat das Unternehmen auch mehrere Funktionen umgesetzt, die neu sind und auch ähnlich "magisch" funktionieren. Der magische Radierer selbst wurde auch verbessert, denn mittlerweile können auch größere Elemente aus einem Bild entfernt werden, ohne dass es auffällt.
Magic Editor
Faszinierend ist der neue Magic Editor, das ist eine Art Weiterentwicklung des magischen Radierers. Denn dieser erlaubt es, ausgewählte Objekte und Menschen zu manipulieren. Man kann also etwa eine Person oder ein Objekt einkreisen und auf diese Weise "ausschneiden". Dieses freigestellte Element kann man dann vergrößern bzw. an eine andere Stelle im Bild platzieren.Google Pixel 8 und Pixel 8 Pro: So funktioniert der Magic Editor
Den auf diese Weise freigewordenen Platz füllt die Software dann eigenständig aus - ganz wie es beim magischen Radierer der Fall ist. Die beiden Funktionen sind also im Hinblick auf den Algorithmus eng miteinander verwandt.
Das funktioniert gut bis beeindruckend. Wie gut, hängt natürlich davon ab, wie viel Platz auf dem Bild die KI ersetzen muss. Natürlich spielt auch die Art des Hintergrundes eine große Rolle, denn je gleichförmiger dieser ist, desto besser ist auch das Ergebnis - eine gleichmäßig strukturierte Wand funktioniert natürlich besser als eine belebte Stadtszene, auf der viele Menschen zu sehen sind.
Die Bild-KI beherrscht auch weitere Tricks, darunter ein Aufhübschen des Himmels. Das funktioniert auch bestens, ist aber eher so etwas wie ein fortschrittlicher Filter und ist auch nicht ganz so beeindruckend wie das Manipulieren eines bestimmten Bildelements. Übrigens gibt es durchaus Unterschiede zwischen dem herkömmlichen Radierer und dem neuen Editor, denn letzterer funktioniert nur bei aktivierter Internetverbindung und Unterstützung durch die Google-Cloud. Der Magic Eraser kann hingegen auch offline ausgeführt werden.
Thema:
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