Astronomen entdecken völlig neuartigen Radiostrahler und rätseln

Astronomen haben offenbar eine völlig neue Art eines stellaren Objekts entdeckt. Die jetzt ausgewerteten Radiosignale passen zu keiner Sorte Stern oder einem Sternen-Überbleibsel, der oder das bisher bereits beobachtet und analysiert werden konnte.
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Pünktliche Radioausbrüche

Das seltsame Objekt trägt die Bezeichnung GPM J1839-10 und ist etwa 15.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Entdeckt wurde es, als die Forscher mit dem Radioteleskop Murchison Widefield Array, das aus 4094 bodengestützten Antennensystemen im Wajarri Yamaji Country im Outback Westaustraliens besteht, den Himmel nach neuen Radiostrahlern durchsuchten.

Das Sonderbare an dem Objekt: Es sendet exakt alle 22 Minuten einen Radioausbruch, der jeweils zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten andauert. Wie sich herausstellte, haben auch andere Radioteleskope die Signale bereits aufgefangen. "Es tauchte in Beobachtungen des Giant Metrewave Radio Telescope in Indien auf, und das Very Large Array (VLA) in den USA hatte Beobachtungen, die bis ins Jahr 1988 zurückreichen", so Natasha Hurley-Walker, Erstautorin der neuen, in Nature veröffentlichten Studie.


Bisher unbeachtet

"Das war ein ganz unglaublicher Moment für mich. Ich war fünf Jahre alt, als unsere Teleskope zum ersten Mal Impulse von diesem Objekt aufzeichneten, aber niemand bemerkte es, und es blieb 33 Jahre lang in den Daten verborgen", sagte sie. "Sie haben es übersehen, weil sie nicht erwartet hatten, so etwas zu finden."

Worum es sich bei GPM J1839-10 handelt, ist bisher noch nicht endgültig geklärt. Das Verhalten erinnert an einen Magnetar. Dabei handelt es sich um eine Art Neutronenstern, einem komprimierten Kern eines toten Sterns, der sich dreht und ein Magnetfeld hat, das über eine Billion Mal stärker ist als das der Erde. Das Magnetfeld der Magnetare baut sich allerdings mit der Zeit ab und sie rotieren immer langsamer. Das ist bei GPM J1839-10 aber nicht zu beobachten.

Und überhaupt: "Das Objekt, das wir entdeckt haben, dreht sich viel zu langsam, um Radiowellen zu erzeugen - es liegt unterhalb der Todesgrenze", so Hurley-Walker. "Wenn man davon ausgeht, dass es sich um einen Magnetar handelt, sollte es für dieses Objekt unmöglich sein, Radiowellen zu erzeugen. Aber wir sehen sie." Nun hofft sie, dass weitere solcher Objekte gefunden werden, damit man sich eventuell seiner Natur weiter nähern könnte.

Zusammenfassung
  • Astronomen haben eine neue Art von stellarem Objekt entdeckt.
  • 15.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, sendet alle 22 Minuten Radiosignale.
  • Die Signale wurden auch von anderen Teleskopen aufgefangen.
  • Es könnte sich um einen Magnetar handeln, Verhalten passt aber nicht.
  • Man hofft, dass weitere solcher Objekte gefunden werden.

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