Antarktis: Großer Fluss unter kilometerdickem Eis entdeckt
In der Antarktis lieg keineswegs einfach ein dicker Eispanzer auf einem Felsen-Kontinent. Tief unter der weißen Oberfläche haben Forscher ein Flusssystem gefunden, das dramatische Folgen für den zu erwartenden Anstieg des Meeresspiegels haben kann.
Seit einiger Zeit versuchen Forscher genauere Karten der Grundlinie anzufertigen - also der Küste der Antarktis, wo der Eisschild über dem Festland zum Schelfeis im Ozean wird. Das ist nicht gerade einfach, da man durch mehrere Kilometer Eis blicken muss. Die Wissenschaftler zogen also Bodenradargeräte auf Schlitten über das Eis, führten Sprengungen durch, um seismische Wellen zu vermessen und tasteten die Oberfläche mit Flugzeugen und Satelliten ab.
Dabei fand man schließlich einen 460 Kilometer langen Fluss, der aus einem Gebiet gespeist wird, das etwa so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen ist. "Vor dreißig Jahren dachten wir, das gesamte Eis sei so gut wie zugefroren", sagte der Glaziologe Martin Siegert vom Imperial College London, Mitautor einer neuen Veröffentlichung in Nature Geoscience. "Jetzt sind wir in einer Position, in der wir das gesamte antarktische Eisschild verstehen können, wie wir es noch nie zuvor konnten."
Das Wasser steht unter enormen Druck und verursacht so das eigentliche Problem: Es drückt den Eisschild etwas nach oben und reduziert dessen Reibung auf dem festen Untergrund. Es kann so schneller Richtung Meer fließen. Dort wird es eigentlich vom Schelfeis aufgehalten, das durch die sich erwärmenden Ozeane aber auch nicht mehr so kraftvoll dagegenwirkt wie bisher.
Einen Vorgeschmack auf das, was da kommen kann, bekam man bereits beim Thwaites-Gletscher, dessen Schelfeis-Bremse einen riesigen Riss bekam. Allein dieser Gletscher birgt das Potenzial von bis zu 60 Zentimetern Erhöhung des Meeresspiegels. Wenn dieser Prozess auch in anderen Regionen einsetzt - wie etwa bei dem eben gefundenen Fluss - lässt sich hier über Meter-Werte sprechen, was die dicht besiedelten Küstenregionen in aller Welt in eine Katastrophe stürzen würde.
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Dabei fand man schließlich einen 460 Kilometer langen Fluss, der aus einem Gebiet gespeist wird, das etwa so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen ist. "Vor dreißig Jahren dachten wir, das gesamte Eis sei so gut wie zugefroren", sagte der Glaziologe Martin Siegert vom Imperial College London, Mitautor einer neuen Veröffentlichung in Nature Geoscience. "Jetzt sind wir in einer Position, in der wir das gesamte antarktische Eisschild verstehen können, wie wir es noch nie zuvor konnten."
Schwimmender Eispanzer
Tief unter dem Eispanzer der Antarktis schmilzt das Wasser durch die aus der Erde aufsteigende Wärme und die Reibung, wenn sich das Eis über den Fels bewegt. Die Schmelze beläuft sich nach den bisherigen Erkenntnissen auf gerade einmal einen Millimeter pro Jahr. "Aber das Einzugsgebiet ist riesig, sodass man nicht viel Schmelze braucht. Das alles fließt in diesem Fluss zusammen, der mehrere hundert Kilometer lang ist und die dreifache Fließgeschwindigkeit der Themse in London hat", so Siegert.Das Wasser steht unter enormen Druck und verursacht so das eigentliche Problem: Es drückt den Eisschild etwas nach oben und reduziert dessen Reibung auf dem festen Untergrund. Es kann so schneller Richtung Meer fließen. Dort wird es eigentlich vom Schelfeis aufgehalten, das durch die sich erwärmenden Ozeane aber auch nicht mehr so kraftvoll dagegenwirkt wie bisher.
Einen Vorgeschmack auf das, was da kommen kann, bekam man bereits beim Thwaites-Gletscher, dessen Schelfeis-Bremse einen riesigen Riss bekam. Allein dieser Gletscher birgt das Potenzial von bis zu 60 Zentimetern Erhöhung des Meeresspiegels. Wenn dieser Prozess auch in anderen Regionen einsetzt - wie etwa bei dem eben gefundenen Fluss - lässt sich hier über Meter-Werte sprechen, was die dicht besiedelten Küstenregionen in aller Welt in eine Katastrophe stürzen würde.
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