Kann Microsoft aufatmen? Chromebook-Nachfrage stark eingebrochen

Die Nachfrage rund um Chromebooks hat offenbar kräftig nachgelassen. Die Chipzulieferer für die meist eher günstigen Notebooks mit Googles Cloud-Betriebssystem melden, dass das Interesse deutlich gesunken ist, auch weil der Markt weitestgehend gesättigt ist. Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes meldet, sehen die dort ansässigen Zulieferer einen starken Rückgang der Nachfrage für Chromebooks. Die PC-Hersteller würden derzeit immer weniger Chips abnehmen, da sie ihrerseits immer weniger fertige Geräte verkaufen, heißt es.

Rückkehr zum Präsenzunterricht

Als wahrscheinliche Ursache gilt, dass die Schulen in den meisten Ländern inzwischen wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren und daher weniger Bedarf an Geräten für den Fernunterricht über das Internet besteht. Hintergrund ist natürlich, dass in den meisten Ländern mittlerweile trotz hoher Infektionszahlen ein zunehmender Verzicht auf Schutz- oder Quarantänemaßnahmen erfolgt.

Ein weiterer Faktor ist der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit verbundene weltweit unsichere wirtschaftliche Lage. Auch die durch die starke Inflation sinkende Kaufkraft der Kunden bremst die Nachfrage zusätzlich. Diese zusätzlichen Faktoren gelten aber auch für den gesamten PC- und Notebook-Markt.

So hatten die PC-Hersteller für das Jahr 2022 eigentlich mit einem leichten Anstieg der Verkaufszahlen im einstelligen Prozentbereich gegenüber dem starken Vorjahr 2021 gerechnet. Daraus wird jetzt allerdings nichts mehr, weshalb die meisten Hersteller ihre Prognosen inzwischen wieder nach unten korrigiert haben und von einem Rückgang der Stückzahlen ausgehen.

Einzig im Enterprise-Markt herscht derzeit weiterhin eine stabile, hohe Nachfrage, heißt es. Für Microsoft bedeutet das sinkende Interesse an Chromebooks, dass die Redmonder inzwischen wieder etwas aufatmen können. Mit dem Surface Laptop Go bedient man den Markt der günstigen Notebooks für Bildungszwecke inzwischen ebenfalls mit einem eigenen Produkt.


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