Schummeln mit KI: Erster Go-Profi erwischt und für Turniere gesperrt

Die enorme Entwicklung im KI-Bereich hat Begehrlichkeiten geweckt. Jetzt wurde erstmals ein Spieler auf einem großen Go-Turnier suspendiert, weil er sich mit Hilfe eines Computers zum Sieg schummeln wollte.
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Der Go-Spieler Liu Ruizhi habe in der ersten Runde der Vorrunde der chinesischen Profi-Go-Meisterschaft ein KI-Programm verwendet, und seine Betreuer seien ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen. Das geht aus einer Mitteilung des chinesischen Weiqi-Verbands hervor, der das Turnier ausrichtete. Weiqi ist eine chinesische Bezeichnung für das hierzulande als Go bekannte Spiel.

Aufgrund des Vorfalls wurde der Spieler für ein Jahr von sämtlichen professionellen Wettbewerben ausgeschlossen. Dies entspricht den vom Verband festgelegten Regelungen für einen solchen Fall. Diese sehen für den Fall, dass der Betrüger Mitglied eines nationalen Auswahl-Teams ist, auch sofort aus diesem ausgeschlossen wird. Ob dies hier der Fall war, ist unklar.

Distanz-Turnier in Corona-Zeit

Üblicherweise treten die Spieler am Veranstaltungsort an vorbereiteten Spielbrettern gegeneinander an. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte man in China die Wettbewerbe aber umgestellt. Die Go-Profis sind nun über Videokonferenzen miteinander verbunden und geben ihre jeweiligen Züge an. An ihrem Aufenthaltsort ist darüber hinaus ein Betreuer anwesend, der darauf zu achten hat, dass der Spieler keine unerlaubten Hilfsmittel nutzt. Wie genau die Schiedsrichter dem Einsatz einer KI auf die Schliche gekommen sind, wurde nicht näher erläutert.

Go ist in vielen Belangen deutlich komplexer als Schach. Während das Königsspiel schon lange auch durch Computer gespielt wurde und die Programme auch in der Lage waren, menschliche Schach-Meister zu schlagen, ging man bei Go davon aus, dass dies nicht möglich ist. Das änderte sich erst, als selbstlernende KI-Systeme verfügbar waren, die es dann relativ schnell schafften, eigene Strategien zu entwerfen und die weltweit besten Go-Spieler in ihre Schranken zu verweisen.

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