Facebook macht mit grob falschen Daten wissenschaftliche Arbeit kaputt
Für Facebook sollte die gezielte Zusammenarbeit mit Sozialwissenschaftlern einen Neuanfang nach der düsteren Vergangenheit im Umgang mit Daten markieren. Jetzt zeigt sich: Der angelieferte Datensatz, auf dem viele wissenschaftliche Arbeiten basieren, war grob falsch.
Betroffen ist hier die Zusammenarbeit mit dem 2018 gegründete Konsortium Social Science One, das von Facebook eigentlich gerne als Vorzeige-Projekt für die Kollaboration zwischen dem Unternehmen und der Wissenschaft angeführt wird. Facebook hatte den Forschern Daten bereitgestellt, die eine Untersuchung des Effekts des sozialen Netzwerks auf Wahlen und den demokratischen Prozess in den USA erlauben sollten.
Das Problem: Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben "wegen eines Fehlers" alle Nutzer aus der Datenbank ausgeschlossen, denen keine erkennbare politische Neigung zugeordnet werden konnte. Wie sich zeigt, umfasst diese Gruppe die Hälfte der Facebook-Nutzer in den Vereinigten Staaten. Weiter unschön: Nicht das Unternehmen selbst, sondern der italienische Forscher Fabio Giglietto, war auf die Unstimmigkeiten in dem Datensatz aufmerksam geworden und hatte Facebook informiert.
Für die betroffene Wissenschaftsgemeinde ist diese Nachricht natürlich nur wenig Trost. Social Science One hatte den fehlerhaften Datensatz an rund 110 Forscher weitergeleitet. Laut Gary King, Harvard-Professor und im Führungsteam der Forscher-Gruppe, muss Facebook zur Einschätzung der Tragweite jetzt dringend die korrekten Daten nachliefern.
Nathaniel Persily, Stanford-Professor für Recht und ehemaliger Vorsitzender von Social Science One, findet hier noch deutlich drastischere Worte als sein Kollege: "Dies ist ein absoluter Skandal und ein grundlegender Bruch der Versprechen, die Facebook der Forschungsgemeinschaft gegeben hat. Es zeigt auch, warum wir eine staatliche Regulierung brauchen, um Social-Media-Unternehmen zu zwingen, sichere Datenaustauschprogramme mit unabhängigen Forschern zu entwickeln."
Riesiger Datensatz sollte Wahleinfluss zeigen, war aber fehlerhaft
Es ist eine recht kleinlaute Mitteilung, die Facebook am vergangenen Freitag zu verkünden hatte, die Folgen könnten aber durchaus weitreichend sein: Wie das Unternehmen laut Washington Post angibt, war ein riesiger Datensatz, den man einem US-Konsortium an Sozialwissenschaftlern im letzten Jahr zur Verfügung gestellt hatte, grob fehlerhaft. Das Problem: Die Daten bilden die Basis für eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten, deren Rückschlüsse damit natürlich infrage gestellt werden müssen.Betroffen ist hier die Zusammenarbeit mit dem 2018 gegründete Konsortium Social Science One, das von Facebook eigentlich gerne als Vorzeige-Projekt für die Kollaboration zwischen dem Unternehmen und der Wissenschaft angeführt wird. Facebook hatte den Forschern Daten bereitgestellt, die eine Untersuchung des Effekts des sozialen Netzwerks auf Wahlen und den demokratischen Prozess in den USA erlauben sollten.
Das Problem: Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben "wegen eines Fehlers" alle Nutzer aus der Datenbank ausgeschlossen, denen keine erkennbare politische Neigung zugeordnet werden konnte. Wie sich zeigt, umfasst diese Gruppe die Hälfte der Facebook-Nutzer in den Vereinigten Staaten. Weiter unschön: Nicht das Unternehmen selbst, sondern der italienische Forscher Fabio Giglietto, war auf die Unstimmigkeiten in dem Datensatz aufmerksam geworden und hatte Facebook informiert.
Technischer Fehler, echter Skandal
Das Unternehmen beruft sich in einem Statement schlicht auf einen Schluckauf im System: "Das Problem wurde durch einen technischen Fehler in unserem URL-Shares-Datensatz verursacht, über den wir die betroffenen Partner proaktiv informiert haben und an dessen Behebung wir arbeiten", so Facebook-Sprecherin Mavis Jones.Für die betroffene Wissenschaftsgemeinde ist diese Nachricht natürlich nur wenig Trost. Social Science One hatte den fehlerhaften Datensatz an rund 110 Forscher weitergeleitet. Laut Gary King, Harvard-Professor und im Führungsteam der Forscher-Gruppe, muss Facebook zur Einschätzung der Tragweite jetzt dringend die korrekten Daten nachliefern.
Nathaniel Persily, Stanford-Professor für Recht und ehemaliger Vorsitzender von Social Science One, findet hier noch deutlich drastischere Worte als sein Kollege: "Dies ist ein absoluter Skandal und ein grundlegender Bruch der Versprechen, die Facebook der Forschungsgemeinschaft gegeben hat. Es zeigt auch, warum wir eine staatliche Regulierung brauchen, um Social-Media-Unternehmen zu zwingen, sichere Datenaustauschprogramme mit unabhängigen Forschern zu entwickeln."
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