Freedom Phone: Im Kampf gegen "Big Tech" richtig dumm abgezockt

In den USA bewirbt eine Gruppe einflussreicher Konservativer das Smartphone "Freedom Phone", das den großen Tech-Konzernen den Kampf ansagen soll. Dahinter verbirgt sich lächerliche Abzocke. Das Gerät ist billigste Ware aus China mit großen Sicherheitsproblemen.
Abzocke, Freedom Phone, Umidigi A9 Pro
Freedomphone

In den USA lassen sich viele mit dem Versprechen eines "Freedom Phone" locken

Der junge US-Amerikaner Erik Finman hatte mit Bitcoin Millionen gemacht. Offenbar genug Geld, um mit einer richtig dreisten Masche Konservative, Republikaner und Rechtsextreme abzuziehen, die sich dem Kampf gegen die scheinbare Unterdrückung und Zensur durch US-Tech-Konzernen verschrieben haben. Auf Twitter teilt Finman jüngst mit, dass er mit dem "Freedom Phone" für nur 500 US-Dollar nun eine unzensierbare und sichere Lösung bieten könne.

"Dies ist die erste große Gegenbewegung gegen die großen Tech-Unternehmen, die uns angegriffen haben - nur weil wir anders denken", so Finman in der Ankündigung. Auch große Namen aus der konservativen und rechtsextremen Szene bewerben das scheinbare "Wundergerät". Das Versprechen: Mit einem "angepassten Android Betriebssystem namens FreedomOS" und einem eigenen App-Store wolle man "endlich wieder die Kontrolle übernehmen".

Im Kartenhaus wildes Gelächter

All diese Behauptungen lassen sich dann schnell mit einem halbwegs wachen Blick auf Geschäftsverhalten und Gerät widerlegen. Zum FreedomOS liefert das Unternehmen keinerlei überprüfbare Spezifikationen oder Source Code. Darüber hinaus ist auch der Geräte-Typ bei Sicherheitsexperten kein Unbekannter. Beim "Freedom Phone" handelt es sich laut Sicherheitsexperte Matthew Hickey um das Modell Umidigi A9 Pro, ein chinesisches Gerät, das bei AliExpress für rund 120 US-Dollar zu haben ist.

"Sie können in großen Mengen aus Asien gekauft und verschickt werden, mit kundenspezifischen Logos und Branding, um den Anschein eines Telefons zu erwecken, das für einen einzigartigen Zweck entworfen wurde", so Hickey zu der bekannten Masche. Umidigi setzt auf Prozessoren von MediaTek, ebenfalls keine Unbekannten in der Sicherheitsbranche: "MediaTek für irgendetwas zu verwenden und Datenschutz oder Sicherheit zu erwarten, ist grundlegend eine schlechte Idee."

Und das war es dann noch nicht mit den Sicherheitsbedenken: Der App-Store auf dem Gerät wird in Form der "PatriApp" bereitgestellt. "Ein Android-Telefon mit einem App Store, der nicht auf Viren oder Malware in den Apps prüft! Das ist genial!", so der scherzhafte Beitrag eines Twitter-Kommentators.
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