Foundation: Showrunner über die extrem ambitionierte Apple TV-Serie

In Literatur bzw. Filmwelt fällt immer wieder das Wort unverfilmbar und dieses ist in der Regel kein Zufall. Doch es gibt immer wieder Fälle, wo das widerlegt wird, man denke nur an Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie. Asimovs Foundation-Reihe ist aber dennoch ein anderes Kaliber.
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Isaac Asimov, Robert A. Heinlein und Arthur C. Clarke: Diese drei Autoren werden als die "großen Drei" der klassischen Science-Fiction bezeichnet. Doch während Heinlein ("Starship Troopers") und Clarke ("2001") es den Filmemachern verhältnismäßig einfach gemacht haben, ihre Stoffe umzusetzen, galt Asimov vor allem bei seinem zentralen Werk Foundation (Original-Trilogie und Ableger) als unverfilmbar.

David S. Goyer (Autor bei den Trilogien Dark Knight/ Batman und Blade) wagt sich für Apple TV+ nun aber dennoch an Foundation und nach einem ersten Teaser vor einem Jahr hat der Streaming-Dienst des kalifornischen Konzerns nun einen längeren und ersten richtigen Trailer veröffentlicht. Und aus diesem Anlass gab der Foundation-Showrunner Entertainment Weekly ein Interview, in dem er über die gewaltige Aufgabe sprach, ein so komplexes und teilweise verwirrendes literarisches Werk umzusetzen.

Das Ende von Imperien

Goyer erläutert zunächst die Hintergründe von Asimovs Opus, das vom Zerfall eines 12.000-jährigen galaktischen Imperiums erzählt: "Als Asimov die Bücher schrieb, war seine Familie, sie waren Juden, vor dem Zweiten Weltkrieg aus Russland eingewandert, aber sie sahen, dass die Dinge mit dem Aufstieg des Nazismus schlecht wurden."


"Er hat sich gefragt, warum diese schreckliche Sache mit dem Holocaust passieren konnte. Wenn wir in der Geschichte zurückblicken, hätten wir es verhindern können? Es gab eine Menge Vorläufer, die zum Holocaust führten und Generationen und Generationen zurückreichten", so der Showrunner weiter. "Asimov ging auf die Frage ein, wie wir verhindern können, dass so etwas noch einmal passiert. Die Menschheit scheint immer wieder in dieselbe Falle zu tappen."

In Foundation nimmt der Mathematiker und Psychohistoriker Hari Seldon (Jarred Harris) die zentrale Rolle eines Untergangspropheten ein: "Eines der Dinge, die ich mit Seldons Charakter erforschen möchte, ist, was es braucht, um eine Person zu sein, die erkennt, dass die Welt auf eine wirklich schlimme Art und Weise untergehen wird", sagt Goyer. "Und die dann erkennt, dass sie allen diese Nachricht überbringen muss, und die erkennt, dass keiner dieser Menschen gerettet werden kann. Es werden ihre Enkelkinder und Urenkel sein."

Goyer: "Wie versucht er, die Leute an Bord zu holen, um etwas zu bauen, das über ihre Lebenszeit hinausgehen wird? Er hat also diese unglaublich schwere Last auf seinen Schultern und diese Bürde des 'Ich sage euch nur, was die Mathematik ist. Gebt nicht dem Boten die Schuld', was natürlich jeder tun möchte."

Unterhaltung mit Substanz

Foundation soll zwar in erster Linie Entertainment bieten, aber auch durchaus Denkanstöße geben: "Man unterhält die Leute zuerst und bringt sie vielleicht dazu, im Nachhinein über Dinge nachzudenken, sei es die globale Erwärmung, sei es die Globalisierung, sei es der Brexit, sei es die Polarisierung des heutigen Amerika."
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