Amazon: Wer hier arbeitet ist viel öfter verletzt als bei der Konkurrenz
Die Vorwürfe gegen den Handelskonzern Amazon reißen nicht ab. Jetzt wurden Zahlen veröffentlicht, nach denen Beschäftigte bei dem Unternehmen wesentlich häufiger von Arbeitsunfällen betroffen sind als solche in vergleichbaren Jobs anderswo.
Die Strategic Organizing Center (SOC), eine gemeinsame Organisation verschiedener US-Gewerkschaften, hat die Daten staatlicher Stellen, die für den Arbeitsschutz zuständig sind, aus den Jahren 2017 bis 2020 ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass in Amazons Logistikzentren 5,9 schwerere Verletzungen pro 100 Beschäftigte verzeichnet wurden. Das sind rund 80 Prozent mehr als bei vergleichbaren Arbeitsplätzen in anderen Unternehmen.
Aber nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Arbeitsunfällen ist höher, wenn man bei Amazon angestellt ist, auch die durchschnittliche schwere der Verletzungen liegt hier auf höherem Niveau. Die daraus resultierenden Ausfallzeiten lagen mit 46,3 Tagen auch rund eine Woche über dem normalen Schnitt.
Das Unternehmen verwies in Stellungnahmen darauf, dass man im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Dollar in die Verbesserung des Arbeitsschutzes investiert und 6200 Stellen in dem Bereich geschaffen habe. Das scheint aber nur bedingt den hohen Druck auf die Lager-Mitarbeiter auszugleichen.
Der Konzern wirbt in einem internen Papier selbst dafür, dass sich die Beschäftigten als "Industrie-Athleten" begreifen. Auf einigen Positionen bewältige man in einer Schicht immerhin eine Strecke von rund 20 Kilometern und bewege dabei rund 9 Tonnen Waren. "Wie ein Sportler, der für den Wettkampf trainiert, müssen Industrie-Athleten ihren Körper darauf vorbereiten, während der Arbeit bestmöglich zu funktionieren", hieß es laut einem Bericht der BBC.
Aber nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Arbeitsunfällen ist höher, wenn man bei Amazon angestellt ist, auch die durchschnittliche schwere der Verletzungen liegt hier auf höherem Niveau. Die daraus resultierenden Ausfallzeiten lagen mit 46,3 Tagen auch rund eine Woche über dem normalen Schnitt.
Industrie-Athleten im Lager
Das SOC könnte in dieser Sache im Verdacht stehen, mit den Daten Politik zu machen - immerhin sind Amazon und die Gewerkschaften ohnehin keine Freunde, so dass eine gewisse Voreingenommenheit dazu führen könnte, die Behördenzahlen auf eine bestimmte Art zu interpretieren. Das dem nicht so ist, zeigt hingegen die Tatsache, dass auch die Redaktion der Washington Post zu dem Schluss kommt, dass Arbeitsunfälle bei Amazon häufiger vorkommen als anderswo - und die Zeitung befindet sich seit Jahren im Besitz von Amazon-Gründer Jeff Bezos.Das Unternehmen verwies in Stellungnahmen darauf, dass man im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Dollar in die Verbesserung des Arbeitsschutzes investiert und 6200 Stellen in dem Bereich geschaffen habe. Das scheint aber nur bedingt den hohen Druck auf die Lager-Mitarbeiter auszugleichen.
Der Konzern wirbt in einem internen Papier selbst dafür, dass sich die Beschäftigten als "Industrie-Athleten" begreifen. Auf einigen Positionen bewältige man in einer Schicht immerhin eine Strecke von rund 20 Kilometern und bewege dabei rund 9 Tonnen Waren. "Wie ein Sportler, der für den Wettkampf trainiert, müssen Industrie-Athleten ihren Körper darauf vorbereiten, während der Arbeit bestmöglich zu funktionieren", hieß es laut einem Bericht der BBC.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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