Der wahrscheinlich letzte Akt beginnt:
Toshiba wird wohl geschluckt
Der nächste große Name der IT-Branche steht derzeit auf der Abschussliste: Der japanische Elektronikkonzern Toshiba steht davor, in eine Situation zu geraten, in der er nur noch als Schatten seiner selbst weiterexistieren kann.
Wie das Unternehmen mitteilte, werde aktuell der Verkauf an den Finanzinvestor CVC Capital Partners geprüft. Es geht hier um eine Summe von insgesamt etwas über 20 Milliarden Dollar. Das Angebot lag damit rund 30 Prozent über dem Börsenwert Toshibas zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Offerte. Kurzfristige Mitnahmeeffekte ließen den Kurs des Unternehmens dann aber erst einmal um 18 Prozent steigen.
CVC stellte dabei bereits klar, dass man Toshiba nach einer Übernahme von der Börse nehmen und in eine privat gehaltene Gesellschaft umwandeln würde. Dadurch wäre dann erst einmal unklar, wie es überhaupt weitergeht. Im Grunde gibt es zwei Optionen: Der neue Eigner könnte eine Sanierung anstreben, um den Konzern später mit Gewinn erneut an die Börse zu bringen, oder aber die lukrativen Teilstücke herauslösen und einzeln zu höheren Preisen weiterverkaufen.
Der Vorstand muss nun über das nicht gerade schlechte Angebot des Investors beraten und will seine Entscheidung in Kürze mitteilen. Allerdings ist auch dann nicht das letzte Wort über den Deal gesprochen. Die Aktionäre werden zwar wahrscheinlich zustimmen, fraglich ist aber die Haltung der japanischen Behörden. Denn durch seine Anteile an den Atomkraftwerken des Landes ist Toshiba für die nationale Sicherheit von Belang.
CVC stellte dabei bereits klar, dass man Toshiba nach einer Übernahme von der Börse nehmen und in eine privat gehaltene Gesellschaft umwandeln würde. Dadurch wäre dann erst einmal unklar, wie es überhaupt weitergeht. Im Grunde gibt es zwei Optionen: Der neue Eigner könnte eine Sanierung anstreben, um den Konzern später mit Gewinn erneut an die Börse zu bringen, oder aber die lukrativen Teilstücke herauslösen und einzeln zu höheren Preisen weiterverkaufen.
Ein Jahrzehnt der Krisen
Toshiba geriet bereits vor sechs Jahren massiv in Probleme. 2015 flog ein umfangreicher Bilanz-Skandal auf, der das Unternehmen noch tiefer in die Krise riss, als es bereits durch externe Einflüsse der Fall war. Denn durch die Beteiligung am Geschäft mit Kernkraftwerken war man schon aufgrund der Reaktorkatastrophe in Fukushima angeschlagen. Inzwischen hat sich Toshiba bereits vom lukrativen Chip-Bereich getrennt, um mit den Einnahmen den Rest des Konzerns zu retten. Und aus den mit nur geringen Margen arbeitenden Märkten für Computer und Fernseher stieg man aus.Der Vorstand muss nun über das nicht gerade schlechte Angebot des Investors beraten und will seine Entscheidung in Kürze mitteilen. Allerdings ist auch dann nicht das letzte Wort über den Deal gesprochen. Die Aktionäre werden zwar wahrscheinlich zustimmen, fraglich ist aber die Haltung der japanischen Behörden. Denn durch seine Anteile an den Atomkraftwerken des Landes ist Toshiba für die nationale Sicherheit von Belang.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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