Sicherheitslücke im LTE-Netz:
Telefonate konnten abgehört werden
Trotz Verschlüsselung bestand seit Jahren die Möglichkeit, Anrufe im LTE-Mobilfunknetz abzuhören. Die gravierende Sicherheitslücke geht aus dem neuen Bericht der Ruhr-Universität Bochum hervor. Deutsche Forscher erklären, wie Hacker die Aufnahmen entschlüsseln konnten.
Ein neues Papier der Wissenschaftler Katharina Kohls, David Rupprecht und Thorsten Holz von der Ruhr-Uni Bochum sowie Christina Pöpper von der NYU Abu Dhabi zeigt laut Informationen des Spiegel, dass Telefonanrufe über das 4G-Netz mit Voice-over-LTE-Standard (VoLTE) trotz einer verschlüsselten Audio-Übertragung über Jahre hinweg weltweit ausspioniert werden konnten. Die mittlerweile behobene Schwachstelle wurde der Industrievereinigung GSMA im letzten Jahr gemeldet und jetzt auf der Usenix Security-Konferenz vorgestellt.
Infografik: 5G-Spektren im Vergleich
Über Letzteres konnte der jeweilige Schlüssel ausgelesen werden, der aufgrund des Basisstation-Fehlers einfach wiederverwendet wurde und somit auch das Entschlüsseln vorheriger, mitgeschnittener Telefonate ermöglichte.
Das grundlegende Problem der Basisstationen entpuppte sich als weltweite Sicherheitslücke, die unter anderem Netzwerktechnik von Nokia, Huawei und Ericsson betraf. Ob diese wirklich ausgenutzt wurde, können die Forscher und Experten bisher nicht sagen.
Ebenso wenig gibt es genaue Kennzahlen, wie viele Anrufe über das Mobilfunknetz mit VoLTE-Standard geführt werden. Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland soll von rund einem Drittel der O2-Kunden sprechen. Dank der Ursachenforschung der Ruhr-Universität Bochum war es letztendlich möglich den Fehler zu beseitigen und vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen, dass auch das neue 5G-Netz von diesem Problem verschont bleibt.
Siehe auch:
Konfigurationen an LTE-Basisstationen war schuld an der Schwachstelle
Die Sicherheitslücke im Mobilfunknetz wurde von den Forschern nicht nur unter Laborbedingungen belegt, sondern auch in der Praxis. Aufgrund fehlerhafter Konfigurationen von 4G-Basisstationen war es unter bestimmten Bedingungen möglich, an den Sicherheitsschlüssel von Gesprächen zu gelangen, der zum nachträglichen Entschlüsseln dieser genutzt werden konnte. Die einzigen Voraussetzungen dafür sollen die Verbindung über die gleiche Funkzelle, ein so genannter "Passive Downlink Sniffer" zum Mitschneiden und ein späteres Telefonat mit dem Opfer gewesen sein.Über Letzteres konnte der jeweilige Schlüssel ausgelesen werden, der aufgrund des Basisstation-Fehlers einfach wiederverwendet wurde und somit auch das Entschlüsseln vorheriger, mitgeschnittener Telefonate ermöglichte.
Das grundlegende Problem der Basisstationen entpuppte sich als weltweite Sicherheitslücke, die unter anderem Netzwerktechnik von Nokia, Huawei und Ericsson betraf. Ob diese wirklich ausgenutzt wurde, können die Forscher und Experten bisher nicht sagen.
Ebenso wenig gibt es genaue Kennzahlen, wie viele Anrufe über das Mobilfunknetz mit VoLTE-Standard geführt werden. Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland soll von rund einem Drittel der O2-Kunden sprechen. Dank der Ursachenforschung der Ruhr-Universität Bochum war es letztendlich möglich den Fehler zu beseitigen und vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen, dass auch das neue 5G-Netz von diesem Problem verschont bleibt.
Siehe auch:
- Oberbayerns Bürgermeister wettern gegen 5G-Ausbau der Telekom
- 5G-Ausbau in Deutschland: Von null bis tausende Antennen alles dabei
- 5G-Verschwörung: Dorfbewohner entführen acht Mobilfunk-Techniker
- 5G: Lösung für das Problem sehr kurzer Akkulaufzeiten scheint gefunden
- Britisches 5G-Netz: Huawei-Beteiligung soll auf "Null" reduziert werden
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