700MHz: Vodafone startet erste 5G/LTE-Funkzellen auf großer Fläche

Der Telekommunikationskonzern Vodafone hat jetzt mit dem Ausbau seines 5G-Netzes im ländlichen Raum begonnen. Dabei startet das Unternehmen die Nutzung neuer Frequenzen, die deutlich höhere Reichweiten versprechen.
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Nadine Dressler
Beim Netzausbau in der Fläche sollen es nun die neuen 700-Megahertz-Frequenzen bringen, die schon durch die Bundesnetzagentur vergeben, teils aber erst jetzt nutzbar wurden. Das Spektrum bietet dabei nicht nur den Vorteil, Funkzellen auf größerer Fläche aufzuspannen. Die Signale sind zusätzlich auch innerhalb von Gebäuden besser empfangbar. Damit sollten auch bei der Bestückung bereits existierender Masten Nutzer wesentlich besser versorgt werden, die bisher in Randgebieten einer Funkzone äußerst durchwachsenen Empfang haben.

Vodafone verbaut dabei Anlagen des schwedischen Zulieferers Ericsson. Diese beherrschen die Dynamic Spectrum Sharing-Technologie und bieten dadurch nicht nur Nutzern mit 5G-Endgeräten einen besseren Empfang. Auch Nutzer mit LTE-Smartphones sollen hier eher und schnellere Verbindungen bekommen. Infografik: 5G-Spektren im Vergleich5G-Spektren im Vergleich Die erste Sendeanlage dieser Art wurde gestern in Berge (Meschede) im Hochsauerland in Betrieb genommen. Bisher war LTE hier teilweise noch gar nicht oder nur mit wenigen Megabit pro Sekunde verfügbar. Nun sollen Nutzer hier an Standorten, an denen sie bisher nur sehr eingeschränkte 4G-Verbindungen aufbauen konnten, bis zu 200 Megabit pro Sekunde übertragen. Zeitgleich hat Vodafone das 5G-Netz mit 700 Megahertz im Hochsauerlandkreis auch in Brilon, Olsberg, Bad Wünnenberg und Bad Fredeburg aktiviert. In Baden-Württemberg funkt es jetzt in Ulm, Blaustein, Buch und Heroldstatt, in Brandenburg ab sofort in Müncheberg.

10 Millionen Nutzer in diesem Jahr

Durch das neue Spektrum müssen nicht überall neue Standorte erschlossen werden, um den Netzausbau voranzutreiben und mehr Strecke zu machen. Eine 700 Megahertz-Mobilfunkstation versorgt nach Angaben Vodafones eine Fläche von etwa 20 Quadratkilometern mit 5G. Das ist fünf Mal mehr als die Fläche, die eine 3,5 Gigahertz-Mobilfunkstation mit 5G versorgen kann, wie man sie in den städtischen Regionen zum Einsatz bring.

Die höhere Reichweite geht dabei auf Kosten der Bandbreite: Während im Gigahertz-Band auch Gigabit-Geschwindigkeiten möglich werden, muss man sich bei 700 Megahertz mit 200 Megabit pro Sekunde begnügen. Für zahlreiche Nutzer bedeutet das allerdings, dass überhaupt erstmals stabiles mobiles Breitband verfügbar ist, so dass das Mecker-Potenzial wohl begrenzt sein dürfte. Vodafone erklärte, den Ausbau mit der neuen Technik so voranbringen zu wollen, dass noch in diesem Jahr eine Abdeckung von Haushalten mit insgesamt rund 10 Millionen Nutzern geschafft wird.

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